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Handball-Bayernliga

17.01.2020

Der VfL Günzburg und die trügerische Sicherheit der Euphoriewelle

Nach dem Überraschungscoup gegen Bayreuth genießen die Günzburger Handballer die Huldigungen ihrer Fans. Eine der wichtigsten Ausgaben in der Vorbereitung auf das anstehende Heimspiel gegen HT München wird nun sein, das gewonnene Selbstvertrauen nicht in Überheblichkeit münden zu lassen.
Bild: Ernst Mayer

Das Bayernliga-Heimspiel gegen HT München wird für Günzburg aus mehreren Gründen zur Kopfsache

Es ist ja so verführerisch, nach einem noch dazu positiv gestalteten Handball-Spektakel zu meinen, nun liefe alles von allein. Genau davor müssen sich die Günzburger Handballer hüten, wenn sie – urplötzlich als Tabellenführer (siehe Was das Aus in Heidingsfeld für den VfL Günzburg bedeutet) - ins Bayernliga-Heimspiel gegen HT München starten. Das erste Spiel der Rückrunde beginnt an diesem Samstag, 18. Januar, um 19.30 Uhr.

Im Hinspiel war's ganz knapp

Schon das Hinspiel gegen die Mannschaft aus dem Hachinger Tal zeigte eindrucksvoll, zu welcher Leistung die Münchner Vorstädter in der Lage sind. Von Beginn an dominierten auf beiden Seiten die Abwehrreihen und bis kurz vor Schluss stand das Spiel auf Messers Schneide. Am Ende konnten die Weinroten nur aufgrund reiner Willenskraft siegreich (19:18) die Heimfahrt antreten.

Obwohl beide Teams komplett auf Augenhöhe spielten, entwickelte sich die weitere Saison höchst unterschiedlich. Während die Günzburger Spieler um Abwehrchef Daniel Jäger sukzessive an die Tabellenspitze herankamen, rangieren die Gäste aus Haching mit nur neun Punkten mittlerweile im unteren Drittel der Liga. Ein wenig überraschend ist das Ergebnis allerdings schon. Eine Teilerklärung: In insgesamt fünf Spielen ließen die Spieler um Philipp Heinle in der Schlussphase Punkte liegen. Meistens führten sie auch gegen Topteams über größere Strecken, konnten die gute Leistung aber nie über 60 Minuten aufrecht erhalten. Nur einmal, zum Jahresabschluss gegen die SG Regensburg, konnten sie ein über 50 Minuten enges Spiel in den letzten zehn Minuten noch klar gewinnen.

Der VfL Günzburg und die trügerische Sicherheit der Euphoriewelle

Da zu erwarten ist, dass nach dieser Runde bis zu vier Mannschaften auf den Abstiegsrängen landen könnten, sind alle Teams bis zum neunten Platz mehr oder weniger in den beginnenden Abstiegskampf eingebunden. Als aktuell Zehnter muss HT alles in die Waagschale werfen, um am Ende ein weiteres Spieljahr in der höchsten bayerischen Liga bleiben zu dürfen. Die erste Chance, sich ein wenig in sichere Gefilde abzusetzen, haben die Münchner Vorstädter ausgerechnet gegen die Weinroten. Allein diese Vorstellung müsste normalerweise genügen, um jeglichen Anflug von Überheblichkeit aus den Köpfen der Weinroten zu vertreiben.

Über die Leistungsgrenze gegangen

Trainer Gábor Czakó kennt solche Situationen natürlich und er tat nach einem Tag der ausgelassenen Freude über den spektakulären Sieg gegen Bayreuth alles dafür, die Seinen wieder auf den harten Boden der Handball-Realität zu holen. Der Erfolg gegen den Titelanwärter aus Oberfranken wurde schließlich nur möglich, indem jeder einzelne Günzburger Spieler ein klein wenig über seiner körperlichen und handballerischen Leistungsgrenze spielte. Glücklicherweise erschöpfte sich der Tribut für die grandiose Energieleistung in ein paar müden Knochen zu Wochenbeginn.

Am grundlegenden Problem der Weinroten wird sich aber auch für das anstehende Heimspiel nicht viel ändern. Der Kader der Weinroten ist vor allem im Rückraum erneut auf Kante genäht. Dies erfordert nicht nur ein paar taktische Angleichungen im Angriff. Vielmehr ist es auch gegen die Münchner zwingend notwendig, dass jeder einzelne Spieler über 60 Minuten wieder nahe an seiner Leistungsgrenze spielt. (zg)

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