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Soziales

17.04.2015

Eine kleine und dennoch große Hilfe

Ehrenamtliche Paten sollen Familien bei der Alltagsbewältigung unterstützen

Wer einen Haushalt zu organisieren hat, der weiß, was das für Arbeit ist: Kochen, Putzen, Waschen, die Kleinen im Taxi Mama (oder Papa) durch die Gegend zu fahren, wenn am Samstag mal wieder ein Spiel ansteht und nicht zuletzt der Behördenkram. Das ist für gut organisierte Elternpaare gelegentlich eine ziemliche Belastung, für andere noch viel mehr: etwa Alleinerziehende oder Familien in schwierigen sozialen Verhältnissen. Auch Migrantenfamilien tun sich häufig schwer mit dem Alltag in Deutschland. Eine kleine und doch große Hilfe könnten Familienpaten sein. Die soll es bald auch im Landkreis Günzburg geben.

Anderswo klappt das schon länger. Im gesamten Freistaat hat sich ein Netzwerk namens „Familienpaten Bayern“ etabliert. An 50 Standorten sind die freiwilligen Helfer als eine Art Lotse durch den Alltag aktiv. Der Landkreis Günzburg wäre dann die Nummer 51. Der Ausschuss für Soziales, Familien und Senioren hat nun einmütig beschlossen, ebenfalls das Familienpaten-Projekt umzusetzen. Dafür muss eine Person als Koordinator fest angestellt werden, während die Helfer freiwillig arbeiten.

solche Koordinatorin ist die Sozialpädagogin Marion Kalokerinos. Sie organisiert die Familienunterstützung im Landkreis Neu-Ulm. Wie sie dem Ausschuss in Günzburg jetzt erklärte, sollen die Paten bis zu drei Stunden in der Woche Familien, „die so ein bisschen in der Schieflage sind“, bei der Lösung ihrer Alltagsprobleme helfen. Dabei gehe es vor allem um solche, die keine Verwandten in der Nähe haben oder in ihrem Wohnort nicht auf die Hilfe von Nachbarn oder Freunden bauen können. So ein bisschen Unterstützung sei oft schon sehr sinnvoll, denn dadurch könne etliches abgefangen werden, bevor es zum großen Problem werde. „Mit kleinen Hilfen ist oft schon viel erreicht“, sagte Marion Kalokerinos. Viele wissen beispielsweise gar nicht, welche Hilfsangebote ihnen zur Verfügung stehen.

Wie schwierig die Dinge manchmal sein können, erläuterte sie am Beispiel eines Bankenfachmanns aus dem Nachbarlandkreis, der sich als Pate engagiert und einer Familie behilflich war, damit sie Hartz IV bekommt: „Er hat gesagt, es ist leichter, einen Konzern zu kaufen, als diesen Antrag auszufüllen.“ Sie sieht die Familienpaten als Hilfe zur Selbsthilfe. Deshalb ist die Unterstützung auch nicht von Dauer, sondern auf ein Jahr begrenzt.

Die Freiwilligen, die sich als Paten zur Verfügung stellen, werden auf ihre Eignung hin überprüft, entsprechend für ihre Aufgabe qualifiziert, betreut und laufend weitergebildet.

Um die Sache ins Laufen zu bringen und auch am Laufen zu halten, muss eine entsprechende Halbtagsstelle geschaffen werden. Für die gibt es anfangs finanzielle Unterstützung von Sponsoren. Das Landratsamt geht davon aus, dass es bis zum Dezember 2017 dauert, bis das Projekt auf die Beine gestellt und angelaufen ist. Bis dahin wird es aus Spendenmitteln finanziert, für die es bereits einige Zusagen gibt. Auch das Leserhilfswerk unserer Zeitung, die Kartei der Not, wird sich an der Startphase beteiligen. Danach wird der Kreis die Finanzierung übernehmen. (hip)

wird im Landkreis unter anderem unterstützt vom Kinderschutzbund, der Fachstelle Sozialdienst und der Koordinierenden Kinderschutzstelle am Landratsamt, der Erziehungsberatungsstelle, der Beratungsstelle für Alleinerziehende, der Migrationsberatungsstelle des Diakonischen Werks, dem Freiwilligenzentrum Stellwerk, dem Kreisjugendamt, dem Beauftragten für Familie, Demografie und Integration des Landkreises, der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt und dem Lebenshilfezentrum Günzburg.

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