Newsticker
Nur 47 Prozent Wirksamkeit bei Impfstoff von Curevac - Staat hält an Beteiligung fest
  1. Startseite
  2. Geld & Leben
  3. Bauen: Warum Hitzeschutz schon beim Hausbau beginnt

Bauen
26.05.2021

Warum Hitzeschutz schon beim Hausbau beginnt

Wenn die Sonne tief steht, lohnt sich ein Wärmeschutz am Haus.
Foto: Bonsales, stock.adobe.com

Eine geschickte Planung und ein durchdachter Grundriss sparen Geld und steigern den Wohlfühlfaktor im Eigenheim. Auch am Altbau lässt sich noch einiges machen.

In unserer Region ist der Klimawandel immer deutlicher zu spüren. Die Sommer werden zunehmend trockener und heißer. Viele Leute leiden darunter, auch weil sie nachts in den aufgeheizten Häusern nicht mehr richtig schlafen können. Verschattungsmöglichkeiten bei den Fenstern anzubringen, ist beispielsweise bei Bestandsgebäuden ein wirksames Mittel, aber nicht immer möglich. Deshalb sollten angehende Bauherren gleich von Anfang an daran denken, die Wohnräume durch geeignete Maßnahmen vor sommerlicher Hitze zu schützen.

Das beginnt mit einer guten Gebäudeplanung und einem gut durchdachten Grundriss. So werden am besten die Schlafräume im Osten, die Nebenräume in Norden, Wohnzimmer und Küche im Süden oder Westen untergebracht. Weil die Sonne in den Sommermonaten am Morgen und am Abend flach steht, sollten die Fenster auf der Ost- und Westseite des Gebäudes eher klein sein. So kann man den Wärmeeintrag in den Vormittags- und Nachmittagsstunden reduzieren. Im Süden sind ein Dachüberstand, Vordächer oder Balkone mit einer Tiefe von ein bis maximal zwei Metern hilfreich. Sie sorgen für Sonnenschutz im Sommer, wenn die Sonne hochsteht, ermöglichen gleichzeitig aber im Winter bei flachem Sonnenstand solare Wärmeerträge. Hilfreich ist auch, wenn bei der Planung bereits an die Möglichkeit einer Nachluftkühlung, im Idealfall mit natürlicher Konvektion, gedacht wird.

Glasflächen werden im Sommer zum Problem

Bei Bestandsgebäuden, die zur Überhitzung neigen, können Sonnenschirme oder Sonnensegel auf der Terrasse helfen, auch im Haus die Temperaturen während längerer Schönwetterphasen erträglich zu halten. Das gilt auch für Markisen. Allerdings ist die nachträgliche Montage von Markisen an der Fassade nicht immer ganz einfach. Denn je nach Größe sind sie sehr schwer und müssen ja auch leichten Winden standhalten.

Generell sollte man mit großen Glasflächen vorsichtig sein. So schön der Blick nach draußen auch ist, aber im Sommer kann das zu einem echten Problem werden – vor allem wenn der Planer nicht an einen gut funktionierenden Sonnenschutz gedacht hat. Wichtig in diesem Zusammenhang: Außen angebrachte Jalousien oder Raffstores sind hier ungleich wirksamer als innen liegende Verschattungshilfen. Heruntergelassene Rollläden halten zwar ebenfalls die Hitze sehr wirkungsvoll draußen, aber das Tageslicht eben auch.

Bei einem Hausbau kann vieles schief gehen - Bauherren sollten jeden neuen Arbeitsschritt kritisch begleiten und dokumentieren.
Foto: Armin Weigel, dpa

An Ost- und Westseite ist ein Sonnenschutz notwendig

Viel angenehmer sind deshalb Verschattungsmöglichkeiten mit verstellbaren Lamellen, die den Blick nach draußen gewähren und die Räume trotzdem nicht verdunkeln. Was gerne unterschätzt wird: Ein guter Sonnenschutz ist gerade auf der Ost- und Westseite wichtig, weil eben in der Früh und am Spätnachmittag die flachen Sonnenstrahlen bei ungeschützten Fenstern für hohe Wärmeeinträge sorgen.

Auch die Wahl des Fensterglases spielt beim Thema Hitzeschutz eine Rolle. Moderne Wärmeschutzverglasungen können je nach Bauart unterschiedlich viel Licht passieren lassen oder reflektieren. Eine entscheidende Rolle spielt hier der sogenannte g-Wert, der die Gesamtenergiedurchlässigkeit der Verglasung angibt. Auch hier sollte man sich unbedingt von einem Fachmann beraten lassen. Interessant für Hausbesitzer: Es gibt spezielle Sonnenschutzfolien, die nachträglich von außen auf die Scheiben geklebt werden - am besten von einem Profi. Sie sind transparent und reflektieren einen Großteil der auftretenden Sonnenstrahlen, sorgen natürlich aber genauso wie ein niedriger g-Wert für weniger Licht in den Räumen.

Wärmedämmung hilft im Sommer und im Winter

Und noch ein ganz wichtiger Punkt: Auf keinen Fall unterschätzt werden darf der positive Effekt einer dicken Wärmedämmung von Dach und Fassade im Sommer. Was gut gegen Kälte ist, hilft eben auch gegen Wärme – ein Spruch, der sich zweifelsohne auch auf die Gebäudehülle übertragen lässt. Die Wärmedämmung schützt im Winter vor dem Auskühlen der Räume und im Sommer effektiv gegen Hitze. Einen guten sommerlichen Wärmeschutz bieten vor allem Dämmstoffe mit mehr Masse wie beispielsweise Holzweichfaserplatten, die gerade im Bereich der Dachdämmung beliebt sind. Holzweichfaserplatten können Hitze gut speichern und lassen damit die Sommerhitze weniger und langsamer ins Haus.


Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

Lesen Sie dazu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.