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26.09.2010

Der künstlerische Akzent fehlt noch

Der künstlerische Akzent fehlt noch
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Die Geschichte der Burgauer Kapuzinerhalle, dargestellt als gläserne Fotokomposition von Pit Kinzer, gewann den Wettbewerb "Kunst am Bau", dessen Preisverleihung im Rahmen der Burgauer Kunstmeile stattfand. Repro: Weizenegger

Burgau Noch ist die Kapuzinerhalle in Burgau nicht vollendet. Zwar läuft der Betrieb bereits ein Dreivierteljahr, aber ein wichtiges Detail fehlt: ein markantes Kunstwerk, das an der gelungenen Anlage einen weiteren ästhetischen Akzent setzt.

Der Förderverein "Alte Turnhalle", zu Erhalt und Sanierung der Burgauer Institution gegründet, stellt mit 24 000 Euro eine nicht unerhebliche Summe für "Kunst am Bau" zur Verfügung.

Wie der Vorsitzende Rolf Eichelmann in einer kleinen Feierstunde zur Preisvergabe am Freitagabend in der Kapuzinerhalle erläuterte, hatte der Verein eine entsprechende Ausschreibung durchgeführt und die Unterlagen an 35 Künstler verschickt. Immerhin 15 von ihnen kamen nach Burgau, um sich das Gebäude anzuschauen und Möglichkeiten der künstlerischen Gestaltung auszuloten. Schließlich reichten 13 Künstler Entwürfe für Kunst an der Kapuzinerhalle ein.

Die Jury tat sich nicht leicht, denn die eingereichten Entwürfe hatten durchweg attraktive Ansätze zu bieten - und viele von ihnen würden der Kapuzinerhalle gut zu Gesicht stehen. Doch die Mittel sind begrenzt und so mussten sich die Jurymitglieder bescheiden.

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Drei Preise vergeben

Drei der Arbeiten wurden Preise verliehen. Zwei sind für den Außenbereich bestimmt. Philipp Jäger erhielt für seinen Entwurf von Blechmasken, die über den Anbau ragen und Passanten in der Augsburger Straße auf den Veranstaltungsort aufmerksam machen könnten, den dritten Platz. Der zweite Preis ging an Norbert Zagel, einen Künstler aus Langweid, für dessen monumentale Figur (kleines Foto) aus teilveredeltem Stahl mit Rostpatina.

Über den ersten Platz sei man sich in der Jury auf breiter Front einig gewesen. Das für den Innenbereich entworfene Objekt von Pit Kinzer zeichne sich auch dadurch aus, dass es keine Irritation des gestalterischen Konzeptes von Architekt Arno Kohl darstelle. Kinzer hat das Modell eines Bildes eingereicht, das die vielfältige Geschichte der Halle auf raffinierte Weise widerspiegelt.

Etappen der unterschiedlichen Nutzung werden auf einer Fotoglaswand von hinten nach vorn gestaffelt, umso mehr in der Vergangenheit, desto mehr verblassen Erinnerung und Farbe: In grauer Vorzeit stehen die Kapuzinermönche, es kommen Soldaten und Lazarettschwestern, Flüchtlinge, Sportler und viele andere Details geben ein reiches Abbild der langen Geschichte des Bauwerks. Als Gestaltung des Durchgangs vom Foyer zur zweiten Vorhalle könnte das Kunstwerk den Blick der Gäste im Saal durch die geöffnete Flügeltür auf sich ziehen.

Kostenkalkulation

Der Künstler veranschlagt rund 15 000 Euro Gesamtkosten für sein Werk, was dem Verein noch eine Verfügungssumme in der Kasse beließe, sollte sich am 5. Oktober der Stadtrat für das Kunstwerk des Ottobeurers Pit Kinzer entscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt bleiben die Entwürfe in der Kapuzinerhalle, Stadträte und Bürger haben Gelegenheit, sich die Kunstvorschläge anzusehen.

Vereinsvorsitzender Rolf Eichelmann, der die beiden Erstplatzierten Kinzer und Zagel zur Preisverleihung in der Kapuzinerhalle begrüßen konnte, überreichte den Künstlern Urkunde und einen Anerkennungsbetrag.

Galerist Berthold Groß trat spontan ans Mikrofon und unterbreitete mit Blick auf Bürgermeister Konrad Barm und die anwesenden Stadträte den Vorschlag, auch das Kunstwerk des Zweitplatzierten Norbert Zagel anzukaufen, damit der Außenbereich der Kapuzinerhalle ebenfalls ein Kunstwerk bekäme, was den Aufmerksamkeitsfaktor deutlich erhöhen würde. Der Förderverein und die Stadt Burgau könnten kostenmäßig je ein Kunstwerk übernehmen. (adl)

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