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Test

24.09.2019

So vernünftig kann ein SUV sein: der Seat Tarraco im Test

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4 Bilder
Klare Kante: Der Seat Tarraco pflegt einen markanten, aber keinen agressiven Auftritt.
Bild: Seat

Zu wuchtig, zu durstig, zu teuer? Stadtgeländewagen kämpfen mit vielen Vorbehalten. Der Seat Tarraco beweist, dass es auch anders geht. Der Test.

Dass der SUV als solcher bei der deutschen Öko-Bewegung in Ungnade gefallen ist, lässt sich rational kaum begründen. Erstens existieren SUVs beinahe jeder Statur. Jene aus dem am stärksten wachsenden Segment, dem der Kompakt-SUVs, sind in der Regel nicht größer als ein VW Golf, brauchen also mitnichten mehr Platz. Zweites schlucken moderne „Stadtgeländewagen“ oft nicht nennenswert mehr Sprit als Limousinen oder Kombis.

Als Blech gewordenes Beispiel für einen potenziell ungerecht behandelten SUV könnte der Seat Tarraco herhalten. Er ist der jüngste und größte Hochbeiner der spanischen VW-Tochter – und kürzer als ein Audi A4 Avant, obwohl er deutlich mehr Kofferraum aufweist und optional bis zu sieben Sitze (Aufpreis: 800 Euro) offeriert.

Geradezu absurd wird der Unterschied zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit, betrachtet man den Verbrauch dieses Paradeexemplares von einem SUV: rund siebeneinhalb Liter beträgt er der WLTP-Norm nach. Im realen Test konsumiert der „Seat Tarraco Xcellence 1.5 TSI ACT“ 8,6 Liter Benzin. Benzin, nicht Diesel.

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Wo bitte ist das Problem?

Wo also bitte ist das Problem? Im Reich der Fakten jedenfalls nicht. Dort findet sich, nüchtern betrachtet, ein typischer Mittelklasse-SUV, der unverkennbar kantiges Volkswagen-Design zur Schau stellt und sich die Technik mit den nahen Verwandten Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace teilt. Subjektiv ist das Platzangebot im spanischen SUV-Bruder am üppigsten. Vor allem die Fondpassagiere profitieren von einer vorbildlichen Beinfreiheit. Dass sie betont hoch sitzen und die großen Seitenscheiben (optional das noch größere Panorama-Glasdach) so viel Licht in den Wagen lassen, verstärkt das Gefühl, komfortabel und frei unterwegs zu sein. Das war es ja mal, was Autofahren ausmachte.

Der Seat Tarraco glänzt mit viel Platz

Reisende mit kleinen Kindern werden zu schätzen wissen, dass sich der Kindersitz hier ausnahmsweise ohne Gefummel an den Isofixhalterungen befestigen lässt. Weder müssen etwaige Blenden entfernt werden, noch die Sitzschienen in irgendwelche Polster gepresst werden. Ein Fest für Praktiker ist auch der Kofferraum, der selbst durch die Radkästen nicht nachteilig beeinträchtigt wird. Die Ladekante ist hoch, aber nicht so hoch, dass man die volle Tiefe des Gepäckabteils nicht erreichen könnte.

Die aufgeräumte, intuitiv bedienbare Infotainment-Landschaft komplettiert den stimmingen Interieur-Eindruck. Irritierend wirkt lediglich der relativ häufig eingeblendete Hinweis, wonach sich der Tarraco nun im Zweizylinder-Betrieb befinde. Das ist aber keine Panne, sondern ein Spritspar-Feature.

Der Drehregler zur Wahl der Fahrmodi von Eco über Sport bis Schnee ist in diesem SUV genauso überflüssig wie in den meisten anderen. Fahrwerk, Dämpfung, Lenkung, Gasannahme und Traktion arbeiten schon im Normalbetrieb tadellos. Auch das Aufgebot an Assistenten stimmt. Besonders die zahlreichen Kameras und der elektrische Einparkhelfer machen einen guten Job.

Seat Tarraco: technische Daten

  • Spezifikation: Seat Tarraco Xcellence 1.5 TSI
  • Hubraum: 1498 ccm
  • Leistung: 150 PS bei 5000/min
  • Drehmoment: 250 Nm ab 1500/min
  • Länge/B./H.: 4,74/1,84/1,68 m
  • Leergewicht/Zuladung: 1599/696 kg
  • Anhängelast gebremst: 1800 kg
  • Kofferraum: 760 – 1920 l
  • 0 – 100 km/h: 9,7 s
  • Top-Tempo: 201 km/h
  • Verbrauch WLTP: 7,6-7,1 l Super
  • CO2-Ausstoß: 173 - 162 g/km
  • Energieeffizienzklasse: B
  • Preis ab: 33.880 Euro

Voll ausgestattet kam unser Test-Tarraco auf gut 43.000 Euro. Einzig das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe hätte man zu diesem Preis vermissen können, aber das hat Seat nur in Verbindung mit den stärkeren Motorisierungen im Programm. Wer die nicht kaufen will, muss von Hand schalten. Sei‘s drum. Insgesamt ein SUV auf der Höhe der Zeit, der selbst SUV-Hasser überzeugen könnte. Vielleicht sollten sie einfach mal einen fahren.

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24.09.2019

Er hats immer noch nicht verstanden.
Die positive Entwicklung in Bezug auf die Effizienz der Motoren in den letzten Jahrzehnten wurde durch die immer schweren und PS-stärkeren Karossen ad absurdum geführt!
Und dafür ist das SUV ein Synonym, Herr Schaumann. Wie man solche Autos auch sonst bezeichnet. (Porsche Panamera ist kein SUV, aber trotzdem dumm..)
Ausserdem ist in den engen Städten ein SUV ein platz- und sichtraubendes Vehikel.

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