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Umwelt in Friedberg

31.03.2017

Selbst die Kleinen packen mit an

Gerüstet mit Müllsack, Warnweste, Handschuhen und viel Enthusiasmus machen sich die neun Kinder der 1 a auf den Weg durch die Friedberger Straßen.
Bild:  Elisa Glöckner

Die Aktion „Saubere Stadt“ läuft heuer zum 15. Mal. Auch Vinzenz-Pallotti-Schüler helfen mit. Was die Kinder dabei lernen.

Lucija zieht eine Grimasse. „Igitt“, ruft sie und hebt einen Zigarettenstummel vom Boden auf. Die Siebenjährige betrachtet ihn mit Ekel, hält ihn fragend in die Luft. „Wirf ihn in den Sack“, gibt Magdalena Schröders zurück. Lucija folgt den Anweisungen ihrer Lehrkraft.

Lucija ist eines von vielen Kindern der Vinzenz-Pallotti-Schule, die bei der Aufräumaktion „Saubere Stadt“ mit anpacken. Das Ziel des Projekts ist simpel: Friedberg soll weitgehend von Müll befreit werden. Bereits zum 15. Mal helfen Schulen und Kindergärten, Vereine und Privatpersonen beim großen Friedberger Frühjahrsputz. Das Förderzentrum war von Anfang an mit von der Partie.

Die neun Kinder der Klasse 1 a wuseln sich unter der Obhut der beiden Lehrerinnen, Friederika Fink und Magdalena Schröders, durch das Gebüsch. Ein Reinigungs-Konzept gibt es nicht. „Der Weg ist das Ziel“, sagt Schröders und lacht. Papierreste, Kaugummis, sogar eine Schraube sammeln die Kinder vom Boden. Glasscherben lassen sie liegen. „Die sind gefährlich“, mahnt die Lehrerin.

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Die Menschen sollten ihren Abfall nicht einfach auf die Straße werfen, sondern ordnungsgemäß entsorgen, findet Cadie. Freundin Lucija stimmt zu und nickt. Friedberg sei dreckig, betont die Schülerin. „In jeder Ecke liegt irgendwas, das da nicht hingehört.“ Auf die Frage, ob sie in letzter Zeit in Augsburg zu Besuch gewesen sei, schüttelt die Siebenjährige den Kopf. „Trotzdem. Wir wollen eine saubere Stadt. Der Dreck muss weg“, fordert sie.

Auch die beiden Lehrerinnen halten viel von der Aktion. „Die Kinder sind jedes Jahr mit Begeisterung dabei“, so Friederika Fink. Die Klassenleiterin der 1 a sieht vor allem den pädagogischen Sinn dahinter: „Die Kinder lernen, dass Müll in den Müll und nicht auf die Straße gehört.“ Sie würden zur Sauberkeit erzogen und bekämen ein Gespür für Umweltbewusstsein. Kollegin Schröders teilt diese Ansicht. „Die Kinder sind an der frischen Luft, bewegen sich und lernen zudem noch die Umgebung kennen“, fügt sie hinzu. Schließlich hätten die meisten Erstklässler bisher keine Gelegenheit gehabt, sich mit dem Areal vertraut zu machen. „Einfach ein tolles Projekt“, freut sie sich. Obwohl es schon erstaunlich sei, wie viel Müll auf den Straßen liegt.

Allein im letztes Jahr haben rund 1300 Helfer über vier Tonnen Unrat zusammengetragen. Diese Menge finden selbst die Kleinen schockierend. Ausgestattet mit Sicherheitswesten, Handschuhen und einer Handvoll Müllbeuteln kämpfen sie sich weiter durch das Wohngebiet im Friedberger Osten. Ob ihnen das Suchen und Sammeln gefällt? Serhat lächelt. Es mache ihm Spaß, bekräftigt der Sechsjährige. Und Cadie? „Irgendjemand muss es ja tun“, sagt sie und hebt die Schultern.

Nach etwa 30 Minuten und schier Abertausenden von Zigarettenstummeln erreicht die Klasse die Schule. Sie ist die Endstation. „Sind wir schon fertig?“, fragt Alexej. Er klingt ein bisschen enttäuscht. Andere sind dagegen froh, den Rundgang hinter sich zu haben. Denn als Belohnung winken Brezen und Freigetränke. Nur bei einem sind sich die Kinder einig: Rauchen wird später wohl niemand.

In diesem Jahr feiert das Umweltprojekt „Saubere Stadt“ 15-jähriges Bestehen. Ins Leben gerufen haben es Franz und Martha Reißner von den Bürgern für Friedberg. Seit elf Jahren obliegt Renate Mayer die Organisation der beiden Aktionstage. Während sich freitags Kindergärten und Schulen um den großen Frühjahrsputz kümmern, sammeln samstags Vereine, Gruppen und Privatpersonen Müll für ein sauberes Friedberg.

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