1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Streit um Tierstadel landet vor Gericht

Immobilien

31.03.2017

Streit um Tierstadel landet vor Gericht

Auch Seidenhühner hält das Ehepaar Malcher auf dem Hof bei Adelzhausen.
2 Bilder
Auch Seidenhühner hält das Ehepaar Malcher auf dem Hof bei Adelzhausen.
Bild: Monika Malcher

Räumungsklage gegen die Betreiber des Hobbybauernhofs in Michelau bei Adelzhausen. Die wehren sich

Der Streit um einen Hobbybauernhof im Weiler Michelau bei Adelzhausen geht in die nächste Runde. Der Vermieter hat gegen die Betreiber des Michelauer Tierstadels, Monika und Thomas Malcher, eine Räumungsklage erwirkt. Diese haben Widerspruch gegen die Klage eingelegt. So dürfte die Sache in Kürze vor Gericht verhandelt werden.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Wie berichtet, hatte der Vermieter den Malchers bereits im Sommer 2016 gekündigt. Diese schalteten den Mieterbund ein und ließen die – für den Auszug gesetzte Frist – Ende Oktober verstreichen. Da es keinen schriftlichen Mietvertrag gibt und alle Vereinbarungen zwischen Mieter und Vermieter mündlich getroffen wurden, kann sich weder die eine noch die andere Seite auf eine vertragliche Abmachung berufen.

Seit gut dreieinhalb Jahren wohnen die Malchers auf dem großzügigen landwirtschaftlichen Anwesen und betreiben dort ihren Hobbybauernhof mit etwa 50 Tieren: Hunde, Katzen, Ziegen, Hühner, Laufenten, Hasen und Minischweine. Im Mai 2014 haben die Kassierin und der Küchenfachberater den Verein Michelauer Tierstadel gegründet. Dieser will insbesondere Kindern im Umgang mit den Tieren Werte wie Rücksichtnahme und Toleranz vermitteln. Der Tierstadel soll als Stätte der Begegnung dienen und richtet sich vor allem an Schulen und soziale Einrichtungen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Vermieter, der selbst Landwirt ist, wollte gegenüber unserer Zeitung keine Stellungnahme zur Räumungsklage abgeben. Vergangenen August hatte er aber erklärt, dass ihm 50 Tiere auf seinem Anwesen deutlich zu viel seien. Als die Malchers einzogen, sei die Haltung von elf Tieren vereinbart worden, beteuerte der Vermieter. Die Malchers bestreiten diese Darstellung vehement. Der Vermieter verwies darauf, dass die Tiere schon etliche Schäden auf seinem Grundstück angerichtet hätten.

Über seinen Anwalt hatte der Landwirt seinen Mietern vor der Kündigung eine Abmahnung zuschicken lassen, in der elf Mietverstöße aufgeführt wurden. Darin bemängelte der Vermieter auch, dass die Malchers nahezu das gesamte Anwesen nutzten, obwohl ihnen nur Teile des Areals und der Gebäude vermietet worden seien. Die Malchers bestreiten, mehr Teile zu vereinnahmen als vereinbart wurde.

Da es keinerlei Annäherung zwischen den Parteien gibt, muss wohl bald das Gericht darüber entscheiden, wer Recht bekommt. Thomas Malcher sieht der Verhandlung gelassen entgegen, da es keinen Mietvertrag gibt und aus seiner Sicht kein triftiger Grund für eine Kündigung vorliege, wie etwa unpünktliche Mietzahlungen.

Sollte es dennoch anders kommen und sollten die Malchers ausziehen müssen, stünden sie vor einem großen Problem. Sie hätten keine neue Bleibe für sich und die Tiere.

Ganz aktuell betreut das Paar in und um einen Bauwagen auf dem Nachbargrundstück mehrere Katzen, die von ihren Besitzern abgegeben wurden. Da eine der Kätzinnen trächtig ist, wird es bald Junge geben. Das Ehepaar hofft, dass es die Katzenbabys in gute Hände vermitteln kann.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren