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Aichach-Friedberg
22.04.2022

Tafeln in Not: Landkreis unterstützt die Organisationen

Den Tafeln im Landkreis Aichach-Friedberg fehlen die Spenden. Nun hilft der Landkreis.
Foto: Marcus Merk

Die Aichacher Tafel hat schon einen Aufnahmestopp, auch in Mering und Friedberg steigt der Andrang durch ukrainische Flüchtlinge. Nun kommt Hilfe.

Bei der Aichacher Tafel hat sich die Zahl der Kundinnen und Kunden binnen kürzester Zeit fast verdoppelt; sie musste diese Woche einen Aufnahmestopp verhängen. Auch die Meringer Tafel wird regelrecht überrannt, seit viele Geflüchtete aus der Ukraine dort Lebensmittel abholen. In Friedberg steigt die Nachfrage ebenfalls. Nun springt der Landkreis ein und hilft mit insgesamt 15.000 Euro, um Engpässe bei der Versorgung auszugleichen.

Landrat Klaus Metzger hat die Unterstützung veranlasst: "Wir wissen, wie wichtig das Angebot der Tafeln für einige Menschen im Landkreis ist, momentan sind auch viele der ukrainischen Flüchtlinge darauf angewiesen. Deshalb wollen wir die Tafeln in ihrer so wertvollen Arbeit kurzfristig mit einer Spende unterstützen." Das Geld stammt aus einem Nachlass an den Landkreis, versehen mit der Maßgabe, es "ausschließlich an Bedürftige" weiterzugeben.

Wohnraumbörse für private Unterbringung von Flüchtlingen in Aichach-Friedberg

Außerdem hat der Landkreis eine Wohnraumbörse entwickelt. Hintergrund: Die 1100 Geflüchteten aus der Ukraine, die inzwischen im Wittelsbacher Land leben, sind zum Teil in vom Landratsamt angemieteten Unterkünften untergebracht. Der deutlich größere Teil wohnt in privaten Unterkünften, teils als Gast, teils zur Miete. Beim Landratsamt haben sich viele Menschen gemeldet, die Wohnraum zur Verfügung stellen wollen.

Nun steht dafür die "Wohnraumbörse" als private Vermittlungsplattform zur Verfügung. Personen, die Wohnraum anbieten möchten, können auf dieser Plattform ihre Angebote (Art der Unterbringung, Dauer, Kosten usw.) veröffentlichen. Sobald die Wohnungen dort angeboten werden, können sich Geflüchtete direkt mit den Anbietenden in Verbindung setzen. Es handelt sich dabei um eine rein private und nicht um eine behördlich organisierte Wohnraumvermittlung, wie das Landratsamt betont. Diejenigen, die sich bislang beim Landratsamt gemeldet haben, erhalten in den kommenden Tagen eine E-Mail mit der Bitte, ihr Angebot – sofern es weiterhin zur Verfügung steht – zu erneuern.

Viele Menschen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg rührt die Not der ukrainischen Flüchtlinge, und sie bieten ihnen privaten Wohnraum an.
Foto: Petros Giannakouris, dpa

Die Wohnraumbörse findet sich auf der Ukraine-Seite des Landratsamtes (www.lra-aic-fdb.de/ukraine) unter "Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine". Wer Wohnraum anbieten möchte, kann sich dort eintragen, nach und nach werden dann auch Unterkünfte für die Suchfunktion zur Verfügung stehen. Auf Mobilgeräten funktioniert die Wohnraumbörse über die Integreat-App, die in den App-Stores verfügbar ist.

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Bei Fragen zur privaten Wohnraumvermittlung steht das Team der Ausländerbehörde unter 08251/92-4817 weiterhin zur Verfügung. Alle neu ankommenden Ukrainerinnen und Ukrainer erhalten zunächst einen Platz in einer vom Landkreis bereitgestellten Unterkunft.

Unterstützung für Flüchtlinge bald beim Jobcenter Aichach

Ukrainische Flüchtlinge erhalten aktuell Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Auf Bundesebene wurde nun beschlossen, dass ab 1. Juni Schutzsuchende aus der Ukraine stattdessen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II erhalten sollen. Das hat zur Folge, dass im Landkreis diese Leistungen dann nicht mehr über das Landratsamt, sondern über das Jobcenter in Aichach (Hauptstraße 2) gewährt werden. Damit der Übergang möglichst reibungslos klappt, werden die beim Landratsamt gemeldeten ukrainischen Flüchtlinge in den kommenden Tagen von dort angeschrieben.

Eine Sprechstunde für Geflüchtete aus der Ukraine, mit Dolmetscher, bietet das Landratsamt in Aichach jeden Montag und Mittwoch, jeweils nachmittags von 14 bis 16 Uhr an. Künftig wird auch die Agentur für Arbeit den ukrainischen Flüchtlingen für ein Beratungsgespräch bezüglich der beruflichen Möglichkeiten in der Aichacher Behörde zur Verfügung stehen. Das Angebot bleibe zunächst bis Ende Mai bestehen. Die Geflüchteten können sich aber auch weiterhin online oder direkt bei der Agentur für Arbeit in Augsburg beraten lassen.

Pro Beratung werden etwa 30 bis 40 Minuten angesetzt, deshalb kann an einem Beratungsnachmittag nur eine begrenzte Zahl von Interessierten beraten werden. Sofern großes Interesse besteht, könnte das Angebot künftig aber ausgeweitet werden. Die Betroffenen könnten zur Beratung bereits einen ausgefüllten Fragebogen mitbringen. Dieser und weitere Infos für Geflüchtete sind auf der Homepage der Agentur zu finden unter: arbeitsagentur.de.

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