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Leipheim

18.10.2019

Gibt es bald noch mehr Solarfelder in Leipheim?

Etwa 5000 Fotovoltaikmodule will ein Landwirt gegenüber der bestehenden Fotovoltaikanlage nahe Riedheim errichten.
Bild: Bernhard Weizenegger

Ein Landwirt möchte zwischen Leipheim und Riedheim eine Fotovoltaik-Freifläche errichten. Einige Stadträte sehen das Vorhaben aber kritisch.

Ein Landwirt möchte auf einer knapp 1,8 Hektar großen Fläche zwischen Riedheim und Leipheim eine große Fotovoltaik-Freifläche errichten. Dafür müsste aber zuerst der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Einige Stadträte äußerten sich kritisch gegenüber dem Projekt.

In der Stadtratssitzung am Mittwochabend sollte aber eigentlich nur grundsätzlich über das Projekt informiert werden. Benno Baur und Dominik Pfeifer von der GP Joule Projekt GmbH, die die Anlage für den Landwirt planen, stellten das Vorhaben genauer vor. So soll auf einer Fläche von 1,78 Hektar, gegenüber einer bereits bestehenden Freifläche weitere Fotovoltaik-Module errichtet werden. 5000 insgesamt, mit einer Leistung von 1,5 Megawatt. So könnten, erklärte Baur, 430 Haushalte versorgt werden.

Früher wurde auf dem Grundstück Kies abgebaut

Das Grundstück eigne sich deshalb besonders gut für eine Freifläche, weil es „schlechtes Ackerland“ sei. Dort wurde früher Kies abgebaut, Ende der 1970er Jahre wurde der entstandene Baggersee wieder verfüllt. Im Grundbuch wird das Flurstück als Ökoland geführt. „Es wächst nicht besonders viel drauf“, informierte Baur. Weiter zitierte er aus einem Schreiben des Bauernverbands: Wenn es sich um eine für den landwirtschaftlichen Anbau schlechte Fläche handle, sehe der Bauernverband das Vorhaben als problemlos an. Der Betrieb der Anlage wird auf 20 bis 30 Jahre gerechnet. Der Rückbau werde, so sei es üblich, über eine Bürgschaft abgesichert. Das Material müsse vom Lieferanten wieder entsorgt werden.

Gibt es bald noch mehr Solarfelder in Leipheim?

Auf Nachfrage von Bürgermeister Christian Konrad erklärten die Projektplaner, dass zwischen den Modulen und dem Zaun, der die Fläche eingrenzt, ein Abstand von mindestens drei Metern bestehen muss. Vom Zaun zur nächsten Straße müssten noch einmal drei Meter Abstand eingehalten werden. Sehr kritisch sah Grünen-Rätin Brigitte Mendle das Projekt. „Ich habe kein Problem mit Fotovoltaik. Aber ich habe ein Problem mit Fotovoltaik-Freiflächen.“ Das Grundstück könne für die Natur anderweitig genutzt werden. Sie wünsche sich innovative Ideen. „Eine Wasserstoffanlage wäre mir lieber“, sagte Brigitte Mendle. Es gebe genug Hausdächer, auf denen Fotovoltaikanlagen errichte werden können. „Aber wir sollten nicht schon wieder Flächen verbrauchen.“

Trotz Fotovoltaik könnten Blühflächen angelegt werden

Dominik Pfeifer erklärte, dass die Fläche trotz Fotovoltaik extensiv genutzt werden könne, zum Beispiel könnten Schafe darauf weiden. Auch Blühflächen könnten dort angelegt werden. Horst Ihle (UWG) sprach sich ebenfalls gegen das Vorhaben aus. Leipheim habe vor einigen Jahren eine Konzentrationsfläche für Fotovoltaik-Anlagen ausgewiesen. Diese sei erst zu einem Drittel belegt. Er plädierte dafür, erst diese Fläche zu nutzen, bevor eine neue ausgewiesen werde.

Günther Kreis (CSU) hatte allerdings keine Einwände. „Gegenüber funktioniert es, warum sollte es hier nicht funktionieren.“Eine Entscheidung fiel am Mittwochabend nicht. Die Fraktionen sollten sich erstmal beraten, in der nächsten Sitzung kommt das Thema dann wieder auf den Tisch.

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