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Günzburg

30.08.2019

Günzburger Innenstadt-Poller lösen Riesenärger aus

An diesem Wochenende werden die Poller meistens oben sein.
Bild: C. Kirstges

Noch sind die ausfahrbaren Poller in Günzburg noch nicht einmal in Betrieb, doch der Ärger ist bereits groß. Ein Apotheker in der Innenstadt nennt eingeschränkte Anlieferzeiten „geschäftsschädigend“.

Die elektrisch versenkbaren und ausfahrbaren Poller im Innenstadtbereich von Günzburg lösen massiven Ärger aus noch bevor überhaupt der Probebetrieb läuft. Apothker Jan Jaud (Obere Apotheke) hat angekündigt, gegebenenfalls den Rechtsweg beschreiten zu wollen – nachdem die Stadt den Arzneimitteltransporteuren für Anlieferungen keine Ausnahmegenehmigung erteilt.

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„Es geht hier ja nicht um Bierlaster oder um Klamotten, die gebracht werden. Wir haben einen staatlichen Versorgungsauftrag.“ In Günzburg werden die Apotheken von zwei Firmen beliefert. Vier Touren gibt es Jauds Auskunft zufolge. Zwei davon liegen in den „Sperrzeiten“, in denen der Verkehr vom Marktplatz verbannt wird.

Ausnahmen gibt es nur für Rettungsfahrzeuge und Stadtbusse

Das ist im Zeitraum vom 21. März bis 31. Oktober werktags zwischen 11 und 14 Uhr und zwischen 17 und 2 Uhr. Dann stehen die Poller. Ausnahmen gibt es für Rettungsfahrzeuge und Stadtbusse, die auf den Platz dürfen. Vom 1. November bis Ende Februar darf – das ist die gewohnte „Winterregelung“ – der Marktplatz befahren werden.

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Jaud möchte sich mit der Situation nicht abfinden. Er fragt: „Wann holen Menschen, die arbeiten müssen und deren Medikament nicht vorrätig ist, das Arzneimittel ab?“ Der Apotheker gibt gleich selbst die Antwort: „In der Mittagspause oder nach Büro- und Geschäftsschluss.“ Und genau davor könne dann nicht mehr angeliefert werden.

Der Vorschlag der Stadtverwaltung gegenüber dem Apotheker sei gewesen, gegebenenfalls die Arzneimittel im unteren Teil des Marktplatzes mit einer „Sackkarre“ abzuholen. Denn der Marktplatz „ist ja nicht komplett gesperrt. Dort sind speziell geschaffene Haltezonen für Lieferdienste“, sagt am Freitagmittag Friederike Kurtenbach von der Stadt Günzburg auf Nachfrage.

Stadt Günzburg will mehr Sicherheit und weniger Verkehr auf dem Marktplatz

Jaud empfindet das nicht als zielführenden Vorschlag: Nicht nur, dass Mitarbeiter mit dieser Transportmethode „fünf- bis achtmal hin und her“ müssten. „Unter den Arzneimitteln sind verschreibungspflichtige Sachen, Betäubungsmittel, die speziellen Vorgaben unterliegen, kühlpflichtige Artikel, deren Kühlkette nicht unterbrochen werden darf.“ Das alles „kann man nicht so lustig durch die Gegend karren“. Die Stadt will durch die Poller „mehr Aufenthaltsqualität, mehr Sicherheit und weniger Verkehr auf dem Marktplatz“. Für Jaud bedeuten die Maßnahmen dagegen „geschäftsschädigendes Verhalten“.

Die rund 160000 Euro teure Anlage (Poller, Beschilderung) versperrt Autos bis Samstagmorgen und von Samstag, 17 Uhr bis Montagmorgen den Weg auf den Marktplatz. Ein vollautomatischer Betrieb ist aus technischen Gründen noch nicht möglich.

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