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09.05.2016

Sicher im Straßenverkehr nach deutschen Regeln

Kinder und Erwachsene haben viel gelernt beim Verkehrssicherheitstraining mit dem ehemaligen TÜV-Sachverständigen Josef Mauser.
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Kinder und Erwachsene haben viel gelernt beim Verkehrssicherheitstraining mit dem ehemaligen TÜV-Sachverständigen Josef Mauser.

Ein ehemaliger TÜV-Sachverständiger schult Flüchtlinge in Unterbergen. „Zebrastreifen“ ist ein Lieblingswort

Die Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan und Somalia, die seit Mai letzten Jahres in Unterbergen im Reselehof wohnen, nutzen für ihre Auswärtstermine oder Einkäufe größtenteils öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Um auf die Hauptstraße zu den naheliegenden Orten zu gelangen, müssen die Radfahrer eine gefährliche Kreuzung überqueren. Deshalb haben besorgte Unterberger Bürger den Helferkreis mehrfach darauf angesprochen, dass das Verkehrsverhalten der Flüchtlinge ziemlich riskant sei und die Kinder auf den Fahrrädern völlig unbesorgt durchs Dorf flitzen.

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Da traf es sich gut, dass der ehemalige TÜV-Sachverständige Josef Mauser aus Schmiechen schon vor einigen Monaten angeboten hatte, eine Sicherheitsschulung mit Theorie und Praxis mit den Asylbewerbern durchzuführen, sobald diese etwas besser Deutsch können.

Der Fachmann rückte, ausgerüstet mit großzügiger Technik und Lehrmaterial, das von der Fahrschule Dosch zur Verfügung gestellt wurde, in Unterbergen zur Verkehrssicherheitsschulung an. An der theoretischen Schulung im Feuerwehrhaus in Unterbergen nahmen sieben Kinder und zwei Erwachsene teil. Auf dem Programm standen hauptsächlich deutsche Verkehrsschilder und ihre Bedeutung sowie Situationen und das entsprechende Verhalten im Straßenverkehr.

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Unterstützt wurde der Verkehrsexperte von drei Helferinnen aus dem Helferkreis. Ein Übersetzer war nicht mehr nötig. Die Kinder verstehen zwischenzeitlich ausreichend Deutsch und waren mit Begeisterung selbst beim Theorieteil dabei.

Hier konnten sie zeigen, was sie bereits in der Schule und bei der Polizei in Friedberg gelernt hatten. „Zebrastreifen“ wurde gleich zum Lieblingswort und „Siehst du Brust oder Rücken, musst du auf die Bremse drücken“ kam ihnen bereits ganz flüssig über die Lippen. Schon nach einer knappen Stunde konnte man sehen, was die Kinder an Wissen über Sicherheit und Technik erworben hatten. Da war sogar der ehemalige TÜV-Angestellte Mauser verblüfft: „Die großen Mädchen sind schon so fit, dass es fast für den Führerschein reicht“, meinte er mit einem Augenzwinkern.

Viel mehr Spaß als bei der Theorie hatten die Kinder allerdings noch beim praktischen Teil auf dem Vorplatz des Trimm-Dich-Clubs in Unterbergen. Hier wurde auf den Fahrrädern vor allem Fahrsicherheit trainiert, wie zum Beispiel Achter fahren und Abbiegen mit Umschauen sowie Zeichen geben. Selbst das kleinste Kind, Milad aus Afghanistan, war hier mit gerade mal drei Jahren kaum zu bremsen. Zwei der Buben können nun ab sofort selbstständig zum Fußballtraining zum TSV Merching radeln.

Direkt nach dem Training wurde ihnen dazu der sicherste Weg dorthin gezeigt. Freudestrahlend bedankten sich Helfer und Teilnehmer bei dem TÜV-Experten für die lebendig gestaltete Schulung. Er möchte diese gerne wiederholen und es wäre ihm wichtig, dass bei der Schulung dann noch mehr von den Erwachsenen teilnehmen, die regelmäßig mit den Rädern weite Strecken fahren.

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