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Landkreis Günzburg

15.04.2015

In vielen Branchen sind Mittelschüler als Azubis gerne gesehen

Auch im Sanitärgewerbe werden Azubis gerne eingestellt, wenn sie ihren Abschluss an einer Mittelschule gemacht haben. In anderen Bereichen gibt es ebenfalls gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
Bild: Michael Hochgemuth (Symbolbild)

Der Deutsche Gewerkschaftsbund zeichnet in einer neuen Analyse ein düsteres Bild. Doch die Lage in der Region ist offenbar besser als es scheint.

Geht es nach einer Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), wird es für Mittelschüler immer schwieriger, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. In vielen Branchen sei die mittlere Reife inzwischen die Mindestanforderung. Da bildet die Region Günzburg nach Ansicht des DGB-Kreisvorsitzenden Werner Gloning keine Ausnahme. „Das Problem ist, dass in Sonntagsreden die Mittelschüler gelobt werden, montags dann aber doch wieder sehr gute Englischkenntnisse gefordert werden, um es mal überspitzt zu sagen“, erklärt er.

Der Schulabschluss sei zwar nicht unwichtig, sage aber nicht unbedingt etwas über die Fähigkeiten eines jungen Menschen aus. Es sei an der Zeit, in der Gesellschaft wieder intensiver zu diskutieren, was Bildung leisten muss und welche Voraussetzungen ein Auszubildender braucht, fordert Gloning. Dazu gehöre, dass Betriebe stärker unterstützt werden. Und zwar gerade die, die für eine gute Ausbildung einen großen Aufwand treiben, ohne zu wissen, wie sich der Azubi entwickeln wird. Erst wenn der Fachkräftemangel so groß sei, wie er dargestellt werde, würde sich etwas ändern. „Dann wird vielen wohl nichts anderes übrig bleiben, als auch mehr Mittelschüler einzustellen.“

Genaue Zahlen, wie viele von ihnen mit ihrem Abschluss in welcher Branche unterkommen oder eben nicht, gibt es für den Kreis allerdings nicht. Weder die Arbeitsagentur noch der DGB, weder die Kammern noch das Schulamt haben sie. Der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Günzburg/Krumbach, Wolfgang Kiesecker, hat aber die Erfahrung gemacht, dass etwa das Friseurhandwerk, der Einzelhandel, der Sanitär- und Heizungsbau, die Arbeit als Anlagenmechaniker, Zimmerer, Schreiner, Maurer oder Metzger noch für Mittelschüler offen sind. In den Metallberufen und beispielsweise bei den Mechatronikern beginne bereits der Übergang zu einer weitergehenden Qualifikation. „Es gibt einen Verdrängungswettbewerb von oben nach unten“, sagt Kiesecker. Dass dieser bei klassischen Mittelschulberufen in naher Zukunft weiter zunehmen wird, befürchtet er aber nicht. Letztlich schaue ein Personalchef auch darauf, wie und wo ein Bewerber seinen Schulabschluss gemacht hat.

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Auch die Handwerkskammer für Schwaben sagt, dass ihre Betriebe Mittelschüler gerne nehmen. „Sie sind durch die Schulen, deren Lehrer hier Positives leisten, bestens auf den Beruf vorbereitet. Sie haben mehrere Praktika absolviert und wissen, was sie wollen“, sagt Kammer-Präsident Hans-Peter Rauch.

So ähnlich formuliert es auch Josef Seibold, der Direktor des Schulamts im Landkreis. Er kann die Analyse des DGB zumindest für die Region Günzburg nicht nachvollziehen, denn die Mittelschüler würden hier gut in den Betrieben unterkommen, und mit der weiteren Qualifizierung hätten sie die gleichen Chancen wie andere auch. „In den Köpfen der Ausbilder ist die Schulreform angekommen“, sagt Seibold.

Dem schließt sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) an. Mehr als zwei Drittel der angebotenen Ausbildungsplätze in Bayerisch-Schwaben richteten sich an Jugendliche mit Mittelschulabschluss, insbesondere die Branchen Handel, Logistik und Gastronomie würden jungen Menschen mit dieser Qualifikation beste Ausbildungschancen bieten. IHK- Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank: „In verschiedenen Branchen, auch in der Metallbranche, suchen Betriebe für bestimmte Berufe vorrangig nach geeigneten Mittelschülern.“

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