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Günzburg

24.08.2019

Hundebesitzerin kommt nicht zum Prozess: Haftbefehl

Ein Schäferhund hat nicht zum ersten Mal Menschen attackiert.
Bild: Pleul/dpa (Symbolbild)

Die Verhandlung wegen fahrlässiger Körperverletzung durch die Attacke eines Vierbeiners ist vorerst geplatzt. Die Frau fehlte bei der Verhandlung.

Vergeblich hat die Protokollführerin alle Beteiligten zu einer Verhandlung im Amtsgericht Günzburg aufgerufen: Gekommen waren nur zwei Zeuginnen, die Angeklagte selbst glänzte durch Abwesenheit. Die 35-Jährige sollte sich eigentlich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten, die ihr Vierbeiner verursacht hatte. Der Schäferhund hatte nicht zum ersten Mal zugebissen, wie am Rande der Verhandlung bekannt wurde.

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An einem Septemberabend vergangenen Jahres hatte die Halterin in einem Dorf im nördlichen Landkreis ihren Schäferhund ohne Leine in den Garten gelassen. Obwohl ihr bekannt war, dass der Vierbeiner aggressiv auf Passanten reagiert, war das Gartentor offen. Der Schäferhund rannte auf die Straße und griff eine Frau an, die dort zu Fuß unterwegs war. Das Tier fügte der Spaziergängerin Bisse in Rücken und Hüfte zu.

Der Hund war nicht zum ersten Mal aufgefallen

Diese Attacke wird juristisch als fahrlässige Körperverletzung gewertet. Steht die Verantwortung der Hundebesitzerin fest, kann das Verfahren üblicherweise mit einem Strafbefehl geahndet werden. Doch wie von der Staatsanwaltschaft zu erfahren war, kam diese Art der Bestrafung nicht mehr in Betracht, weil der Schäferhund nicht zum ersten Mal auf Menschen losgegangen war. Bereits 2017 war es nach Informationen unserer Zeitung schon einmal zu einem ähnlichen Vorfall mit einer Bissattacke gekommen, bei dem eine Geldstrafe fällig war.

So war diesmal eine Anklage gegen die Tierhalterin unumgänglich. Doch die 35-Jährige hielt es offensichtlich nicht für nötig, sich ihrer Verantwortung vor Gericht zu stellen. Da eine geeignete Entschuldigung für das Fernbleiben nicht vorlag, beantragte die Staatsanwaltschaft einen Vorführungshaftbefehl gegen die Frau, der von Amtsgerichtsdirektor Walter Henle erlassen wurde. Zu einem neuen Verhandlungstermin kann die 35-Jährige nun mit polizeilicher Amtshilfe in den Gerichtssaal gebracht werden, damit die Verhandlung dann wie vorgesehen über die Bühne gehen kann. (wk)

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