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Mering

27.09.2018

Eine Schule macht sich gegen Rassismus stark

Das Meringer Gymnasium will am Projekt „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ beteiligen.
Bild: Rido - stock.adobe.com (Symbol)

Die Meringer Gymnasiasten wollen ein Zeichen setzen. Schulleiter Josef Maisch unterstützt das Projekt. Warum er sich für politische Bildung einsetzt.

Die Schüler des Meringer Gymnasiums machen sich auf den Weg zu einer Schule ohne Rassismus. Sie wollen an dem bundesweiten Projekt teilnehmen und sich damit bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Schulleiter Josef Maisch unterstützt dieses Projekt sehr. Als Pädagoge sieht er vor allem den enormen Stellenwert der politschen Bildung an seiner Einrichtung. Maisch lob das Engagement der Schülermitverwaltung, die sich im vorigen Schuljahr selbst für dieses bundesweite Projekt entschieden habe. „Noch stehen wir aber ganz am Anfang“, betont er.

Der Titel Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, ist aber nicht nur eine Art Gütesiegel. Es soll mit Leben gefüllt werden. „Eine Schule, die den Titel trägt, ist Teil eines Netzwerkes, das sagt: Wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und für unser Umfeld“, erklären die Initiatoren des bundesweiten Schulnetzwerks auf ihrer Homepage. Jede Schule kann den Titel erwerben, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt: Mindestens 70 Prozent aller Menschen an einer Schule verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen.

Meringer Gymnasiasten beschäftigen sich intensiv mit dem Thema

Maisch betont, dass das Gymnasium grundsätzlich ein Ort sein muss, an dem politische Bildung stattfinde. „Natürlich kann kein Lehrer hier für eine Partei werben, auch dürfen Parteien hier in der Schule nicht auftreten“, erklärt er. Die Grundsätze einer Demokratie, die Menschenrechte, das Grundgesetz und die Verfassung seien wesentliche Bestandteile des Lehrplanes. „Und wer die Menschenrechte achtet, der kann eigentlich gar nicht rassistisch sein“, bemerkt er.

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Zu diesem Themenbereich haben sich die Schüler im vergangenen Jahr intensiv beschäftigt. Im Sozialkundeunterricht nahmen sich die Schüler der neunten Klassen des wirtschaftswissenschaftlichen Zweigs anlässlich des Doppeljubiläums „100 Jahre Freistaat“ und „200 Jahre Bayerische Verfassung“ das komplexe Thema vor. „Darüber hinaus gab es einen Kunstworkshop mit der Künstlerin Antje Wichtrey, deren Werke zum Thema Menschenrechte in unserer Schule ausgestellt sind“, erklärt Maisch.

Dies alles seien Teile einer politschen Bildung, die am Meringer Gymnasium stattfinde und noch weiter ausgebaut werde, wenn die Schule ab nächstem Jahr mit den elften Klassen auch eine Oberstufe hat.

Maisch sieht die Schule als eine „Art Schonraum“, in dem sich die Jugendlichen ausprobieren können auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden. „Wie Demokratie funktioniert, das lernen die Schüler beispielsweise schon bei den Wahlen zum Klassensprecher oder wie man sich für dieses Amt aufstellen lässt“, nennt Maisch ein Beispiel. Auch was es bedeutet, wenn man sich in der Schülermitverwaltung (SMV) engagiert, seien erste Erfahrungen in der Arbeit für das Gemeinwesen.

Vor den Landtagswahlen startet das Projekt „Juniorwahl“ im Meringer Gymnasium

Vor den Landtagswahlen startet am Meringer Gymnasium das Projekt „Juniorwahl“. „Hier simulieren wir die Landtagswahl“, erklärt Maisch. Die Juniorwahl ist ein bundesweites Konzept zur politischen Bildung an weiterführenden Schulen. In Bayern nehmen heuer 637 Schulen teil. Lehrkräfte und Schüler werden dabei von der bayerischen landeszentral für politische Bildung und dem Kultusministerium unterstützt, eine realitätsgetreue Wahlsimulation an ihrer Schule zu organisieren und durchzuführen. Dabei beschäftigen sich die Schüler mit Parteien, die zur Wahl antreten. Wer hat welchen Standpunkt zu Themen, die den Schülern wichtig sind? In der Woche vor der Landtagswahl geben die Schüler ihre Stimme im Schulwahllokal ab. Am Abend der Landtagswahl wird auch das Ergebnis der Juniorwahl bekannt gegeben.

Maisch, der Mathematik und Physik unterrichtet, nimmt auch die Naturwissenschaften nicht aus, wenn es um Prävention gegen Rassismus und Diskriminierung geht. „Wer die Grundzusammenhänge erkennt, wer naturwissenschaftliche Grundlagen beherrscht, der lernt auch, kritisch zu hinterfragen.“ So sei etwa die Leugnung des Klimawandels mit wissenschaftlichen Messungen eindeutig widerlegbar.

Alle diese Bausteine ergeben, so Maisch, ein Präventionskonzept, um radikalen Haltungen, sei es religiöser oder politischer Art, entgegenzuwirken. „Denn Rassismus hat an unserer Schule keine Chance“, so Maisch.

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28.09.2018

>> So sei etwa die Leugnung des Klimawandels mit wissenschaftlichen Messungen eindeutig widerlegbar. <<

Drehte sich die Diskussion denn nicht um die Anteile des Menschen am Klimawandel? Und wie erklärt der Lehrer Weinproduktion im Mittelalter auf der großen Insel in der Nordsee?

Dieses merkwürde Beispiel zeigt auch, wie "Rassismus" immer mehr zu einer universalen Kampfformel gegen missliebige Meinungen/Argumente aufgebaut wird.

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28.09.2018

Wie hoch ist der Anteil an geflüchteten Kindern am Gymnasium Mering? Finde ich wenig überzeugend, wenn die Worte hinter den Taten zurückbleiben. Frei nach dem St. Florian Prinzip. "Verschon mein Haus, zünd's andere an.“

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28.09.2018

Sie sollten sich ein Eintreten gegen Rassismus nicht vom linksextremen Spektrum wegnehmen lassen.

Die Befürwortung von Leistungsorientierung, Migrationskontrolle und Staatsgrenzen/Sozialleistungsgrenzen haben überhaupt nichts mit der Hautfarbe zu tun. Wir dürfen uns lieber mit jemandem unterhalten der gutes Deutsch spricht, wir dürfen jederzeit jemand auf Abstand halten der Werte wie z.B. Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Demokratie in Frage stellt.

Mir tun Menschen leid, die mit ihrer Hautfarbe unzufrieden sind.

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