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25.07.2020

Kanalbau kostet Millionen

Warum Sanierung in Kammeltaler Ortsteil jetzt doch kommt

Das wird ein ganz ordentlicher Kraftakt für die Gemeinde Kammetal: Im Ortsteil Hartberg ist eine umfangreiche Tiefbaumaßnahme angesagt. Kanalisation und Wasserleitung in der Hartberger Straße müssen saniert werden. Dafür fallen laut ersten Berechnungen circa 550.000 Euro an. Für alle Kanalisations- und Wasserversorgungssanierungen in Kammeltal wird mit gut vier Millionen Euro gerechnet. Diesem Projekt hat der Gemeinderat nun zugestimmt, nachdem er in der vergangenen Sitzung im Juni zunächst dagegen war.

Die Ablehnung der vom Ingenieurbüro vorgelegten Entwurfsplanung erfolgte, weil diese Investition laut Verwaltung nicht in der Vorauskalkulation für die Verbesserungsbeiträge enthalten gewesen sei und dadurch die Beitragssätze ansteigen würden. Als Folge dieser Entscheidung wurde das Projekt Anfang Juli mit den drei Kammeltaler Bürgermeistern, Gemeinderat und bisherigem Zweiten Bürgermeister Johann Anwander, Geschäftsleitung, Bauamt und Planungsbüro Thielemann und Fridrich erneut behandelt.

Erste Planungen für Hartberg entstanden bereits 2015 in Zusammenhang mit der Kanalisierungsmaßnahme Kammeltal. Damals wurde festgestellt, dass der bestehende Mischwasserkanal in dem Ortsteil undicht ist und saniert werden muss. Das Gesamtprojekt wurde in Bauabschnitte über mehrere Jahre aufgeteilt. Das in der Hartberger Straße nun vorgesehene Trennsystem ist bei der Erneuerung der sich anschließenden Bergstraße schon eingebaut worden. „Aufgrund der damaligen Planung“, heißt es in der Sitzungsvorlage, „wurde der Anschluss an die Hartberger Straße falsch dimensioniert“, sodass bei Starkregenereignissen „das Wasser in den Kellern der Häuser in der Hartberger Straße steht“. Aus diesem Grund bestehe dringender Handlungsbedarf. Die Investitionen für das Trennsystem wurden offensichtlich schon vom früheren Bürgermeister Matthias Kiermasz mit 300000 Euro höher angesetzt, als im Sanierungskonzept des Planungsbüros angegeben.

Damit wird von einer Gesamtinvestition von vier Millionen Euro als Basis für die Kalkulation der Verbesserungsbeiträge für alle Einwohner der Gemeinde ausgegangen. Die Verwaltung hat zudem prüfen lassen, ob dieses Trennsystem als Verbesserung angesetzt werden könne, was laut eines Kommentars zum Kommunalabgaberecht möglich sei. Denn die Anlage wird dadurch deutlich verbessert, da das Wasser dann in ausreichend dimensionierten Kanälen abfließen kann, so die Auffassung des Rathauses. Zur Frage von Gemeinderat Fabian Brosch, ob wegen des Fehlers eine Regressmöglichkeit bestehe, sagte Kammeltals Bürgermeister Thorsten Wick, dass die Sache bereits verjährt sei. Im zweiten Anlauf gab der Gemeinderat dann einstimmig grünes Licht für das Millionenprojekt. (wk)

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