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Kirchenkonzert

08.10.2019

Die Kraft der Orgel und ein großes Orchester

Am Sonntag fand in der Burgauer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt ein Kirchenkonzert des Bezirksjugendorchesters statt.
Bild: Peter Wieser

Standing Ovations gab es für das Bezirksjugendorchester in Burgau

Das war gewaltig, wie die 50 Musikerinnen und Musiker, alle im Alter zwischen 14 und 27 Jahren, am Sonntag mit der Fanfare aus „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss das Kirchenkonzert eröffneten. Ein solches in dieser Art hatte es in der Burgauer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt noch nicht gegeben: vorne der Erntedankaltar, dahinter das Bezirksjugendorchester des Bezirks 12 Günzburg des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds unter der Leitung von Bezirksdirigent Christian Weng und oben auf der Empore Elias Smalko an der Orgel.

Die Kirche war voll. Gleichzeitig war es das erste Kirchenkonzert des Bezirksjugendorchesters überhaupt, wie Michael Fritz, der stellvertretende ASM-Bezirksvorsitzende, zu Beginn erwähnt hatte. Zunächst war es Christian Weng, der im Anschluss in Worten die biblische Geschichte beschrieb, in der Noah eine Arche baut, um mit den Tieren der Erde der Sintflut zu entkommen. Dann war es das Orchester, indem es das Monumentalwerk des belgischen Komponisten Bert Appermont „Noah’s Ark“ – ein Höchststufenstück – musikalisch umsetzte: ein dramatisches Klangerlebnis aus einer die Arche besteigenden Tierparade, begleitet von Regenprasseln und Donnergrollen, einer Reise über die Wogen des Meeres, hin zur Sonne und den Farben des Regenbogens. Umso beruhigender und einfühlsamer zeigten sich die Musikerinnen und Musiker mit dem Werk „Seal Lullaby“, dem Wiegenlied einer kleinen Robbe, des amerikanischen Komponisten Eric Whitacre. Elias Smalko – er war bereits bei der Eingangsfanfare an der Orgel in Erscheinung getreten – hatte die in diesem Stück tragende Rolle an den Tasten übernommen.

Warum kommt man überhaupt darauf, zu einem Blasorchester eine Orgel hinzuzunehmen? Um als Gesamtes so zu klingen, wie das Werk an einer Orgel, gab Dirigent Christian Weng selbst die Antwort darauf. Es gebe nichts Schöneres als, wenn man alle Instrumente zusammensetze, die Töne der Königin der Instrumente nachzuahmen. Das Stück „Spirit“ des Komponisten Hans Zimmer, Filmmusik und gleichzeitig eine zu Kraft und Lebensmut bewegende Musik sollte den Brückenschlag zu den beiden folgenden Werken bilden: Mit der Kurzgeschichte „Erntedank“ von Gaby Schumacher leitete Christian Weng dazu über: Nicht er selbst, sondern Tizian Foag führte nun als Dirigent mit dem Konzertwerk „To my Country“ von Bernard Zweers das Orchester zu einer Hymne an die eigene Heimat zusammen. Jetzt zeigte sich so richtig die Kraft der Orgel, deren mächtige Klänge sich nun begleitend durch die Stadtpfarrkirche verbreiteten. Und noch mehr: Mit dem Konzertwerk „Pilatus“ des Komponisten Steven Reineke, einem weiteren Oberstufenwerk, ließ die Orgel zusammen mit dem Bezirksjugendorchester die Zuhörer nicht nur die mystische Dramatik des sagenumwobenen Schweizer Bergmassivs musikalisch spüren, gleichzeitig sollte diese auch an Friede und Toleranz erinnern.

Was den Zuhörern geboten wurde, ließen diese nun die Musiker spüren: mit Ovationen und minutenlangem Applaus. Den gab das Orchester mit einer Zugabe und einem weiteren Gast zurück: mit Leonard Cohens „Halleluja“ und der Stimme von Jana Linzmeier – die feierliche Vollendung einer großartigen Konzertstunde.

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