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Mering

21.03.2020

Papiertheater Mering: Kreative Ideen während der Corona-Krise

Auch in der Corona-Krise will Opernhaus-Intendant Benno Mitschka nicht einfach die Hände in den Schoß legen, sondern die Opernarbeit auch in den kommenden Wochen fortsetzen.
Bild: Christine Hornischer

Plus Das Meringer Opernhaus hat geschlossen. Wie man trotzdem in den Genuss einer Aufführungen kommen kann und an welchen Projekten die Macher arbeiten.

Der Theaterbetrieb im Meringer Papiertheater „Multum in Parvo“ (MiP) wurde schon längst eingestellt. Bis zum 19. April sind alle geplanten Vorstellungen abgesagt. Die beiden Theaterleute Christine Schenk und ihr Mann Benno Mitschka sind zwar gesund und das kleine Opernhaus fasst weniger als 100 Zuschauer, aber sie sind sich ihrer Verantwortung sehr bewusst. „Wir wollen nicht schuld daran sein, dass sich auch nur ein Zuschauer möglicherweise bei uns anstecken könnte“, sagen sie unisono.

Eine Rieseneinbuße für die beiden bedeuten die Auswirkungen der Corona-Krise auf jeden Fall. Das MiP ist nur ein Beispiel für all die privat finanzierten Theater in unserem Landkreis. Christine Schenk bestätigt einen Trend, der momentan in der Theaterszene auszumachen ist: „Wir schauen in die Zukunft. Nach der Krise machen wir gestärkt weiter.“ Benno Mitschka gibt den Grund für die frühe Schließung an: „Einmal haben die Bundes- und Landesregierungen Empfehlungen ausgesprochen, derzeit alle sozialen Kontakte – soweit möglich – einzuschränken, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.“ Zum anderen blickt der studierte Germanist und Theaterwissenschaftler auch auf die dramatischen Entwicklungen in den Nachbarländern. Das Künstlerehepaar will in diesen schwierigen Zeiten keinerlei Risiko für ihre Gäste eingehen. „Vielleicht können wir so unseren Beitrag dazu leisten, die Anzahl der Neuerkrankungen etwas abzuflachen“, hofft Christine Schenk.

Das Meringer Papiertheater Multum in Parvo verzaubert und führt mit einfachsten Mitteln in eine Welt der Fantasie, hier das Stück Hänsel und Gretel.
Bild: Christine Hornischer

Gäste in Mering zeigen Verständnis für Schließung

Froh stimmt sie die Tatsache, dass alle Gäste großes Verständnis für die Entscheidung, die den Theaterleuten wirklich nicht leichtgefallen ist, gezeigt haben. „Mehrere Gäste haben sogar gesagt, sie wollen das Geld nicht zurück, wir sollen es als kleine Unterstützung betrachten“, erzählt die gebürtige Crailsheimerin. „Trotzdem war es eine wahre Mammutaufgabe, alle Gäste, die bereits gebucht hatten, zu informieren“, sagt Schenk. Manche seien sogar froh gewesen, dass ihnen die Entscheidung abgenommen worden war. Sie wären zwar ins MiP gekommen, um ihre Solidarität zu zeigen, aber sie hätten kein gutes Gefühl gehabt. „Wir haben sehr viele ältere Gäste“, überlegt Schenk. Und weiter: „Da war das die einzige mögliche Entscheidung.“

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Dass dieser Schritt mit ganz erheblichen finanziellen Einbußen verbunden ist, versteht sich von selbst, denn das Opernhaus finanziert sich nur aus den verkauften Karten. Aber es geht weiter. „Auch in der Corona-Krise werden wir nicht einfach die Hände in den Schoß legen und abwarten, sondern wir werden unsere Opernarbeit auch in den kommenden Wochen fortsetzen“, blickt Benno Mitschka in die nähere Zukunft.

Meringer Papiertheater: Aufführung im Netz geplant

So soll es beispielsweise einen Bistro-Betrieb im Anschluss an die Opern-Aufführungen geben. „Da sind wir momentan fleißig am Kochen und Probieren“, verrät Christine Schenk. „Außerdem planen wir, eine komplette Opernaufführung von uns aufzuzeichnen und als ,Video-on-Demand‘-Angebot im Netz zur Verfügung zu stellen“, verrät Benno Mitschka.

Auch überlegen die beiden Opernhaus-Intendanten, wie sie den Vorführraum vergrößern und verschönern können. Jammern und sich selbst bemitleiden kommt für Christine Schenk und Benno Mitschka nicht infrage. „Wir bereiten viel Neues vor und werden die uns auferlegte Pause kreativ dafür nutzen.“

Bereits gekaufte Tickets können gerne auf eine Aufführung zu einem späteren Zeitpunkt umgebucht werden, oder der bereits bezahlte Betrag für die abgesagte Vorstellung wird zurückerstattet.

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