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Jubiläum

25.07.2017

Kleintierzüchter setzen auf Jugendarbeit

Daniel Köpke dankte Christine Henni für ihr Engagement.
Bild: Oliver Schmidt

Meringer Verein blickt beim Festakt in der Waldgaststätte Friedenau auf 75 Jahre zurück und hat sich viel vorgenommen

75 Jahre gibt es nun den Kleintierzuchtverein Mering. Das wurde am Wochenende in der Waldgaststätte Friedenau mit vielen Mitgliedern und Ehrengästen gefeiert. Bei einem Sektempfang wurde jeder Gast persönlich begrüßt und erhielt eine Vereinschronik, so wie einen eigens für dieses Ereignis entworfenen Wimpel.

Vorsitzender Daniel Köpke eröffnete den Abend mit seiner Festansprache. Matthäus Bauernfeind, Vorsitzender der Rassegeflügelzüchter im Kreisverband Augsburg, freute sich in seinem Grußwort, dass in Mering so viele dem „Virus“ Kleintierzucht verfallen sind. Er wünschte den Züchtern viel Erfolg bei der am 4. und 5. November stattfindenden Jubiläumsschau. Als Präsent überreichte er zwei Landesverbandspreise, einen Ehrenteller vom Kreisverband und einen finanziellen Zuschuss, den der Verein als Preisgeld ausschütten kann. Die Ehrung von Martin Steber, der auf der Bayerischen Landesschau 2016 mit seinen Federfüssigen Zwerghühnern bayerischer Meister geworden war, musste ausfallen, da Steber sich im Urlaub befand.

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler richtete seinen besonderen Dank an Christine Henni, die als „Gute Seele“ des Meringer Kleintierzuchtvereins die Fäden im Hintergrund zieht und deren unermüdlichem Engagement diese Feierlichkeit zu verdanken sei. Auch bedanke er sich bei den anwesenden ehemaligen Vorsitzenden Anton Sumperl und Max Göschl, die wissen, was es heißt, einen Verein zu führen und ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist. Die Gründung des Vereins war 1942, also mitten im Zweiten Weltkrieg, wofür Bürgermeister Kandler seine Anerkennung aussprach und großen Respekt zollte. Als ganz besonders wichtig sieht Kandler die Weitergabe dieses Hobbys an die Jugend. Nur das kann den Verein langfristig in die Zukunft führen.

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Auch die Stellvertretende Landrätin des Landkreises Augsburg, Anni Fries, gratulierte zum Jubiläum. Die 75 Jahre stehen für einen hohen Stellenwert, den die Kleintierzucht in Mering hat und die Mitglieder seit Generationen zusammenhält. Kleintiere zu halten, ist gelebter Artenschutz, erklärte Fries, die daheim selbst 200 Rinder zu versorgen hat und weiß, was es bedeutet Tiere zu halten.

Gerald Fröse, Bezirksvorsitzender der schwäbischen Rassekaninchenzüchter und Vorsitzender des Kreisverbands Augsburg der Rassekaninchenzüchter, stellte fest, dass die Gründung des Vereins nicht ausschließlich der Liebe zum Tier galt, sondern auch zur Ernährung beitragen sollte. Ein paar wenigen mutigen Züchtern sei Dank, dass auch andere Rassen diese Zeit des Zweiten Weltkrieges überlebt haben. Heutzutage haben viele Menschen keine Zeit mehr für ein solches Hobby, das viel Arbeit macht und Geld kostet. Deshalb ist es umso wichtiger, die Jugend zu fördern und für die Kaninchenzucht zu begeistern, was heute auch fast nur noch in Zuchtanlagen möglich ist. Wer hat daheim noch den nötigen Platz und wenn dieser vorhanden ist, missfällt manchmal dem Nachbarn die Haltung von Kaninchen oder das Krähen eines Hahns. Dass Bürgermeister Kandler den Meringer Kleintierzüchtern die Nutzung der Mehrzweckhalle auf Jahre im Voraus zugesichert hat, ist nicht selbstverständlich und besonders lobenswert.

Christine Henni trat an Mikrofon, um eine Geschichte der „Züchterfrau“ vorzutragen, die oft ungewollt mit in das Hobby des Mannes eingespannt wird. Trotz der Nachteile, nicht in den Urlaub fahren zu können und den Ehemann mit all seinen Aufgaben und Pflichten teilen zu müssen, übernehme sie auch noch Aufgaben im Verein. Zuchtbuchführung, Kassiererin oder die Verköstigung der Gäste bei den Ausstellungen sind so gar keine Männeraufgaben, schmunzelt Henni. Deshalb gilt ihr ganz besonderer Dank allen Züchterfrauen, denen sie ein Blumengesteck überreichte.

Zum Abschluss fanden die Ehrungen statt. Thomas Huber wurde für seine 55-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt. Mit seinen Tauben ist er über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Albert Janker, der ebenfalls Tauben züchtet, eine Zeit lang 2. Vorsitzender im Verein war und immer beim Auf- und Abbau der Vereinsausstellung hilft, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Er konnte diese Ehrung nicht persönlich entgegennehmen.

Um die Finanzen kümmert sich Helmut Glas, der aber auch schon seit 34 Jahren die Kaninchen im Verein tätowiert und sich wie kein anderer um die Halle bei der Vereinsausstellung sorgt. Auch ihm gebührte eine besondere Anerkennung. Zum Schluss überreichte Daniel Köpke an Christine Henni einen Blumenstrauß für ihr unermüdliches Engagement.

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