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Verkehr

05.02.2018

Wohin mit den Fahrrädern?

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Etwa 70 überdachte Fahrradstellplätze gibt es am Friedberger Bahnhof. Das ist zu wenig – die Stadt plant darum eine Erweiterung.
Bild: Ute Krogull

Am Friedberger Bahnhof fehlen Abstellplätze. Die Stadt sucht Möglichkeiten für eine Erweiterung. Auch andere Defizite sind Thema im Bauausschuss des Stadtrats.

Immer mehr Pendler nutzen die Paartalbahn. Dank moderner Züge und eines relativ dichten Takts haben sich die Fahrgastzahlen binnen eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Das hat Folgen für den Friedberger Bahnhof, wo nicht nur die Parkplätze für die Pkw knapp sind, sondern auch die Radler kaum mehr wissen, wo sie ihre Gefährte hinstellen sollen. Der Bauausschuss des Stadtrats beauftragte darum jetzt die Verwaltung, neue Stellplätze zu schaffen. Auch ein WC-Container soll im Rahmen dieser Maßnahme aufgestellt werden.

Derzeit gibt es am Bahnhof 70 überdachte Fahrradstellplätze, die aber bei Weitem nicht mehr ausreichen. Schon jetzt stehen nach Erkenntnissen der Stadtverwaltung viele Räder im Durchgangsbereich zu den Bahnsteigen bzw. im Umfeld des Bahnhofsvorplatzes. 3. Bürgermeisterin Martha Reißner (SPD) hat darum bereits im Mai 2017 beantragt, neue Fahrradständer aufzustellen. Ein Bedarf sei zweifelsfrei gegeben, findet man auch im Baureferat.

Doch wohin damit? Aus dem SPD-Ortsverein gibt es seit einiger Zeit den Vorschlag, diese auf dem Parkplatz östlich des Bahnhofsgebäudes aufzustellen, und zwar in den Ecken des Grundstücks, die ohnehin nicht genützt werden können. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das jedoch schwierig, weil die Zugänglichkeit eingeschränkt und Beschädigungen an den benachbart geparkten Autos programmiert seien.

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Weil das Bahnhofsgebäude selbst aber in Privatbesitz ist und der Park&Ride-Platz auf der Westseite größtenteils der Bahn selbst gehört, sind die Standortalternativen begrenzt. Letztlich bleibe nur der östliche Parkplatz, wo dann aber Pkw-Stellplätze auf der Südseite des Grundstücks wegfallen würden. Im Bauausschuss ging es um die Frage, ob die Stadträte damit einverstanden wären.

Grundsätzlich bestand damit zwar Einverständnis. Über die Zahl gingen die Meinungen auseinander. Während es von den Grünen keine Einschränkungen gab, plädierte Jakob Eichele (Freie Wähler) dafür, nicht mehr als vier Parkplätze zu streichen. Cornelia Böhm (FDP) formulierte allgemein den Wunsch, möglichst wenig Stellplätze wegfallen zu lassen. Thomas Kleist (CSU) bat, eine Verschiebung nach Osten zu prüfen, sodass die Pkw-Flächen erhalten bleiben. „Die Notwendigkeit ist unbestritten. Wie Sie das machen, überlassen wir der Verwaltung“, hieß es hingegen bei der SPD.

Wolfgang Rockelmann (Parteifrei Bürger) nutzt die Diskussion zu scharfer Kritik an der Bahn, die sich von den Fahrgästen abschotte. Er bezeichnete es als Idiotie, dass das Unternehmen kein Bemühen zeige, etwas für seine Kunden zu tun. Rockelmann schlug den Bau eines Fahrradparkhauses mit Warteraum und Kiosk vor.

Ohnehin muss die Stadt aber schon tief in die Tasche greifen. Angedacht ist, überdachte Doppelstockparker für knapp 100 Räder aufzustellen. Baureferent Carlo Haupt bezifferte die Kosten pro Fahrradstellplatz auf 500 bis 800 Euro. Dazu kommen die Ausgaben für den WC-Container, der an der Süd-West-Ecke des Grundstücks stehen könnte. Allein der Kanalanschluss von der Bahnhofstraße her kostet nach Haupts Angaben rund 20000 Euro. Zum Container selbst liegen noch keine Zahlen vor.

Im Zuge der Arbeiten könnte auch anstelle des verfallenden Zauns zwischen Bahnhofsgebäude und östlichem Parkplatz eine neue Einfriedung entstehen. Das hatte SPD-Stadtrat Franz Reißner ebenfalls bereits im Mai vergangenen Jahres angeregt. Keine Möglichkeit sieht man bei der Stadt dagegen, die von Reißner gewünschte Verschönerung des Bahnhofsvorplatzes, etwa durch Blumen, anzugehen. Die Südseite gehört wie das Gebäude nämlich einem Privatmann, mit dem der Stadt ein Rechtsstreit droht (er wirft der Stadt, wie berichtet vor, den Kanal in der Bahnhofstraße zu klein dimensioniert haben,weshalb bei starkem Regen immer wieder Wasser ins Gebäude läuft). Auf der Nordseite ist der Platz zu eng, und auf der Verkehrsinsel rät die Kulturabteilung von Blumentrögen ab, da das Edelstahlkunstwerk für sich selbst sprechen solle und auch urheberrechtliche Gründe entgegenstünden.

Man solle Zypressen pflanzen, damit man das Kunstwerk nicht mehr sehe, sagte Roland Fuchs (SPD), der die Plastik als deplatziert empfindet. Claudia Eser-Schuberth (Grüne) ist mit der Wahl des Edelstahlobjekts, das 2009 aus einem Ideenwettbewerb als Sieger hervorging, nicht glücklich: „Was fehlt, ist etwas Raumfüllendes und Farbiges“, sagte sie: Es gebe an dieser Stelle viel Beton, Straße und Autos. Dazu sei ein Gegenpol nötig. Immerhin soll die Edelstahlskulptur der Kölner Künstlerin Barbara Szüts wieder aufgerichtet werden. Seit einiger Zeit hat das vier Meter hohe Werk, für das die Stadt rund 32000 Euro ausgegeben hat, erheblich Schlagseite.

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