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Gespräch

09.11.2019

Das erwartet sich Fridays for future von der Stadt

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Mitgliedern der Lokalen Agenda 21 diskutierten Vertreter von „Fridays for Future“ Günzburgs Weg hin zur klimafreundlicheren Stadt.
Bild: Ehrlich/Stadt Günzburg

Vertreter der Bewegung haben im Günzburger Rathaus mit OB Jauernig und Mitarbeitern diskutiert

Sie kamen zu viert und gut vorbereitet, die Aktivisten von „Fridays for Future“ in Günzburg. Gegliedert in vier Oberpunkte präsentierten sie ihre Forderungen. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Mitgliedern der Lokalen Agenda 21 wurde diskutiert und nach Lösungen gesucht. Die erste Maßnahme wird gleich im Advent umgesetzt. Oberbürgermeister Jauernig lud die jungen Menschen ein, an einer nachhaltigen Stadt mitzuwirken. So soll sich nach Vorschlag von Jauernig der nächste Stadtrat in seine Geschäftsordnung einen Klimaschutzbeirat schreiben. Aktivisten von „Fridays for Future“, Mitglieder des Stadtrats sowie der Agenda 21, Vertreter von Schulen, Handel und Stadtverwaltung sollen darin gemeinsam für ein klimafreundliches Günzburg arbeiten.

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Zuvor wurde intensiv diskutiert. „Fridays for Future“ lobte die bestehenden Bemühungen der Stadt Günzburg, klimafreundlich zu agieren. Oberbürgermeister Jauernig stellte die Förderprogramme, wie beispielsweise für nachhaltiges Bauen vor, ebenso die Pläne der Stadtentwicklung, der Fahrradstadt, der energieautarkeren sowie plastikfreien Stadt und die zahlreichen Beratungsangebote. Doch brachten die Jugendlichen auch etliche Forderungen mit ins Rathaus. Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bewerteten die Aktivisten als ungenügend: zu teuer, zu schlecht getaktet und zu wenig Haltestellen. Jauernig stimmte den Schülern zu: „Der ÖPNV muss im Landkreis ganz neu gedacht werden. Wenn wir Kraftfahrzeuge reduzieren wollen, müssen wir attraktive Alternativen schaffen. Als kommunaler Wahlbeamter und als Mitglied des Kreistages werde ich mich dafür einsetzen.“ Jauernig sicherte zu, Mitfahr-Apps für die Stadt sowie den Landkreis zu prüfen. In der Kapuzinergasse baut die Stadtverwaltung über den Winter neue überdachte und sichere Fahrradstellplätze. Ein Vorschlag des Viererteams soll gleich im Advent gelten: nicht nur kostenlos parken an den Adventssamstagen, sondern auch kostenlos Stadtbus fahren.

Im Bereich „regenerative Energien“ regten die Vertreter unter anderem an, Dach- bzw. Fassadenbegrünung bei Neubauten zu bezuschussen. Das zu prüfen und auszuarbeiten könne Aufgabe für den Klimaschutzbeirat werden. Den geforderten Ökostrom für alle öffentlichen Gebäude bezieht die Stadt bereits seit 2012, erläuterte Klimaschutzmanager Roman Holl.

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Wichtiger Baustein für ein klimafreundliches Handeln ist es, Müll zu vermeiden und Ressourcen einzusparen. In diesem Punkt waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig. „Als Kommune haben wir leider keine rechtliche Handhabe, Plastik in der Gastronomie zu verbieten. Hier ist der Gesetzgeber gefordert“, sagte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. „Bei unseren städtischen Veranstaltungen ist Einweggeschirr aus Plastik bereits verboten“, so Jauernig weiter. 13 Gastronomen schlossen sich im Sommer zu „#GZplastikfrei“ zusammen und befüllen mitgebrachte Mehrwegbecher in ihren Lokalen. Im nächsten Schritt soll darauf aufmerksam gemacht werden, mitgebrachte Dosen befüllen zu lassen. Die Idee, ein Günzburger Klimaschutzsiegel einzuführen, die Gaststätten und Lebensmittelgeschäfte auszeichnet, war ebenfalls eine Forderung von „Fridays for Future“. Momentan laufe dies im Stadtgebiet über die Plakette von „#GZplastikfrei“, erklärte Umweltfachkraft Christine Hengeler. Die „Fridays for Future“-Forderungen nach dem alleinigen Angebot von Bio-Fleisch auf städtischen Veranstaltungen sowie Verzicht auf Produkte mit Palmöl, sollen reflektiert werden.

Der naturnahe Ausbau von Grünflächen und Parkanlagen steht auf der Tagesordnung der Stadtverwaltung. Um diese auszuzeichnen und zu erklären, wurden spezielle Schilder angefertigt. „Naturschutz ist eine gesellschaftliche Aufgabe, hier sind alle gefordert, sich einzubringen, ob mit einer kleinen Nisthilfe auf dem Balkon oder mit einem naturnah bewirtschafteten Garten. Wir neigen dazu, den Schwarzen Peter hin- und herzuschieben, müssen aber als Gesellschaft einsehen, dass von uns allen ein Beitrag zum Artenschutz zu leisten ist“, gibt sich der Oberbürgermeister überzeugt. Auch hier hat Günzburg in den vergangenen Jahren schon einiges umgesetzt. (zg)

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