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Bürgerversammlung

29.11.2018

Bei diesen Themen haken die Bibertaler nach

Eine Drohne lieferte die Bilder, mit denen Bürgermeister Oliver Preußner die große Baustelle am gemeindlichen Parkplatz in Kissendorf den interessierten Zuhörern an der Bürgerversammlung erklärte.
Bild: Sandra Kraus

Bürgermeister Oliver Preußner hat 20 Bürgerfragen zu beantworten. Dabei gibt es auch Kritik.

Viele Bibertaler sind zur Bürgerversammlung ins Gasthaus Rudolph nach Kissendorf gekommen. Um die 70 wurden gezählt, eine Woche zuvor in Bühl im Traube-Saal waren es 30 gewesen. Die Rede von Bürgermeister Oliver Preußner war an beiden Veranstaltungen gleich.

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Finanziell ist Bibertal „gut aufgestellt“, so Preußner. Das hört sich fast bescheiden an bei Rekordeinnahmen von 4,5 Millionen Euro Steuern. 1,6 Millionen Euro werden im Verwaltungshaushalt erwirtschaftet, sodass 4,5 Millionen Euro ohne Kreditaufnahmen investiert werden können.

Aufmerksam hörten die Bürger zu, als Preußner von der Kläranlage sprach, die zurzeit auf dem Prüfstand steht, von den Friedhöfen, auf denen die Leerstände Zug um Zug in grüne Rasenflächen umgewandelt werden, und vom Parkplatz in Kissendorf, wo momentan 70 verkehrssichere und staubfreie Parkplätze gebaut werden. „Nicht geplant war allerdings die Sperrung der Mehrzweckhalle.“ Ein Prüfgutachten der Statiker offenbarte, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Dachstuhl jederzeit schlagartig einstürzen könne. Die Nutzung sei sofort einzustellen. „Da war null Spielraum.“ Knapp vier Monate später habe der Gemeinderat schon das Brandschutzgutachten als Entwurf auf dem Tisch. „Den Vorwurf, hier passiere nichts, lasse ich nicht gelten“, sagte Preußner. Es gehe schließlich um Ausgaben, die sich bei einer halben Million Euro bewegen, und die Mehrzweckhalle aus den 1970ern müsse bei einem Umbau den Ansprüchen des Jahres 2018 genügen. „Wir verschwenden keine Zeit. Einen Fertigstellungstermin kann ich zum jetzigen Zeitpunkt aber beim besten Willen nicht nennen.“ Anschließend warb Preußner noch dafür aktiv zur Feuerwehr zu gehen. In Kissendorf sei tagsüber ein Einsatz nicht mehr möglich, in Bühl erst seit Kurzem wieder.

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Der Kies bremst Kinderwagen und Rollatoren

Nach einer kurzen Verschnaufpause stellte sich Oliver Preußner den Bürgerfragen, knapp 20 sollten es werden. Schriftlich eingereicht wurden der Wunsch nach Barrierefreiheit auf den Friedhöfen, wo sich Besucher im Kies mit Rollator oder Kinderwagen einfach schwertun. Mehrere Bürger hatten Fragen zu den Straßen. Warum die Straßenbeleuchtung an der neuen Einmündung der Friedenstraße in Kissendorf zu duster sei (Preußner: „Vielleicht der neuen LED-Technik geschuldet“), ob der nach wie vor nur geplante Fahrradweg zwischen Kissendorf und Anhofen ein Jahrhundertprojekt werde („Wir sind dran, aber das liegt an Grundstückseignern“), was es Neues zur Einmündung aus Richtung Rieden in Höhe Kissendorf gebe („Das ist Kreissache“) oder wie es mit der Nebenstraße von Kissendorf/Alte Linde nach Schneckenhofen sei („Der Einbau der Randbefestigung im Herbst hätte horrend viel Geld gekostet, das wird im Frühjahr gemacht.“).

Aufmerksame Bürger vermissten die Randstreifen an der im Herbst sanierten Kreisstraße von Kissendorf nach Bühl und wollten wissen, ob die Containerstation an der Alten Kläranlage für immer dort bleibe und ob sie nicht beim Entnehmen von Löschwasser aus dem Osterbach störe. Preußner beruhigte, dass die Randstreifen kommen würden und die Wertstoffcontainer vielleicht wirklich für immer im Osterbachtal bleiben. Der Feuerwehr seien sie auf jeden Fall nicht im Weg.

Die Asbestrohre in Silheim kennt der Bürgermeister noch nicht

Thema war außerdem die Riesel-Entsorgung nach dem Winter, der verwilderte Zustand des „Flüchtlingsgartens“, wie ein Schrebergarten zwischen Kissendorf und Bühl seit den 1950er-Jahren heißt, und die privaten Hecken, die Autofahrern die Sicht nehmen können. Es ging um ramponierte Bordsteine in Schneckenhofen, um das viele Fremdwasser, das ins Kanalnetz eindringt, und um Asbestrohre, in denen in Silheim das Trinkwasser fließt. Davon hatte Preußner noch nie etwas gehört, versprach aber sich darum zu kümmern, ebenso wie um die anderen Themen.

Eine Änderung der Wasserqualität, nach der eine Bürgerin fragte, erschien Preußner als unwahrscheinlich, da das zugegebenermaßen kalkhaltige Wasser seit Jahren von der Rauer-Berg-Gruppe gekauft werde.

Scharfe Kritik äußerte ein Bürger an der Anzahl der Bürgerversammlungen. Waren es früher pro Jahr sieben, reduzierte Preußner schon im vergangenen Jahr auf zwei. „Das ist respektlos und nicht bürgerfreundlich. Ebenso ist es respektlos, wenn Jugendfeuerwehrleute ihre Ausrüstung nicht bekommen“, so die Ansicht des Bürgers. Preußner antwortete: „Die Zeiten, in denen die Bürger zahlreich in die Versammlungen kommen, sind vorbei. Zwei Termine reichen. Wir sind eine Gemeinde und ich bin im Rathaus grundsätzlich für jeden Bürger da.“

Die Ausrüstungsprobleme stritt Preußner nicht ab, das sei unglücklich gelaufen.

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