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Mering

19.02.2021

Mering sagt Dauerparkern im Gewerbegebiet den Kampf an

An den Seitenstreifen geparkte LKWs, Wohnwägen oder Hänger wie hier in der Holzgartenstraße in Mering sollen künftig tagsüber nur noch zeitlich begrenzt parken dürfen.
Bild: Heike John

Plus Durch eine zeitliche Begrenzung der Parkdauer will die Marktgemeinde künftig zugeparkte Seitenstreifen verhindern. Um welche Straßen es geht.

Das dauerhafte ordnungswidrige Abstellen von Wohnwägen, Wohnmobilen und sonstigen Anhängern in drei Straßenzügen im Meringer Gewerbegebiet entwickelt sich immer mehr zum Problem. Aus jahrelanger Erfahrung heraus lässt sich dieses jedoch nicht durch die Verkehrsüberwachung lösen, hieß es im Bau- und Planungsausschuss. Darum brachte die Gemeindeverwaltung nun den Vorschlag, sämtliche Seitenstreifen und Parkbuchten dort nur noch für Pkws zum Parken freizugeben.

Es geht um den Bereich der Lechstraße, der Holzgartenstraße und der Flößerstraße. Grundsätzlich sei es erlaubt, Wohnwägen und sonstige Anhänger bis zu 14 Tage und dies wiederholt ohne Zugfahrzeuge am Straßenrand abzustellen. Für Wohnmobile gibt es zudem gar keine zeitliche Beschränkung. Oft würden diese Anhänger aber nur zu Werbezwecken dauerhaft geparkt, so erläuterte Bürgermeister Florian Mayer.

Dauerparker wenden in Mering einen Trick an

Eine rechtlich korrekte Verfolgung dieser Ordnungswidrigkeit durch die Verkehrsüberwachung sei in den meisten Fällen unmöglich. Denn oft wenden die Besitzer einen Trick an. Sie verschieben Wohnwägen und Anhänger nur wenige Zentimeter, ohne dass sie an ein Fahrzeug angehängt, geschweige denn über eine längere Strecke bewegt werden. Dieses Vorgehen habe bereits in vielen Ortsstraßen in Mering Schule gemacht. Bei einer geänderten Ausschilderung und Reduzierung auf eine Fahrzeugart lasse sich diese Problematik auflösen und dadurch könnten auch wieder freie Parkplätze geschaffen werden, so zeigt sich die Verwaltung überzeugt.

Die vorgeschlagene Beschränkung nur für Pkws stieß bei der Mehrzahl der Bauausschussmitglieder jedoch nicht auf Zustimmung. Die Stellplätze an den Seitenstreifen im Gewerbegebiet seien ja fürs Gewerbe geschaffen worden, da könne man schlecht die LKWs außen vor lassen, gab der CSU-Fraktionsvorsitzender Georg Resch zu bedenken. Er schlug ein zeitlich befristetes Halteverbot vor. Zustimmung fand er bei Stefan Kratzer (Grüne). „Man muss dem Lieferverkehr ja Möglichkeiten geben zu parken, sonst verschiebt man das Problem nur“, zeigte dieser sich überzeugt und war ebenfalls dafür, den Missstand über die Parkdauer zu regeln.

Eine Beschränkung auf Autos stieß im Gremium auf wenig Zustimmung. Immerhin muss der Lieferverkehr eine Parkmöglichkeit haben.
Bild: Heike John

Konkret äußerte sich Wolfgang Bachmeir (SPD, Parteifrei) und schlug im Zeitraum von 6 bis 22 Uhr eine Begrenzung der Parkdauer von maximal zwei Stunden vor. Richtig verärgert über Wohnwagen und Wohnmobilbesitzer, die sich die Gebühren für einen festen Standplatz sparen, äußerte sich Irmgard Singer-Prochazka (SPD). „Gleich um die Ecke an der Friedenaustraße gibt es einen großen Stellplatz, aber der muss halt bezahlt werden.“ Das Hauptproblem seien tatsächlich Anhänger und Wohnwagen, nicht die LKWs, schilderte Paul Kuhnert (UWG) seine Beobachtungen. Und Karl-Heinz Brunner (CSU) ergänzte, dass vielmehr die LKWs selbst ein Parkproblem hätten, da die Parkbuchten alle von Wohnwagen und Hängern zugestellt seien. Oftmals parkten die Lastwagen deshalb schon am Straßenrand neben der Wiese. „Wenn diese Grundstücke an der Holzgartenstraße irgendwann bebaut werden, wo sollen die sich dann noch hinstellen?“, fragt er in die Runde.

Lastwagenfahrer sollen weiterhin nachts Parkmöglichkeiten haben

Kratzer plädierte dafür, die Entscheidung zu vertagen und ein vernünftiges Parkkonzept für den Bereich der Lechstraße, der Holzgartenstraße und der Flößerstraße zu erarbeiten. Schließlich müssten die Leute, die dort arbeiten, auch Parkmöglichkeiten haben. Bürgermeister Mayer schlug die Schaffung verschiedener Kurz- und Langparkzonen vor, doch Resch warnte vor einem Riesenschilderwald.

Schließlich fasst der Bauausschuss folgenden Entschluss: Sämtliche Seitenstreifen werden tagsüber zwischen 6 und 20 Uhr mit zeitlich befristeten Parkmöglichkeiten von drei Stunden freigegeben. Damit gebe man LKW-Fahrern die Möglichkeit, nachts stehen zu bleiben. Die zuständige örtliche Straßenverkehrsbehörde wird nun angewiesen, eine entsprechende Anordnung zu erstellen. Mayer äußerte jedoch die Befürchtung, dass durch diese Maßnahme die Wohnmobile, Wohnwägen und Hänger künftig einfach in nahegelegenen Seitenstraßen abgestellt werden und dort für neue Probleme sorgen. Darum mache es Sinn, die Folgewirkung der beschlossenen Maßnahme zu beobachten und abzuwägen.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Wohnmobile am Straßenrand: Park-Ärgernis für andere Autofahrer

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