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Kissing: Fahrdienste, Freizeit und Ehrenamt: Mehr Zeit fließt in Seniorenarbeit

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Fahrdienste, Freizeit und Ehrenamt: Mehr Zeit fließt in Seniorenarbeit

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    Brigitte Dunkenberger und Peter Wirtz, hier bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen des MGH im Frühsommer, kümmern sich um die Belange von Kissings Senioren.
    Brigitte Dunkenberger und Peter Wirtz, hier bei der Feier zum 15-jährigen Bestehen des MGH im Frühsommer, kümmern sich um die Belange von Kissings Senioren. Foto: Heike John

    Die Seniorenarbeit nimmt im Betätigungsfeld des Mehrgenerationenhauses Casa Cambio (MGH) einen immer größeren Raum ein. Dieses Resümee konnten Brigitte Dunkenberger als Quartiersmanagerin zusammen mit dem Seniorenbeauftragten Peter Wirtz bei ihrem Jahresbericht für den Gemeinderat ziehen. Im Frühjahr 2020 wurde in Kissing das Seniorenbüro ins Leben gerufen. Die Leiterin des MGH ist mit einer halben Stelle für das Projekt "Quartiersmanagement" zuständig, das durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sowie die Gemeinde Kissing gefördert wird. Wie funktioniert das bis jetzt? 

    Kissing bietet einen Fahrdienst für Senioren an

    Unser Seniorenbüro wird nun immer bekannter“, berichtete Brigitte Dunkenberger den Gemeinderäten. Ein Großteil der Anfragen gelte dem Fahrdienst, der sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Im Zeitraum zwischen Juli 2022 und Juni 2023 wurden rund 800 Fahrten für mobilitätseingeschränkte Menschen durchgeführt, darunter Einkäufe, Arzt- und Physiotherapietermine, Frisörbesuche oder auch mal Fahrten zum Friedhof. 

    Vor allem die Fahrten zu Fachärzten nach Friedberg oder Mering nehmen sehr viel Zeit in Anspruch und blockieren das MGH-eigene Fahrzeug mit längeren Fahrzeiten. Deshalb werden auch keine Fahrten nach Augsburg durchgeführt, was bei den Fahrgästen nicht immer auf Verständnis stoße, bedauert Brigitte Dunkenberger. 

    100 Seniorinnen und Senioren nehmen Angebot an

    Aktuell sind 15 Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz, davon zwei als Springer. Zwei Koordinatorinnen nehmen die Fahrtwünsche entgegen. Die ehrenamtlichen Fahrer sind wöchentlich für einen halben Tag im Einsatz und haben oftmals fünf bis sechs Fahrten an einem Vormittag zu koordinieren. Auf der Liste der regelmäßigen Fahrgäste stehen rund hundert Seniorinnen und Senioren, die sich dankbar über das kostenlose, auf Spendenbasis laufende Angebot äußern. 

    Ein Großteil der wöchentlich im Seniorenbüro eingehenden Anfragen dreht sich um Hilfe rund um Haus und Garten. „Hier können wir leider wenig Unterstützung leisten, lediglich punktuelle Hilfe vermitteln“, bedauert die Quartiersmanagerin. Wer einen Pflegegrad hat, könne eine externe Firma beauftragen, doch es scheitert am mangelnden Angebot von Leistungserbringern. 

    Seniorensprechstunde in Kissing wird kaum genutzt

    Bei Anfragen rund um die Pflege vermittelt das Seniorenbüro den Kontakt zum Pflegestützpunkt, der eine gute Rundum-Beratung für alle Belange anbieten kann. „Wir sind da sehr gut vernetzt“, betont Peter Wirtz. Als ehrenamtlicher Seniorenbeauftragter lobt er auch die Unterstützung aus dem Landratsamt durch regelmäßige Fortbildungsangebote. Kaum genutzt werde seine zweiwöchentlich angebotene Seniorensprechstunde, bedauert Peter Wirtz. Dafür erhalte er immer wieder Anrufe von Angehörigen, die nicht am Ort wohnen, mit der Bitte um Unterstützung ihrer betagten Eltern. 

    Nicht selten käme der Hinweis von Nachbarn mit der Beobachtung, dass Senioren nicht mehr zurechtkommen. „Und dann pressiert's und es soll schnell gehandelt werden.“ Dann ist es wichtig, an die entsprechenden Fachstellen weiterzuleiten. Hier bemängelt der Seniorenbeauftragte, dass die Angehörigen eine Pflegebedürftigkeit nicht rechtzeitig erkennen und vorausschauend agieren.

    Rund 30 Prozent der Anrufe im Seniorenbüro dienen der Kontaktaufnahme, so berichtet Brigitte Dunkenberger. Oft bräuchten die Anrufer nur jemanden, der ihnen zuhört. „Hier hätten wir konkreten Bedarf an Menschen, die anderen Zeit schenken möchten“, wünscht sie. Zu den laufenden Angeboten, die über das Seniorenbüro angestoßen wurden, gehört die wöchentliche Boulegruppe, die sich in sehr geselliger Weise verselbständigt hat. Auch das Yoga im Sitzen wird gut angenommen und mit einem neuen bereits ausgebuchten Kurs seit Oktober weitergeführt. 

    Angebote für Senioren in Kissing

    Weiter läuft auch der sogenannte Smart-Surfer-Kurs in Zusammenarbeit mit der VHS, der Senioren rund um das Internet und den Handygebrauch fit macht. Aus dem zusammen mit der AOK angebotenen Gesundheitskurs entwickelte sich eine Seniorengruppe, die zweiwöchentlich zusammenkommt und auch Ausflüge unternimmt. Hier können gerne noch weitere Seniorinnen und Senioren dazustoßen. 

    Generell legen das Seniorenbüro im MGH und der Seniorenbeauftragte großen Wert auf eine gute Vernetzung mit allen Organisationen innerhalb der Gemeinde, die sich um die Senioren kümmern. „Da will ich noch mehr präsent sein, um mein Ohr an den Bedürfnissen von Kissings Senioren haben“, plant Peter Wirtz. 

    Das Seniorenbüro versteht sich aber nicht nur als Servicestelle für bedürftige Senioren, sondern auch als Anlaufstelle für Menschen, die Ideen für Angebote haben oder anderen Zeit widmen möchten. „Wer sich aktiv einbringen möchte, ist im Seniorenbüro richtig und natürlich gibt es Unterstützung bei der Planung und Durchführung.“ Ob Sitztanz oder Seniorenchor, vieles wäre denkbar und wünschenswert. 

    Info: Wer sich für ein Engagement interessiert, kann sich bei Brigitte Dunkenberger im MGH in der Nelkenstr. 18 melden, Tel.: 08233/21 20 125.

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