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Ichenhausen

10.11.2018

Ärger bei der Tiefgarage und der B16

Drei Bürgermeister, ein Kämmerer, ein Stadtbaumeister und eine Schriftführerin, das sind fünf Personen – geht diese Rechnung auf? Ja, denn Katja Müller ließ es sich nicht nehmen, das Protokoll bei der Bürgerversammlung zu schreiben, so wie sie es vor einem halben Jahr zugesagt hatte. Seit ein paar Tagen ist die ehemalige Hauptamtsleiterin von Ichenhausen Bürgermeisterin von Lauingen.
Bild: Irmgard Lorenz

Eine Bürgermeisterin schreibt auf, was den Ichenhausern auf den Nägeln brennt. Und da gibt es so einiges.

Dass eine Bürgermeisterin aus dem Nachbarlandkreis bei der Bürgerversammlung das Protokoll führt – das dürfte einmalig sein. In Ichenhausen bekam die ehemalige Hauptamtsleiterin Katja Müller, seit Kurzem Bürgermeisterin in Lauingen, dafür Applaus. Ansonsten gab es nicht viel Außergewöhnliches in der Versammlung, zu der von 5669 Kernstadtbewohnern etwa 90 (inklusive Mitglieder des Stadtrats) gekommen waren. Nicht einmal ein halbes Dutzend der Zuhörer nutzte die Möglichkeit, Fragen, Wünsche oder Kritik vorzutragen. Aber ein immer wiederkehrendes Ärgernis kam zur Sprache.

Ein vorgezogener Jahresrückblick war der einstündige, mit vielen Fotos illustrierte Vortrag von Bürgermeister Robert Strobel. In vielen Punkten war er auch eine Erfolgsbilanz, wie bei Breitbandversorgung, Häusersanierungen und Nutzung brachliegender Areale in der Innenstadt, in anderen Punkten war der Vortrag ein Ausblick auf kommende Aufgaben. Der Dauerbrenner Baulandbeschaffung gehört dazu, Ausbau und Reparatur von Straßen und Radwegen und die Erschließung von Gewerbeflächen ebenso wie der Umbau des Feuerwehrhauses.

Als größte bevorstehende Baumaßnahme nannte Strobel die Friedrich-Jahn-Halle, den Ort der diesjährigen Bürgerversammlung, mit der Kleinschwimmhalle im Untergeschoss. Nicht nur nördlich von Hochwang soll es an der B16 eine Querungshilfe für Radfahrer geben, sondern auch am südlichen Ortseingang. Weil an der Bundesstraße das Staatliche Bauamt die Kosten übernimmt und die Stadt nur für den Grunderwerb sorgen muss, sei auch am südlichen Ortsende von Ichenhausen beim Birketle eine solche Querungshilfe sinnvoll, sagte Strobel, denn sie bremse den Verkehr.

Viele Probleme bei Tiefgarage am Schlossplatz

Als Plus verbuchte er die von der Fachklinik investierten 14 Millionen Euro für den Erweiterungsbau, das sei ein „ganz gehöriges Stück Standortsicherung“ des größten Arbeitgebers am Ort.

Weniger erfreulich sieht es in und bei der Tiefgarage am Schlossplatz aus. Ein Anwohner berichtete von Lärm, Sachbeschädigungen, Drogen und „kleinen Gewalttätigkeiten“. Dass die Sicherheitswacht nicht mehr regelmäßig dort sei, mache sich bemerkbar. Auch er sehe das „mit Sorge“, sagte Strobel und bat darum, ihm Autokennzeichen zu nennen, wenn mit Fahrzeugen gelärmt, gerast oder die Zufahrt zur Tiefgarage blockiert wird. „Ich lade die Jugendlichen vor“, sagte der Bürgermeister, er erteile auch Platzverweise. Neue Kameras sollen mit einer besseren Bildqualität die Überwachung erleichtern, außerdem prüft die Stadt, ob auch der Vorplatz per Kamera überwacht werden kann. Strobel kündigte mehr Präsenz von Sicherheitswacht und Polizei an.

