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Burgau

20.11.2018

Kabarett mit Butterbrot und Peitsche

Lässig auf einem Stuhl sitzend gestaltet der Kabarettist Rolf Miller alle seine Bühnenprogramme, wie hier beim Gastspiel mit „Obacht“ in Burgau.
Bild: Gah

Rolf Miller präsentiert in Burgau sein neues Programm „Obacht“. Warum vieles davon Familiensache ist.

„Für eine Autobahnraststätte hat Burgau echt viele Einwohner, so ungefähr 10000“ sagt Rolf Miller in seiner Zugabe bei seinem Auftritt in der voll besetzten Kapuziner-Halle. Ansonsten verzichtet der Kabarettist weitgehend auf Lokalspitzen. Trotzdem bereitet er dem Burgauer Publikum viel Vergnügen mit einem Rundumschlag über die verschiedensten Themen aus Sport, Politik, Gesellschaft und Showbusiness.

Rolf Miller stammt aus dem badischen Teil des Odenwaldes, an der Grenze zu Unterfranken. Dadurch ist er auch beim Fernsehpublikum des Bayerischen Rundfunks kein Unbekannter. Regelmäßig tritt er in der Sendung „Kabarett aus Franken“ auf, ebenso in „Asül für alle“, die beide vom BR-Studio Nürnberg produziert werden.

Seine Bühnenprogramme trägt Rolf Miller in Odenwälder Mundart vor. Denn er fand zu seiner Bühnenfigur, indem er den Verwandten bei Familienfeiern in seiner Heimatstadt Walldürn aufs Maul schaute. Beim Betrachten seiner Programme erkennt man einen nervigen Onkel wieder, der lässig und selbstgefällig aufschwätzt. So führt er bekannte Phrasen aus Familienfeiern ad absurdum.

Sprichworte und Namen verdreht

In Burgau fällt zum Beispiel sein Klassiker „Der muss jetzt emol gugge, dass er guggt“. Dazu gesellen sich im aktuellen Programm „Obacht“ weitere Phrasenverdreher wie „das ist auf der einen Seite die andere Seite“. Auch Sprichworte und Namen dreht Miller durch die Mühle, zum Beispiel „Butterbrot und Peitsche“ und „Karl-Heinz Rumgekicke“ vom FC Bayern.

Mit dem heimatlichen Dialekt verbindet Miller auch Familie und Kindheit. Deshalb erzählt seine Bühnenfigur in „Obacht“ zum ersten Mal Geschichten aus ihrer Kindheit. Die war eine schöne Zeit, findet der Onkel am Stammtisch bei der Familienfeier. Denn da gab es zum Beispiel den „Opfercouseng“, dem man immer wieder böse körperliche Streiche spielte, zum Beispiel indem man seine Finger in die Tür einklemmte.

Warum die Cousine nur „Brummer“ genannt wurde

Dennoch trug er keine bleibenden Schäden davon, außer vielleicht dieses dauerhafte Zucken mit den Augenlidern. Eine Cousine nannte man „den Brummer“: „Wenn ich mit der im Auto saß, kam es mir vor, als säßen Reiner Calmund und Jan Ullrich miteinander auf der Rückbank“. Aber mit 15 Jahren wurde diese Cousine magersüchtig und infolgedessen so dünn, dass sie zweimal in einen Raum kommen musste, damit sie überhaupt da war.

Das Altbewährte ist im neuen Programm vertreten durch zwei Freunde von Millers Bühnenfigur, den immer zu Scherzen aufgelegten Jürgen und den stahlharten Achim. Jürgen begleitet Achim zu einer Untersuchung betreffend dessen Zeugungsfähigkeit. Achim kommt mit offenem Hosenschlitz von dort zurück. Jürgen kommentiert: „Wenn der Vogel krank ist, kann man den Käfig ruhig auf lassen.“

Ein Kampfhund namens Butzi

Achim hält sich seit Neuestem einen Kampfhund, der auf den Namen Butzi hört. Aber der quäle keine anderen Tiere, schließlich beiße er die Katzen in der Nachbarschaft schon beim ersten Kontakt tot. Nur in einer getigerten Katze fand Butzi seinen Meister. Sie irritierte ihn damit, dass sie als Reaktion auf sein lauerndes Anschauen lange zurückschaute, mit ihrem Kopf in der fragenden Neige. Schließlich trat sie ihm mit der Pfote auf den Schwanz.

Dem Publikum machen diese Geschichten sichtlich Spaß: Rolf Miller erntet bei seinem Gastspiel in Burgau jedenfalls immer wieder große Lacher und einen donnernden Schlussapplaus.

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