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Handball
12.09.2021

Sehr gut ist diesmal nicht gut genug für den VfL Günzburg

Zerren, Ziehen, Stoßen: In ihren Abwehraktionen packten beide Teams ordentlich zu. Hier wehren sich die Fürstenfeldbrucker gegen den zum Wurf ansetzenden Günzburger Jakob Hermann.
Foto: Ernst Mayer

Handball-Drittligist VfL Günzburg spielt beim Saison-Heimdebüt an seiner Leistungsgrenze. Was beim 26:28 gegen TuS Fürstenfeldbruck den entscheidenden Unterschied macht.

Drei Minuten waren noch auf der Uhr in diesem wunderbaren Handballspiel, als Günzburgs Neuzugang André Alves zum Siebenmeter antrat – und an Fürstenfeldbrucks grandiosem Torwart Louis Oberosler scheiterte. Ein Tor hätte den VfL in diesem Drittliga-Heimspiel noch einmal auf zwei Tore Differenz herangebracht und vielleicht wäre die dicke Überraschung dann noch drin gewesen. So aber blieb das 25:28 an der Anzeigentafel kleben. Anschließend gelang Nicolai Jensen noch ein Treffer, der das Resultat schönte, aber eigentlich war in dieser Sekunde der kleine Traum vom großen Coup gegen den TuS ausgeträumt. 26:28 (12:14) hieß es am Ende, der VfL Günzburg hatte vor 650 Fans auch seine zweite Partie dieser Saison verloren.

Der Favorit tut sich richtig schwer

Nun ist die knappe Niederlage weder dem Portugiesen anzulasten noch kam sie in irgendeiner Weise unerwartet. TuS Fürstenfeldbruck war an diesem 11. September als haushoher Favorit in der Rebayhalle aufgekreuzt. Ein Blick in die nach dem Schlusspfiff ebenso müden wie erleichterten Mienen der Oberbayern genügte schon, um das knappe Schlussresultat gegen den Zweitliga-Absteiger als Achtungserfolg für den VfL zu werten. Den Ritterschlag ihres Trainer Gábor Czakó erhielten die Weinroten dann auch. „Wir waren an unserem Limit“, sagte er, etwas geschmeidiger wäre das Wort Leistungsgrenze gewesen. Tatsächlich zeigten die Günzburger wesentlich mehr als noch eine Woche zuvor in Pfullingen.

Dass am Ende nichts Zählbares übrig blieb, lag wie so oft im Mannschaftssport an Kleinigkeiten. Die nach wie vor zu hohe Fehlwurfquote wäre hier zu nennen, auch die Leichtigkeit, mit der die Gäste ihre Treffer durch die Mitte erzielen konnten, dann vielleicht die Tatsache, dass Günzburg diesmal auf der Torwartposition kein Plus hatte.

Rot gegen einen Neuzugang des VfL Günzburg

Und ja, auch die Schiedsrichter trugen ihren Teil dazu bei, dass der harte Abnutzungskampf aufseiten der Gastgeber nachhaltigere Spuren hinterließ. Als Dennis Müller und Christof Seeger dem verdutzten Neu-Günzburger Sergi Alá Sánchez in der 19. Minute den roten Karton vor die Augen hielten, war das nach Ansicht praktisch aller Anwesenden überzogen. Natürlich langte der Spanier bei seiner Abwehraktion gut hin und er traf seinen Kontrahenten auch im Gesicht. Aber eine Zeitstrafe hätte es hier durchaus getan, zumal die Gäste in ihren Aktionen ebenfalls kräftig austeilten. Alves, der einen Cut an der Augenbraue erlitt und ebenso wie der ohnehin angeschlagen ins Spiel gegangene Kreisläufer Daniel Jäger (Adduktoren) in der zweiten Halbzeit immer weniger Einsatzzeit sammeln konnte, wird das bestätigen.

Spuren des Abnutzungskampfes: André Alves kühlt eine Wunde oberhalb der Augenbraue.
Foto: Ernst Mayer

Für die verbalen Hiebe aufseiten der Gäste war derweil Coach Martin Wild zuständig. 60 Minuten lang kommentierte, lamentierte und klagte er nach praktisch jedem Pfiff, ständig war er lautstark und gestenreich dabei, die Offiziellen zu beeinflussen. Mehr als eine Gelbe Karte erhielt er nicht dafür, für den Fairplay-Preis muss er sich allerdings auch nicht mehr bewerben.

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Viermal führten die Weinroten

Viermal in diesem Heimspiel führten die Weinroten mit jeweils einem Treffer Vorsprung, letztmalig war das in der 16. Minute der Fall, als Jakob Hermann das 9:8 gelang. Es folgten eine Zeitstrafe gegen Balász Tóth, die Rote Karte gegen Sergi Alá Sánchez und vier Gäste-Treffer hintereinander. Fortan liefen die Gastgeber hinterher. Mehrfach glichen sie aus, dann wieder lagen sie mit bis zu fünf Toren Unterschied zurück. Czakó lobte ausdrücklich, dass sich seine Jungs nie aufgaben. „Wir haben immer an das Unmögliche geglaubt“, sagte er.

Wiedersehen: In der Jugend spielten David Pfetsch und Tim Kaulitz zusammen beim VfL.
Foto: Ernst Mayer

Dass es letztlich unmöglich blieb, war nicht in Stein gemeißelt in dieser Partie. Und das dürfen die Günzburger als Mutmacher mitnehmen: TuS Fürstenfeldbruck, ein Verein mit deutlich höheren Ambitionen als der VfL Günzburg, war keine Klasse besser, sondern allenfalls Nuancen.

So haben sie gespielt

VfL Günzburg Bieber, Rösch; Pfetsch (1), M. Jahn (1), S. Jahn (1), Buck (3), Tóth (4), Hermann (5), Meye, Jensen (5), A. Jahn, Ala Sanchez (1), Köppel, Jäger (1), Alves (2), Riemschneider (2)

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