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Tourismus in Friedberg

12.04.2015

Trotz der Krise nach Griechenland

Den Griechenlandurlaub lassen sich die Friedberger von der Krise nicht verderben
Bild: Archiv

Die politische Lage zwischen Deutschland und Griechenland ist sehr angespannt. Doch nicht allen Urlaubern im Raum Friedberg verdirbt das die Reiselust.

Friedberg/Mering Einen Reiseführer braucht sie nicht mehr in ihren Koffer zu packen. Rita Schmieder aus Friedberg kennt ihr Urlaubsziel. Seit 20 Jahren fliegt sie jedes Jahr nach Griechenland, macht Urlaub auf der südlichen Halbinsel Peloponnes. Die griechischen Forderungen nach Reparationszahlungen, der Streit zwischen den Finanzministern und die Schuldenkrise, all das kann ihre Urlaubsplanung nicht ins Wanken bringen. Und sie ist nicht allein. Was das Verhältnis zu Griechenland angeht, zeigen sich die Friedberger Urlaubsreisenden merklich unbeeindruckt.

Klaus-Dieter Hubrich, Inhaber von Hubrich Reisen in Friedberg ist überrascht: „Normalerweise reagiert die Kundschaft auf sowas sehr sensibel.“ Bisher hat die politische Lage der Friedberger Reiselust aber noch keinen Abbruch getan. Die Inseln Kreta und Rhodos seien auch 2015 nach wie vor beliebte Reiseziele.

„Ich würde ja gerne nach Griechenland, aber ..., das habe ich von meiner Kundschaft noch nicht gehört“, so Klaus-Dieter Hubrich. Manche nehmen die Situation sogar mit Humor. „Einer meiner Kunden meinte neulich zu mir: Notfalls zahlen wir eben wieder in Drachmen.“

Die Begeisterung für die Kultur, die Natur und die griechische Lebensmentalität lockt die Bürger auch ins Reisebüro Zornow in Friedberg. „Wir haben nach wie vor viele Griechenland-Anfragen“, sagt Büroleiterin Ute Kerner, „auch die Preise sind dieses Jahr stabil geblieben.“ Dass sich bisher noch kein Rückgang bei den Griechenlandbuchungen bemerkbar gemacht hat, liegt aber womöglich auch daran, dass die Urlaubssaison für Griechenland frühestens Ende April beginnt.

Bis jetzt haben die Friedberger bei Ute Kerner keine Angst vor Unruhen oder Anfeindungen geäußert. „Dass jemand explizit sagt, da könne man nicht mehr hinfahren, so etwas hören wir nicht.“

Einige Kunden weichen auf andere Urlaubsziele aus

Einige Kilometer weiter ist die Reisekundschaft nicht ganz so entspannt. Im Reisecenter Mering spürt man die Auswirkungen des deutsch-griechischen-Konflikts. „Wir haben heuer ungefähr 10 Prozent weniger Buchungen“, sagt Inhaberin Martina Krön, „gerade die älteren Generationen mit Familie wollen aufgrund der politischen Lage nicht fliegen und weichen auf ein anderes Urlaubsziel aus“. Dies ist auch Mitarbeiterin Marion Debes aufgefallen: „Nach den Wahlen in Griechenland gab es Kunden, die verärgert ihre Reservierung aufgehoben haben.“ Den jungen Pärchen hingegen sei der Appetit auf Urlaub in Griechenland nicht vergangen. Die freuen sich, dass nicht so viel los ist, so Martina Krön.

Auch Rita Schmieder freut sich auf Griechenland. Auf das Wetter, auf das Essen, die Gastfreundschaft und die netten Gespräche mit den Einwohnern. Ob ihr in letzter Zeit etwas aufgefallen ist? Ein Anflug anti-deutscher Stimmung? Nein, sie fühle sich willkommen wie eh und je.

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