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Bühne

21.05.2014

Der Regisseur wohnt schon im Kloster

Zwei, die sich verstehen: Regisseur Philipp Julius Neumann und Schauspielerin Dörte Trauzeddel inszenieren im Juli mit großem Aufwand das Shakespeare-Stück „Ein Sommernachtstraum“ im Kloster Wettenhausen.
Bild: Bernhard Weizenegger

In Wettenhausen spielt im Sommer Shakespeares Sommernachtstraum

Es soll ein kultureller Höhepunkt werden, der Theatergeschichte in der Region schreibt. Mit großem Aufwand bringt das Neue Theater Burgau im Shakespearejahr das Stück „Ein Sommernachtstraum“ als Verfolgungstheater auf Bühnen im Kloster Wettenhausen. Dafür ist der Regisseur schon ins Kloster eingezogen.

„Ich bin die zehnte Nonne“, scherzt Philipp Julius Neumann über sein neues Zuhause. Der Regisseur wohnt bis zur Premiere in Zimmer Nummer 5 des Gästetrakts und ist angetan von der besonderen Atmosphäre der alten Mauern, der Stille und beeindruckenden Anlage im Kammeltal. „Es ist der perfekte Ort für unser Projekt“, schwärmt Neumann. Und die Ordensfrauen sind interessiert an der Inszenierung, die der Leipziger mit dem Neuen Theater Burgau ab 4. Juli als ungewöhnliche Darstellung preist. Das Zusammenwirken von Schauspiel, Musik und Aufführungsort werde für den Zuschauer zur „physischen Erfahrung“. Die weitläufige Anlage des Barockklosters lade zum Verfolgungstheater durch alte Gemäuer und Gänge, über Höfe zum Obstgarten, hinein in den Wald und immer tiefer in William Shakespeares Welt der Irrungen und Wirrungen ein.

Geboren ist die Idee mit der Leipziger Studienfreundin Dörte Trauzeddel, die sich als Schauspielerin in der Region einen Namen gemacht hat. „Wir haben vor eineinhalb Jahren die Idee gehabt, ein gemeinsames Sprechtheater auf die Beine zu stellen. Das Projekt wurde immer größer und größer, dann haben wir Anträge geschrieben, Schauspieler, Helfer und Unterstützer gefunden – und jetzt ist es endlich soweit“, beschreibt die Schauspielerin den Entstehungsprozess.

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In Kooperation mit dem St.-Thomas-Gymnasium und dem Freundeskreis des Klosters Wettenhauen wollen sie „das Kloster mit Leben erfüllen. Es wird keine Charityveranstaltung“. Unterstützt wird das aufwendige Projekt unter anderem aus dem Kulturfonds Bayern.

Schauspieler des Neuen Theaters Burgau spielen mit Jugendlichen des St.-Thomas- und des Dossenberger Gymnasiums Günzburg. Für einen generationsübergreifenden Inszenierungsansatz wird ein vielaltriges Ensemble auftreten: ältere Profis mit gecasteten Jungdarstellern.

Musikalisch wird der Kinderchor des Wettenhauser Gymnasiums und der Grundschule unter der Leitung von Markus Putzke sowie Musiker der Musikfachschule Krumbach unter Leitung von Markus Bodenseh das Werk von Felix Mendelssohn-Bartholdy umsetzen. Mit 16 Jahren komponierte der bereits die bekannte Ouvertüre. Regisseur Philipp Neumann verspricht für die neue Produktion eine moderne, jazzige Neubearbeitung der kompletten Theatermusik. (bwz/zg)

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