1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Bürgerinitiative will Kraftwerksbetrieb endgültig stoppen

Gundremmingen

05.01.2017

Bürgerinitiative will Kraftwerksbetrieb endgültig stoppen

Die BI Forum will den Betrieb des Akw stoppen.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Das „Forum“ mit seinem Vorsitzenden Raimund Kamm plant für dieses Jahr mehrere Aktionen gegen das Atomkraftwerk in Gundremmingen.

Ende dieses Jahres wird Block B des Atomkraftwerks (Akw) Gundremmingen abgeschaltet, Ende 2021 folgt Block C. Die Bürgerinitiative (BI) Forum will jedoch nicht so lange warten. Schon oft hat sie gefordert, das Kraftwerk komplett und möglichst sofort stillzulegen. An diesem Ziel hält die Gruppe auch im neuen Jahr fest. Unter dem Titel „Aktion 2017“ soll es forciert werden, kündigen Vorsitzender Raimund Kamm sowie Thomas Wolf und Elisa Akansu im Gespräch mit unserer Zeitung an.

Kamm: Atomkraftwerke Verbrechen an unseren Nachkommen

Dabei sollen mehrere Wege gegangen werden. Zum einen soll die Politik stärker für die Gefahren sensibilisiert werden. „Die Abschaltung läuft nur über die Sicherheitsdiskussion“, sagt Kamm. „Machen wir das politisch gewichtig, kommt die Aufsichtsbehörde nicht mehr drum herum.“ Er bleibt dabei: Die Notkühlsysteme entsprächen nicht den Vorschriften und die Schweißnähte des Reaktordruckbehälters seien ein Konstruktionsfehler. Zudem sei es „ein Verbrechen an unseren Nachkommen“, mit der Atommüllproduktion weiterzumachen, ohne dass bislang etwas von den Überresten entsorgt worden sei. Und dass auf Kernkraftwerke sofort verzichtet werden könne, habe die schnelle Reaktion nach dem Atomunglück von Fukushima gezeigt, als einige Meiler in kürzester Zeit vom Netz genommen wurden.

Dass Block C wegen eines Brennelementewechsels gerade für mehrere Wochen nicht läuft, verstärke den Eindruck, dass eine dauerhafte Abschaltung kein Problem sein dürfte. Zwar müssten dann klimaschädliche Erdgaskraftwerke einspringen, aber mit dem Ausbau erneuerbarer Energien könnten sie auch wieder zurückgefahren werden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Vor allem auf Gefahren hinweisen

Welche Aktionen die Bürgerinitiative zusammen mit der Mahnwache Gundremmingen organisiert, sei derzeit noch nicht spruchreif. Klar sei aber, dass es keine großen Demonstrationen sein werden, „denn sie entwickeln keine Kraft mehr, die Leute interessieren für andere Themen“, erklärt Thomas Wolf. Stattdessen werde mehr Wert auf eine zielgerichtete Information der Politik – „letztendlich entscheidet nun einmal das Parlament“, sagt Kamm – und der Bürger gelegt.

Dabei solle ihnen auch bewusst gemacht werden, wie viel gesundheitsschädliches Material auf dem Kraftwerksgelände vorhanden ist. Das erste Zeichen will die Initiative vor dem Neujahrsempfang der Ulmer SPD am kommenden Samstag setzen. An der ehemaligen Hochschule für Gestaltung wird Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erwartet, die mit einer kleinen Demonstration und einem Brief auf die Gefahren in Gundremmingen aufmerksam gemacht werden soll.

Der BI-Vorsitzende ist auch überzeugt, dass im Landkreis Günzburg die Stimmung in den nächsten Jahren umschlagen wird, wenn den Menschen deutlicher wird, dass das Geld des Kraftwerks fehlt, aber der Atommüll bleibt. „Bunte“ Aktionen würden übrigens nicht fehlen, verspricht Wolf, wie möglicherweise ein Festival. Protest dürfe schließlich auch Spaß machen.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20AKW%20Demo%20GZ%209%20M%c3%a4rz%202013_82.tif
Gundremmingen

Demo mit Blick auf das Atomkraftwerk

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket