Newsticker

Corona-Pandemie verschlechtert weltweite Ernährungslage
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Kreisverwaltung soll über Kultur ins Kreisgut ziehen

Aichach-Friedberg

18.06.2009

Kreisverwaltung soll über Kultur ins Kreisgut ziehen

Im Dachgeschoss über und neben dem ehemaligen Kuhstall im Kreuzgratgewölbe ziehen Mitarbeiter der Kreisverwaltung ein. Das Aichacher Landratsamt soll eine Außenstelle im ehemaligen Kreisgut am Plattenberg bekommen - Kostenschätzung: bis zu 3,2 Millionen Euro. Von Christian Lichtenstern

Aichach-Friedberg Im Dachgeschoss über und neben dem ehemaligen Kuhstall im Kreuzgratgewölbe ziehen Mitarbeiter der Kreisverwaltung ein. Das Aichacher Landratsamt soll eine Außenstelle im ehemaligen Kreisgut am Plattenberg bekommen - Kostenschätzung: bis zu 3,2 Millionen Euro.

Die Mitglieder von Kreis- und Kreisbauausschuss waren sich in einer gemeinsamen Sitzung einig und trafen eine Grundsatzentscheidung. Die kulturelle Nutzung des denkmalgeschützten Gewölbes (derzeit vor allem durch Ausstellungen des Kunstvereins) soll sich durch ein Foyer, Toiletten und Bewirtungsmöglichkeit deutlich verbessern. Und: Im Umgriff des Kreisguts soll der Kreis deutlich mehr Flächen als Reserve behalten als bislang vorgesehen - das ist der Wunsch von Kreisräten aus allen Lagern.

Wie mehrmals berichtet, planen Kreis und Stadt das letzte Tafelsilber des Wittelsbacher Landes westlich der B 300 für ein Wohnbaugebiet auf. Rund 70 Bauplätze wären auf dem Areal zwischen den "Blauen Häusern" und der Wertstoffsammelstelle möglich.

Kreisverwaltung soll über Kultur ins Kreisgut ziehen

Schon bis zur Sommerpause sollen Ausschüsse und Kreistag Nägel mit Köpfen machen. Die Zeit drängt nämlich: Der Landkreis hat für die energetische Sanierung des historischen Gebäudes eine Förderzusage von rund 800 000 Euro aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung in der Tasche. Dazu muss das Projekt aber so schnell wie möglich angegangen und bis 2011 fertiggestellt und abgerechnet sein.

Katrin Müllegger-Steiger (Grüne) fühlte sich da ein wenig an die Abwrackprämie für Autos erinnert: "Wir bekommen Geld, darum bauen wir etwas." Landrat Christian Knauer ( CSU) wollte dem nicht widersprechen: "Sie haben es auf den Punkt gebracht. Aber das ist auch das Ziel des Staates: Es werden Investitionen der Kommunen angeregt, die sonst ausgeblieben wären", betonte er.

Ohne Zuschuss würde der Landkreis das Kreisgut nicht so schnell anpacken - da waren sich die Räte einig. Wer A sagt, muss aber auch B sagen - da bestand ebenfalls weitgehend Konsens. Mit dem Zuschussantrag für das ehemalige landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude habe der Landkreis eine Absichtserklärung abgegeben, auch wenn es dabei an die finanzielle Schmerzgrenze gehe. Jetzt einen Rückzieher zu machen, sei weder sinnvoll noch vertretbar.

Vor allem, weil die Landkreisverwaltung die Zweigstelle dringend gebrauchen kann. Das Landratsamt platzt aus allen Nähten, Teile der Verwaltung sind derzeit in neun Außenstellen verteilt (siehe Infoartikel). Mit der Entscheidung für das Kreisgut "zementieren wir aber auch die Zweihäusigkeit der Verwaltung", machte Landrat Knauer beim Ortstermin der Ausschüsse am Plattenberg deutlich. Die in den 90er-Jahren angedachte Erweiterung des bestehenden Landratsamtes mit der Überbauung der Parkplätze auf Stelzen werde somit hinfällig.

Damit hatten die Kreisräte aber gar kein Problem - eher im Gegenteil. Der Kissinger Bürgermeister Manfred Wolf (SPD) stellte die "provokante Frage", ob der Betonskelettbau an der Münchner Straße überhaupt eine Zukunft habe. Eine energietechnische Sanierung der Gebäudehülle würde insgesamt vier Millionen Euro kosten, so die Verwaltung. Wäre es da mittelfristig nicht besser, das Gebäude zu verkaufen und die Verwaltung am Kreisgut in einem Neubau zu konzentrieren, wagte Wolf ein "Ideen-Feuerwerk".

Ein Teil der Flächen soll nicht als Bauland veräußert werden

So weit wollten die Kollegen zwar nicht gehen. Mehrfach wurde allerdings gefordert, dass der Kreis einen Teil der Flächen um das Kreisgut für die Zukunft zurückbehält und nicht als Bauland veräußert. Jederzeit möglich, so Knauer: "Wir können das abschnittweise machen." Rupert Reitberger (CSU), seit 1966 im Kreistag, erinnerte an die Geschichte des Kreisguts und warnte davor, alte Fehler zu wiederholen: "Wir hätten die alte Berufsschule an der Steubstraße niemals aus der Hand geben dürfen."

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren