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Kunst

14.11.2013

Die etwas andere Weihnachts-Ausstellung

Mitglieder des Kunstvereins Off Art stellen in der Burgauer Galerie aus. Vorsitzender Ralf Strassner (Zweiter von rechts) kritisierte bei der Eröffnung den Kunstmarkt. Die in Burgau präsentierten Werke hätten alle erschwingliche Preise.
Bild: G. Adlassnig

Mitglieder des Vereins Off Art zeigen in der Burgauer Galerie ihre Werke

Burgau Eine Weihnachtsausstellung der anderen Art präsentiert derzeit Off Art in der Burgauer Galerie. 27 Kunstschaffende, allesamt Mitglieder des Günzburger Kunstvereins, haben kleinformatige Werke eingereicht, die bis zum 17. November während der regulären Öffnungszeiten der Galerie zu sehen und zu kaufen sind.

Ralf Strassner, Vorsitzender des 1992 gegründeten Vereins und selbst malend kreativ, hatte die Off Art Mitglieder dazu aufgefordert, für eine Weihnachtsverkaufsausstellung in diesem Jahr nur Werke einzureichen, die DIN A4-Formate nicht überschreiten. Der Hintergrund: In der Galerie sollten möglichst viele Werke zu sehen sein. Ein weiterer, ganz profaner Grund für die Größenbeschränkung liegt im Preis der Bilder. Die sollten für jedermann erschwinglich sein und nicht zu einer echten Investition auf dem Kunstmarkt werden.

Den und die nicht selten fragwürdigen Auslassungen der Kunstkritiker nahm Strassner kritisch unter die Lupe, anstatt sich in seiner Einführung zur Weihnachtsausstellung in Erläuterungen einzelner Ausstellungsstücke zu verzetteln und selbst zum Kunstkritiker an den Werken seiner Vereinsfreunde zu werden.

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Strassner setzte sich mit den großen Trends auf dem Kunstmarkt auseinander und gab einen entlarvenden Einblick in einen Kosmos, in dem das Kunstwerk zum Spekulationsobjekt verkommt, in dem Kritiker mit verblasenen Worthülsen Kreationen zu Investitionen aufblähen, so dass sich Kunst und Kommerz verbinden, bis letztendlich die ästhetische Qualität eines Werkes an seinem Marktwert gemessen wird.

Die Preise sind erschwinglich

Dem setzte der Vorsitzende des Kunstvereins die ausgestellten Arbeiten von Off Art-Mitgliedern entgegen. Sie alle haben sich entschieden, ihre Werke zu erschwinglichen Preisen anzubieten, auch die professionellen Künstler unter den Mitgliedern. Kunst als Bereicherung des normalen Lebens abseits der Spekulationen des Kunstmarkts.

In der Weihnachtsausstellung sind die Arbeiten breit gestreut. Aquarelle und Grafiken, Gemälde in Acryl oder Öl, Collagen und Mischtechniken, auch Skulpturen. Abstrakte Farbwelten, altmeisterliche Stillleben, Karikaturen und Landschaften entdeckt der Betrachter, der sich für eine eingehende Besichtigung Zeit lassen muss. Denn die kleinen Formate fordern Aufmerksamkeit und die Vielzahl (70) der Ausstellungsstücke mit ihren so unterschiedlichen Techniken und Stilen ist nur zu bewältigen, wenn mehr als einmal hingeschaut wird.

Dann gibt es allerlei zu entdecken: Bekannte Namen finden sich wie Moravec und Kleinhans, wie Heckl und Wende und viele andere, dem Verein verbundene Künstler. Sogar der inzwischen international berühmte ehemalige Günzburger Michael Wutz, Horst-Jansen-Grafik-Preistäger 2011, hat für die Ausstellung in Burgau aus Berlin eine Grafik geschickt.

Aber auch neue Namen finden sich, Nachwuchskünstler bekommen bei Off Art eine Chance: der Leistungskurs Kunst des Dossenberger Gymnasiums unter der Leitung von Vereinsmitglied Birgit Rembold ist mit sieben floralen Zeichnungen dabei und das jüngste Mitglied, die 16-jährige Tugba Cakmak kann zwei Gemälde ausstellen.

Die Weihnachtsausstellung des Kunstvereins Off Art in der Burgauer Galerie ist noch bis 17. November zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 9.30 bis 12.30 Uhr; Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag auch 14.30 bis 18 Uhr. Samstag, 16. November, geschlossen, Sonntag 17. November, 17 Uhr, Finissage.

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