Leipheim

12.03.2016

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Vor der Sanierung hatten sich im Taubenhaus etliche Vögel eingenistet.
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Vor der Sanierung hatten sich im Taubenhaus etliche Vögel eingenistet.
Bild: Stadt Leipheim

Die Sanierung der Leipheimer Innenstadt geht in die nächste Runde. Was bereits gemacht wurde, welche Projekte nun anstehen und wo es weiterhin Probleme gibt.

Bürgermeister Christian Konrad hat eine klare Vorstellung von seinem Leipheim: „Das wird ein richtig schmuckes Städtchen.“ Ein Park, eine komplett sanierte Stadtmauer, restaurierte Fachwerkhäuser – das alles planen die Leipheimer, wenn es um die Innenstadtsanierung geht. Vieles wurde bereits angepackt, etliches ist in Planung, manches ist bislang nur ein Wunschdenken. Aber Christian Konrad betont: „Wir sind auf einem guten Weg, auch wenn wir dafür noch einen langen Atem brauchen.“

Angefangen hat alles vor etwa acht Jahren, damals wurde klar, dass für die Sanierung der Altstadt ein grundlegendes Konzept benötigt wird. Zuvor gab es nur einzelne Projekte: ein marodes Haus wurde saniert oder für ein Ladengeschäft ein Nachfolger gesucht. Das sollte sich ändern. Das musste sich ändern. Denn die Leipheimer hatten in ihrer Altstadt mit vielen Problemen zu kämpfen, die auch andere Städte nur zu gut kennen: hohe Verkehrsbelastung, Leerstände und zu wenig Wohnraum.

Das ist erst der Anfang 

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„Uns wurde klar: Leipheim muss alles tun, um die Innenstadt attraktiver und wohnlicher zu machen“, erzählt Konrad. Die Stadt kaufte alte, baufällige Gebäude auf, sanieret sie, suchte Investoren und schaffte Platz für neue Wohnungen. Das Taubenhaus, der Wasserturm und der Stadtgraben sind nur drei Beispiele dieser ehemalgien Schandflecken, die wieder aufgehübscht worden sind. Und die Liste lässt sich fortführen. Etwa fünf Millionen Euro, so schätzt Konrad, hat die Stadt bereits in die Innenstadtsanierung investiert – ein Teil hat sich wieder refinanziert durch Vermietungen oder Verkäufe. Doch das ist erst der Anfang. Mit dem Bau der Umgehungsstraße wurde es auch verkehrstechnisch in der Innenstadt ruhiger, außerdem gilt dort jetzt Tempo 30.

Die nächsten Projekte stehen bereits in den Startlöchern. Bauamtsleiter Jürgen Mößle erklärt, dass im April die Arbeiten zur Sanierung des Stadtcafés beginnen werden. Der alte Friedhof soll zu einem attraktiven Park werden. „Dort gibt es interessante Gräber der Stadtgeschichte“, erklärt Mößle. Diese historischen Gräber bleiben natürlich bestehen. Bürgermeister Christian Konrad spricht von der Idee, aus dem alten Friedhof einen historischen Park zu machen, um den Verstorbenen und Gefallenen zu gedenken. Verändern wird sich auch der Busbahnhof in Leipheim. Dieser wird wahrscheinlich vergrößert um Barrierefreiheit zu garantieren und muss deshalb auch Richtung Günzburger Straße verlegt – so die ersten Überlegungen. Dafür sollen neue Parkplätze entstehen. Auch die Stadtmauer wird weiter frei gelegt – ein Teil ist bereits geschafft, jetzt folgt der nächste Schritt. Außerdem soll dort ein Panoramaweg entstehen.

Leerstände in der Innenstadt 

Nur ein Problem werden die Leipheimer schwer in den Griff bekommen: die Leerstände in der Innenstadt. Vor Jahren hatte die Stadt ein Projekt ins Leben gerufen, um wieder Geschäftsinhaber in die Innenstadt zu locken. „Wir haben viel Geld investiert. Wir hatten punktuelle Erfolge, aber nichts langfristiges“, so Konrad. Ergebnis: Es hat einfach nicht funktioniert. Bauamtsleiter Mößle ergänzt: „Wo ich wohne, will ich natürlich auch einkaufen.“ Aber es sei schwer umsetzbar – allein schon, weil der Platz für einen großen Supermarkt fehle. Jetzt konzentriert sich die Stadt darauf, neuen Wohnraum zu schaffen. In der Wallgrabenstraße hat die Stadtverwaltung drei Grundstücke gekauft. Dort soll barrierefreier Wohnraum entstehen – für Jung und Alt.

„Die Innenstadtsanierung ist ein schwieriger Prozess“, gibt Konrad zu. Und vor allem ein langwieriger. „Wenn während meiner Dienstzeit der Großteil der Gebäude in einen vernünftigen Zustand gebracht wird, dann habe ich schon viel erreicht.“ Und der Bürgermeister ist sich sicher: Wenn die Innenstadt attraktiver und wohnlicher und damit belebter geworden ist, dann wird auch das Interesse der Geschäftsinhaber wieder größer. „In Leipheim steckt wahnsinniges Potenzial, das müssen wir jetzt herausarbeiten“, sagt Christian Konrad.

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