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Burgau

20.07.2019

Für Sanierung der Christuskirche gibt es eine Hürde

An Wänden der Christuskirche sind deutliche Spuren von Feuchtigkeit zu sehen. Und auch an der Lichtpyramide muss etwas getan werden.
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An Wänden der Christuskirche sind deutliche Spuren von Feuchtigkeit zu sehen. Und auch an der Lichtpyramide muss etwas getan werden.
Bild: Bernhard Weizenegger

An Wänden des Gotteshauses in Burgau muss einiges gemacht werden. Doch starten können die Arbeiten nicht. Derweil gibt es Neues zur Familie aus dem Kirchenasyl.

Pfarrer Peter Gürth spielt da mit so einer Idee: „Wir könnten die Kirche solange abschließen, bis wir das Geld zusammen haben und draußen den Gottesdienst feiern“ – zumindest im Sommer. Wie ernst er das meint, sei dahingestellt, jedenfalls muss er sich etwas einfallen lassen, um eben dieses Geld zu generieren. Es geht um das Startkapital für Sanierungsarbeiten an der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Burgau neben dem Friedhof.

An drei Stellen sind die Wände feucht und auch an der Lichtpyramide muss etwas gemacht werden. Zwei Drittel der voraussichtlichen Gesamtkosten von gut 250000 Euro muss die Kirchengemeinde selbst tragen, ein Drittel übernimmt die Bayerische Landeskirche, und wenn es Zuschüsse gibt, könnte die Pfarrei vielleicht mit 90000 Euro an Eigenmitteln auskommen. Das Problem: Wenn nicht 20000 bis 22000 Euro als Grundstock da sind, dürfen die Arbeiten nicht beginnen.

Für Kirchensanierung kommen bei Pfarrfest nur 1260 Euro zusammen

Beim Pfarrfest waren deshalb gegen eine Spende von mindestens zehn Euro kleine symbolische Backsteine verkauft worden. Der Erlös: 1260 Euro. Der Pfarrer macht hier eine Gegenrechnung auf: Würde jedes der gut 1500 Gemeindemitglieder zehn Euro geben, sähe die Sache schon ganz anders aus.

Für Sanierung der Christuskirche gibt es eine Hürde
An Wänden der Christuskirche sind deutliche Spuren von Feuchtigkeit zu sehen. Und auch an der Lichtpyramide muss etwas getan werden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Hinter ihm und den zuständigen Gremien liegen jetzt zwei Jahre an Untersuchungen. Fest steht, dass es in den Wänden feucht ist. Es gibt einen großen Fleck, einen, der kleiner wird – und einen, der zunimmt. Das Wasser dringt wohl aus defekten Regenrinnen ein, die recht verschachtelt ineinandergreifen. In einer ist definitiv ein Loch, in einer zweiten wohl auch, an die man aber noch nicht herangekommen ist, und auch in der Bitumenschicht des Betonflachdachs ist wahrscheinlich ebenfalls eines.

Die gute Nachricht: Ein statisches Problem gebe es nicht. Die Kirche ruht auf mehreren Betonpfeilern, die Wände umkleiden diese, die Flecken haben auch nichts mit Schimmel, sondern mit Kalk zu tun, erklärt Gürth. Neben den Wänden müssen eventuell auch noch die Abdichtungen an den Fenstern erneuert werden, eine besondere Dringlichkeit gebe es nicht – und mit archäologischen Funden wie in Leipheim sei auch nicht zu rechnen, sagt der Pfarrer mit einem Lachen. Schließlich stammt die Kirche aus den 1950ern.

Schon die Voruntersuchungen haben 20000 Euro gekostet

Er rechnet mit maximal zwei Jahren für die Sanierung; wann sie beginnen kann, hänge eben davon ab, wie schnell das Startkapital aufgebracht werden kann. „Wobei wir schon 20000 Euro für die Voruntersuchungen ausgegeben haben.“ Unklar ist derzeit noch, welche Lösung es für den Blendschutz der Lichtpyramide geben soll. Wenn an den Wänden gearbeitet wird, sollten die Gottesdienste normalerweise weiter in der Kirche gefeiert werden können, wenn es an die Pyramide geht, könne man zur Not in den Gemeindesaal ausweichen.

An Wänden der Christuskirche sind deutliche Spuren von Feuchtigkeit zu sehen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Es gebe natürlich auch viele Wünsche, was man in einem machen sollte, wie eine neue Hörschleife, „aber das Leben ist nun einmal kein Wunschkonzert“. Manches könne man auch selbst erledigen, etwa die Bänke abschleifen und neu lasieren. Für Gürth ist Burgau, wo er gerne weiter tätig sein möchte, übrigens die erste eigene Pfarrstelle, seit fast fünf Jahren ist er hier. Darauf vorbereitet wurde er unter anderem mit einem „Pfarramtsführungskurs“ – ein vierstündiger Crashkurs Baukunde war inklusive. Wie es künftig mit der Gemeinde und anderen Pfarreien weitergeht, wird sich in wenigen Jahren zeigen, wenn die neue Struktur des Dekanats Neu-Ulm beschlossen ist.

Nach dem Kirchenasyl ist Familie zurück in den Irak gegangen

Neben der Kirchensanierung hat die Gemeinde über einen längeren Zeitraum noch ein anderes Thema bewegt: Bakhtyar Mahmood Hama, seine Frau Hawar Mohammed Ahmed, die Töchter Diya Bakhtyar Mahmood, Dima Bakhtyar Mahmood sowie die Zwillinge Mohammed und Ahmed lebten 2018 sechs Monate lang im Kirchenasyl in der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Burgau. Eigentlich durften sie nach der Dublin-III-Regel nicht in Deutschland bleiben, weil sie zuerst in Rumänien registriert worden waren. Doch ihr reguläres Asylverfahren wurde nach dem Kirchenasyl wieder aufgenommen.

Wie Pfarrer Peter Gürth jetzt unserer Zeitung sagt, wollte vor allem die Mutter wieder zurück in die Heimat Irak – und die Familie ging im März schließlich dorthin. Die Mutter und der Vater arbeiten inzwischen wieder als Lehrer. Nach dem Regierungswechsel im Irak sei die Rückkehr für sie möglich geworden. Er selbst, sagt Gürth, würde wieder Menschen Kirchenasyl bieten. Es sei kein Freibrief, aber Hilfe in einer Grauzone, die der Staat nicht geregelt habe. Zudem gebe es einen engen Kontakt zu den Behörden.

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