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Jettingen-Scheppach

03.08.2020

Förderverein unterstützt Ärmste in Burkina Faso

Eine Frau in Burkina Faso bedankt sich bei Pfarrer Emanuel für die gespendeten Lebensmittel.
Bild: E. Sawadogo

Der Förderverein Kaya-Emanuel in Jettingen-Scheppach zeigt Nächstenliebe gegenüber den Ärmsten.

Seit zehn Jahren unterstützt der Förderverein Kaya Emanuel in Jettingen-Scheppach Bildungsangebote für Not leidende Menschen in Burkina Faso. Das westafrikanische Land zählt zu den bitterärmsten auf der Welt, zur seit Jahren andauernden humanitären Dauerkrise rauscht nun eine enorme Flüchtlingswelle über den Sahel-Staat hinweg. Pfarrer Emanuel, der Ansprechpartner des Vereins vor Ort, berichtete unlängst in einer Mail: „In meinem Land ist nicht das Coronavirus das Problem, das viel größere ist das Flüchtlingsthema.“

Noch Anfang 2019 lebten in Burkina Faso unter 20 Millionen Einwohnern ungefähr 80000 Binnenflüchtlinge. Heute sind es fast zehn Mal so viele, etwa 765000. Die Vereinsvorsitzende Silvia Gräfe hat zusamen mit ihren Mitarbeitern nun beschlossen, im Angesicht der sich zuspitzenden Lage „mit unseren Spendengeldern Nahrungsmittel und Bekleidung zu kaufen, die unsere Partner vor Ort an die Ärmsten der Armen verteilen sollen.“

Im Einsatzgebiet des Fördervereins sind an die 400000 Flüchtlinge angekommen

Allein im rund um die Stadt Kaya liegenden Einsatzgebiet des Fördervereins sind inzwischen an die 400000 Flüchtlinge angekommen. Die Menschen flüchten aus den nördlichen Grenzgebieten vor Terror und Gewalt radikaler Gruppierungen.

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„Die Folgen dieser Gewalt sind verheerend“, hat Gräfe erfahren. Auch das eigentliche Tätigkeitsgebiet des Fördervereins quält sich derzeit durch schwere Zeiten. Gräfe berichtet: „Das Bildungssystem im Norden ist seit mehr als einem Jahr vollständig zusammengebrochen. Glücklicherweise ist derzeit keines unserer Patenkinder von den Schulschließungen betroffen, da die Stadt Kaya südlicher liegt.“

Pfarrer Emanuel berichtet von materieller und seelischer Not

Nicht nur die materielle Not ist groß, auch die seelische. Pfarrer Emanuel berichtet immer wieder von sehr schlimmen Situationen, in denen Menschen vor Ort stecken. Seine Helfer und er nehmen sich wann immer es geht Zeit, um miteinander über das Erlebte zu reden.

Gräfe wirbt in ihrer schwäbischen Heimat um Unterstützung. „Mir ist klar, dass die momentane Situation für uns alle, auch in Deutschland, nicht einfach ist“, sagt sie vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Und fährt fort: „Dennoch bedeutet es für jeden Einzelnen in Burkina Faso, der durch unsere Spendengelder Unterstützung erfährt, dass es im fernen Deutschland Menschen gibt, denen Nächstenliebe und Solidarität wichtig sind. Und diese Werte sind momentan wichtig.“ (zg)

Informationen zum Förderverein Kaya Emanuel gibt es unter www.kaya-emanuel.de

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