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18.03.2009

Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt ...

Kaum bringt der Frühling die lang ersehnten ersten Sonnenstrahlen, bricht in vielen Friedberger Haushalten die Putzwut aus. Um Wohnungen und Häuser auf Hochglanz zu bringen, muss nicht nur Mama den Staubwedel schwingen - auch der Nachwuchs wird häufig mit eingespannt. Da stellt sich die Frage, welche Rolle der traditionelle Frühjahrsputz in unserer stark technisierten Gesellschaft noch spielt. Von Magdalena Steffens und Christine Haf

Von Magdalene Steffens und Christine Haf

Friedberg Kaum bringt der Frühling die lang ersehnten ersten Sonnenstrahlen, bricht in vielen Friedberger Haushalten die Putzwut aus. Um Wohnungen und Häuser auf Hochglanz zu bringen, muss nicht nur Mama den Staubwedel schwingen - auch der Nachwuchs wird häufig mit eingespannt. Da stellt sich die Frage, welche Rolle der traditionelle Frühjahrsputz in unserer stark technisierten Gesellschaft noch spielt.

Viele Jugendliche können mit dem Begriff schon gar nichts mehr anfangen: "Wir haben eine Putzfrau und die macht halt immer sauber", erzählt Jonas Stärk von der Fachoberschule. Sein Freund Philipp Taubert kommt höchstens auf die Idee, seine dicke Decke gegen eine Dünne einzutauschen.

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Die tollen Tage sind vorbei

Die Gardemädchen des ORCC Friedberg nutzen den Frühjahrsputz dazu, Rückstände der Faschingssaison zu beseitigen. Kathlin Wiedenbauer, eine der Tänzerinnen, berichtet: "Ich fühle mich einfach wohler, wenn ich mein Zimmer mal wieder richtig ausgemistet habe." Verena Volgmann ist der Meinung, dass der Frühjahrsputz eher etwas für Hausfrauen ist. Total überzeugt von dieser Tradition ist Daniel Silber: "Ich helfe meiner Mutter immer nach dem Winter, das Haus auf Vordermann zu bringen. Das Weihnachtszeug wird weggeräumt und der Garten rundum erneuert. Für das Ganze brauchen wir meistens ein ganzes Wochenende."

Der Psychologe Dr. Degenhard Offergeld aus Rederzhausen ist der Meinung, dass dieser Brauch sehr wichtig für uns ist. "Der Frühling ist ein Teil des natürlichen Kreislaufs - einmal kräftig ausmisten und putzen sorgt nicht nur für Frischluft im Haus, sondern auch für Frischluft in der Seele."

Werft Altlasten über Bord!

Kurz gesagt: Im Frühling solle man den ganzen Ballast und die Altlasten abwerfen, um sich neuen Dingen zuwenden zu können. Degenhard appelliert an die Jugendlichen: "Beteiligt euch aktiv am Alltag und flüchtet euch nicht in die virtuelle Welt, denn die Realität sieht anders aus. Auch ein nerviger Frühjahrsputz kann eine große Bereicherung für den Charakter sein."

Diesen Wert erkennt auch Renate Mayer, die Organisatorin der Aktion "Saubere Stadt", bei der viele Schüler und Vereine mithelfen, Friedberg fit für den Sommer zu machen. "Es wäre sehr schön, wenn sich noch mehr Jugendliche melden und uns dabei unterstützen." Also nichts wie ran an den Putzlappen!

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