Auch die B16 war ein Thema

Zwei Bürger machten außerdem die B16 zum Thema (lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zu diesem Thema). Lärmschutzfenster hielten zwar den Straßenlärm ab, sagte ein Anwohner und fragte: „Aber was helfen die im Sommer?“ Sogar nachts sei es bei geöffneten Fenstern an der B16 zu laut, um erholsamen Schlaf zu finden. Strobel nahm diese Äußerung als Appell, den Bau der Umfahrungsstraße voranzutreiben.

Wie der Lieferverkehr von der Anbindung der Ettenbeurer Straße an die B16 neu durch die Stadt in den Westen zu Betrieben und Läden funktionieren soll, fragt sich ein anderer Bürger. Die Ettenbeurer Straße sei als Anbindung „total ungeeignet“. Außerdem kam die Bitte, zwischen der Tempo-30-Zone in der Straße Am Birketle und der Bundesstraße für mehr Sicherheit für Fußgänger zu sorgen. Die Ortstafel zu versetzen sei kaum machbar, sagte Strobel, aber eine Geschwindigkeitsreduzierung in diesem Bereich halte er für überlegenswert.

Die Stadtteilbürger sind interessierter

Da haben die Stadtteile der Kernstadt etwas voraus: Während zur Bürgerversammlung in der Kernstadt nur knapp zwei Prozent der Einwohner gekommen sind, waren die Säle in den Stadtteilen recht gut gefüllt. Insgesamt etwa sechs Prozent aller Stadtteilbewohner haben die Gelegenheit genutzt, sich zu informieren.

Autenried In der Kellerstraße, wurde bemängelt, seien Lampen zugewuchert. Lob gab es für die Nacht der Kultur und Dank für die Unterstützung der Stadt für die Gesellige Vereinigung Autenried. Bürgermeister Robert Strobel wiederum machte den Autenriedern ein Kompliment für ihr Engagement, unter anderem beim Anlegen eines Waldlehrpfads. Klagen gab es über ein ungepflegtes Grundstück an der Weißenhorner Straße und über Verschmutzungen auf dem Geh-und Radweg nach Rieden.

Rieden Der Bürgermeister hat ein anonymes Schreiben bekommen, dass nicht jeder Jugendliche Zugang zum Jugendraum bekäme. Ein Mitglied des Jugendraum-Teams wies den Vorwurf zurück. Verbesserte Sichtverhältnisse sind an der Staatsstraße beim Gasthaus Weißes Ross zu erhoffen, weil nach einem Abbruch ein Neubau etwas nach Süden rückt. Gewünscht wird eine Aushangtafel für Vereine. Ein Bürger monierte, dass die Türen am Friedhof klemmen.

Oxenbronn Ein Bürger bat, den Standort der Urnenstele am Friedhof zu überdenken, bevor weitere Stelen aufgestellt werden. Ein anderer Bürger erkundigte sich nach den Kosten für die Quartierszeitung, ihm reichen die Informationen im Mitteilungsblatt. Ein Ärgernis ist Tierkot im Sandkasten beim Kindergarten. Ein Fahrradfahrer hat sich über zu tief hängende Wahlplakate geärgert.

Hochwang Es wurde vorgeschlagen, bei der Sanierung des Leichenhauses auch eine Toilette einzubauen. Der Vorsitzende des Sportvereins ist mit der Ablehnung des Tempolimits im Leitiweg und der Bechlerstraße nicht einverstanden und schlägt eine Verkehrsberuhigung durch überfahrbare Rampen oder Ähnliches vor. Das Gewerbegebiet östlich der B 16 wird nicht weiter in Richtung Norden wachsen, erfuhr ein Bürger, aber auf der Westseite ist eine Ausdehnung möglich. Das Gewerbegebiet soll jedoch nicht mit Hochwang zusammenwachsen.

Deubach Aus der diesjährigen Bürgerversammlung im Stadtteil Deubach hat unsere Zeitung bereits berichtet.

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