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Schule in Mering

19.12.2018

Junge Legobauer aus Mering forschen auf dem Mond

Das Mering Mission Moon-Team mit Lehrerin Uschi Herb als Projektcoach hier vor seinem preisgekrönten Legomodell (2) Drittklässler Frederik beim Programmieren am Laptop.
Bild: Heike John

Ein sechsköpfiges Team der Ambérieuschule holt beim Legowettbewerb in Augsburg einen Preis. Warum die Meringer Mission ein Baufieber bei den Schülern auslösen könnte .

Frederik will Astronaut werden, das ist für den Drittklässler schon lange klar. Seit er mit einer Gruppe von Schülern der Ambérieuschule an der „First Lego League Junior“ teilnehmen konnte, ist er noch mehr von seinem Berufswunsch überzeugt. Hinter dem etwas komplizierten Projektnamen verbirgt sich ein Forschungs- und Roboterprogramm, das es schon seit 30 Jahren gibt und das aus Amerika kommt, so informiert Uschi Herb. „Augsburg war in diesem Jahr zum ersten Mal dabei und wir auch.“

Gleich nach den Herbstferien scharte die Lehrerin ein sechsköpfiges Team von Forschern aus verschiedenen Klassen um sich. Die gestellte Aufgabe lautete „Leben und Arbeiten auf dem Mond“. Im Laufe der Wochen entwickelten sich die Kinder zu wahren Lego-Experten und nannten sich fortan „Mering Mission Moon“. In ihren Schul-T-Shirts mit eigens kreierten Mondmission-Logo auf der Rückseite stellten sie nun ihr preisgekröntes Projekt den Mitschülern vor. Statt der morgendlichen Adventsstunde in der Aula kamen die Schüler aller Klassen zusammen, um das rund einen Quadratmeter große Legomodell zu bestaunen und sich an einer Infowand mit Lernpostern näher mit dem Projekt zu befassen.

Meringer gewinnen Preis mit Mondstation aus Lego

Und da streckten die Schüler im Stuhlkreis die Köpfe, um einen Blick auf das hochtechnisierte Klötzchenparadies zu erhaschen. May Vien, Maxi, Nathalie, Sascha, Frederik und Maximilian bauten eine Mondstation, um ein Jahr auf dem Mond leben zu können. „Wir sind das Forscherteam mit Schülern aus der zweiten, dritten und vierten Klasse“, stellte May Vien die Gruppe vor.

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„Wir haben Bücher gewälzt, Texte gelesen und Filme geschaut“, so wurden den Mitschülern die umfangreichen Vorbereitungen erklärt. Spannend machten es die jungen Forscher und zählten den Countdown von 10 bis 0, bis sie ihr filigranes Objekt in Bewegung setzten. Denn zwei der Modelle bewegen sich und mussten dafür eigens programmiert werden. „Ich connecte jetzt den Bohrer“, kündigte Maxi fachmännisch an und machte sie am Laptop zu schaffen. Auf der Suche nach Sauerstoff bohrt der Bohrer die Staubschicht auf dem Mond, das sogenannte Regolith, auf, so erfuhren die Zuhörer. Wenn er etwas gefunden hat, stoppt er und gibt ein Signal. Genau erklärten die jungen Forscher, wie sie mit Hilfe ihrer Lehrerin auch das Mondauto programmierten, das zur Rakete fährt, den Sauerstoff transportiert.

Wettbewerb soll Schüler für  Wissenschaft und Technik begeistern

Ziel des in ganz Zentraleuropa durchgeführten Projektwettbewerbs ist es, Kinder und Jugendliche für Wissenschaft und Technik zu begeistern. Damit sollen die Schüler einen spielerischen Zugang zu den sogenannten MINT-Fächern, also den Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik erhalten. Der Forscherdrang der Ambérieuschüler wurde auf jeden Fall geweckt. Die beiden Mädchen der Gruppe setzten sich dafür ein, dass auch Pflanzen und Bäume in ihrem Modell einen Platz finden. „Dafür bauten wir auch extra ein Glashaus, um sie wie die Rose im kleinen Prinzen vor äußeren Einflüssen zu schützen“, erklärte Nathalie.

Beim Konstruieren wurde viel diskutiert und es brauchte auch Geduld, um trotz kleinerer Misserfolge immer wieder weiterzumachen. „Auch wenn das mühsam Stein auf Stein gebaute Gewächshaus mal zusammenbrach oder der Motor zuviel Kraft hatte und die kleinen Steinchen aus der Verankerung riss, verzagte die Gruppe nicht“, so zeigt sich Uschi Herb stolz auf das Durchhaltevermögen ihre Schüler. „Die Ambérieuschule war die einzige staatliche Schule aus ganz Schwaben, die teilnahm“, informiert Schulleiterin Susanne Geiger.

Angetreten waren zudem eine Privatschule und zwei Privatteams. Dass die Schüler mit einem Preis heimgehen konnten, motiviert sie natürlich noch mehr, weiterzuforschen. Und es könnte durchaus sein, dass sich andere Schüler vom Legofieber des jungen Teams anstecken lassen und jetzt in den Weihnachtsferien eifrig mit den bunten Steinen experimentieren. „Wenn ihr etwas gebaut habt, das sich bewegt, könnt ihr es dann auch gerne hier in unserer Schule vorstellen“, so stachelt die Schulleiterin den Forscherdrang ihrer Schüler an.

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