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Hochzeitssaal in Mering

16.12.2016

Hochzeitssaal in Mering bleibt weiter geschlossen

Seit über einem Jahr steht der Hochzeitssaal in Mering leer. Der Veranstalter wartet auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichts.
Bild: Authentic Photography

Unternehmer Ismail Atila darf die Räume auf dem Gelände der Meringer Firma Ludwig noch immer nicht nützen. Bis zur Gerichtsentscheidung weicht er in die Paartalhalle aus.

Einen Veranstaltungssaal für große Feiern mit bis zu 750 Gästen wollte der Unternehmer Ismail Atila in Mering in einer ehemaligen Werkshalle der Firmal Ludwig Leuchten eröffnen (wir berichteten). Vor allem auf türkische Hochzeiten und Firmenfeste ist Palace Veranstaltungen mit diesem Angebot ausgerichtet. Doch nach einigem Hin und Her verweigerte im März das Landratsamt Aichach-Friedberg endgültig die Genehmigung. Atila klagte dagegen vor dem Verwaltungsgericht. Doch noch steht kein Verhandlungstermin fest und im Meringer Hochzeitsaal bleiben Stühle und Tische verhüllt.

Dabei war dort im vergangenen Jahr eigentlich schon der Auftakt für den Brautwalzer erklungen. Mit Ausnahmeerlaubnis fanden die ersten Feiern statt, während das eigentliche Genehmigungsverfahren lief. Prompt hagelte es Beschwerden von den Anwohnern, die sich vor allem durch die ankommenden und spät nachts abfahrenden Gäste gestört fühlten.

Sowohl Veranstalter Atila als auch der Vermieter, die Firma Ludwig, besserten immer wieder nach, um die Auflagen des Landratsamtes beispielsweise beim Brandschutz und beim Lärmschutz zu erfüllen. Doch letztendlich kam die Genehmigungsbehörde zu dem Ergebnis, dass der Hochzeitssaal die geltenden Grenzwerte nicht einhalten kann. Ausschlaggebend ist vor allem der zu erwartende Geräuschpegel am Parkplatz. Unternehmer Atila und sein Anwalt Thomas Kaupa halten die Auffassung des Landratsamtes für anfechtbar. Am 20. Mai haben sie dagegen Klage vor dem Verwaltungsgericht Augsburg eingereicht. Laut Gerichtssprecher Stefan Eiblmaier steht bisher noch kein Verhandlungstermin fest. Dieser solle jedoch voraussichtlich noch irgendwann im ersten Halbjahr 2017 stattfinden.

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Mittlerweile ist es über ein Jahr her, dass die letzten Hochzeitsgäste im Meringer Saal tanzten. Für Atila ist das eine Belastungsprobe. Rund 280000 Euro hat er eigenen Angaben nach in den Ausbau der Halle investiert. Er versucht, seinen Veranstaltungsbetrieb mit Ausweichräumen am Laufen zu halten. Wichtigste Location ist dafür die Kissinger Paartalhalle. An durchschnittlich zwei Wochenenden im Monat ist er hier mit einer Hochzeit oder Firmenfeier vor Ort. Auch mit den neuen Wirten dort habe er sich schnell geeinigt. „Das sind Fachmänner. Mit denen läuft es super!“, sagt der Unternehmer und kündigt an: „Auch wenn es in Mering wieder laufen sollte, werden wir weiter mit der Paartalhalle zusammenarbeiten.“ Von den Anwohnern hat es seiner Aussage nach in Kissing bisher keine Beschwerden gegeben.

Dennoch kann der Saal in Kissing die eigene Halle in Mering nicht ersetzen, weil die Kapazität dort auf 400 Leute begrenzt ist. „Alle größeren Feiern muss ich momenten abweisen“, sagt Ismail Atila. Dabei wäre der Bedarf groß. Im ganzen Augsburger Raum gebe es wenige Örtlichkeiten, die für solche Gästezahlen offiziell zugelassen seien. Für größere Firmen gestalte es sich da als Herausforderung, einen Platz für die interne Weihnachtsfeier zu finden – und für die traditionelle türkische Hochzeit mit über 600 Gästen ebenso.

Der Veranstalter hofft deswegen auf eine möglichst schnelle Gerichtsverhandlung. Er signalisiert, dass er durchaus kompromissbereit wäre, um dem Landratsamt und den Anwohnern entgegen zu kommen und zu einer Lösung zu gelangen. Sehr dankbar ist er indessen der Firma Ludwig als Vermieter, die ihm bisher noch die Stange hält und bei dem Mietvertrag bleibt.

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