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Jubiläum

17.04.2019

Leukämie: Jugendliche der BOS Friedberg retten Leben

In der Deutschen Knochenmarkspenderdatei sind über 2200 ehemalige und aktuelle Schüler und Lehrer der Friedberger FOS registiert.
Bild: dpa, Oliver Killig

Seit zehn Jahren unterstützt die Berufliche Oberschule Friedberg die Knochenmarkspenderkartei. Über 2200 Menschen konnten so bereits typisiert werden.

Unter dem Leitmotiv „Helfen ist mehr als nur ein Gefühl der Solidarität“ fand zum zehnten Mal an der Beruflichen Oberschule Friedberg eine Typisierungsaktion durch die Deutsche Knochenmarkspenderdatei GmbH (DKMS) statt. Dabei geht es darum, potenzielle Knochenmarkspender für Menschen zu finden, die an Leukämie erkrankt sind.

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Leukämie: 2010 erstmals Schüler aus Friedberg typisiert

Leukämie als Sammelbegriff steht für eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks bzw. des blutbildenden Systems, bei der die normale Blutbildung durch die unkontrollierte Vermehrung von bösartigen Blutzellen gestört ist. Im Jahr 2010 hatten die Religionslehrer Dr. Zvjezdan Strika und Winfried Off die Aktion gestartet. Damals wurden über 230 Schüler typisiert.

Der große Erfolg bestärkte die Lehrkräfte, diese Aktion auch im nächsten Jahr wieder durchzuführen. Aus Spontanität wuchs eine Tradition, die vom gesamten Lehrerkollegium getragen wird. Anlässlich des zehnten Jubiläums wurde eine kleine Ausstellung organisiert, die einen Überblick über die bisherigen Aktionen vermitteln soll.

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Friedberger Schüler: 18 Stammzellenspenden gegen Leukämie

Die starke Verbundenheit der ganzen Schulfamilie mit den Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind, drückt sich in beachtlichen Zahlen aus: In den ersten neun Jahren ließen sich 2054 Schüler und Lehrer typisieren. Bei der diesjährigen Aktion kamen noch 193 dazu. Durch das Engagement der Beruflichen Oberschule wurden bis 2018 im Landkreis Aichach-Friedberg zehn Prozent der Bewohner typisiert, 18 Schüler haben bereits Stammzellen gespendet.

„Diese Bereitschaft ermutigt uns, jedes Jahr aufs Neue weiter zu machen“, sagt Zvjezdan Strika, denn: „Mit diesen Aktionen setzen Schüler und Lehrer ein Zeichen der Solidarität in unserer Gesellschaft und leisten einen aktiven Beitrag im Kampf gegen Leukämie.“ Wie das in funktioniert, erklärt das Infoblatt der DKMS: Mit 17 Jahren kann sich jeder registrieren lassen, mit 18 ist der potenzielle Spender aktiv in die Datei aufgenommen und kann Stammzellen spenden.

Jedes Jahr erkranken 12.000 Menschen in Deutschland an Leukämie

Die Registrierung ist freiwillig und die Schüler wurden im Religions- und Ethikunterricht mit dem Thema vertraut gemacht. Dass es nichts an Brisanz verloren hat, zeigen die Zahlen: Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 12.000 Menschen an Leukämie, darunter viele Kinder und Jugendliche, die ohne eine Stammzellenspende kaum eine Überlebenschance haben.

Die Schüler der zwölften Klasse an der BOS setzen sich seit Jahren mit diesem Thema auseinander. Ihre Motive differieren, einige erleben in der Familie einen Schicksalsschlag, andere im Freundeskreis, dritte in der Nachbarschaft.

Alle haben aber etwas gemeinsam: Sie wollen helfen und sie setzen mit ihrem Einsatz ein Zeichen, dass sie die Krankheit gemeinsam besiegen möchten. Auf diese Weise wird ein Gefühl der solidarischen Verbindung zwischen Schülern und Patienten vermittelt, denn mit einem geringen Aufwand lässt sich Großes bewirken: einem Menschen eine zweite Chance zu geben. (FA)

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