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17.07.2019

Kötz bleibt ohne angestellten Feuerwehrmann

Es tut sich was bei den Feuerwehren in der Gemeinde Kötz. Einen hauptamtlichen Mitarbeiter für den Brandschutz will die Gemeinde allerdings nicht einstellen. Dafür gibt es Verstärkung in Kleinkötz – zumindest tagsüber.
Bild: Wolfgang Widemann

Brandschutz Die Gemeinde bewilligt aber Geld für die Gerätewarte. Die Kleinkötzer Wehr erhält tagsüber Verstärkung

Kötz Zeigt der kürzlich in einer Sondersitzung vorgestellte Feuerwehrbedarfsplan schon Wirkung? Weil die Gerätewartung technisch immer anspruchsvoller wird und zunehmend mehr Zeit beansprucht, haben die Kötzer Gemeinderäte auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, die Gerätewarte ab dem kommenden Jahr finanziell deutlich besser als bisher zu entschädigen. Die Jugendwarte der Freiwilligen Feuerwehren sollen ab 2020 auch eine kleine Entschädigung bekommen.

Aktuell zahlt die Gemeinde den Gerätewarten in Großkötz und Kleinkötz jährlich 55 Euro, die Jugendwarte bekommen bisher nichts. In vergleichbaren umliegenden Feuerwehren bekämen Gerätewarte zwischen 175 und 800 Euro im Jahr, sagte Walter in der Gemeinderatssitzung, Jugendwarte bekämen zwischen 60 und 150 Euro jährlich.

Weil das Fahrzeug-und Geräteaufkommen der Kötzer Wehren sich etwa im Mittelfeld bewege, empfahl Walter, den Gerätewarten 500 Euro im Jahr zu zahlen. Weil allerdings die Kleinkötzer einen Schlauchwagen haben und die Schläuche Pflege erfordern und das zusätzliche Fahrzeug der den Kleinkötzern angeschlossenen Löschgruppe Ebersbach ebenfalls den Aufwand vergrößere, soll der Kleinkötzer Gerätewart 650 Euro Entschädigung bekommen. Für den Gerätewart in Ebersbach schlug Walter 50 Euro jährlich vor. Im Feuerwehrbedarfsplan sind derartige Entschädigungen nicht vorgesehen, vielmehr plädiert der Verfasser Sven Volk dafür, eine zentrale Gerätewartung für alle Wehren innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Kötz einzurichten. Volk spricht bei den beiden Kötzer Wehren und der Feuerwehr Bubesheim von insgesamt etwa 950 jährlich anfallenden Stunden für die Gerätewartung, was bei einer 38,5 Stunden-Woche einer 55-Prozent-Stelle entspreche. Auch haftungsrechtlich habe diese Lösung Vorteile, sagte Sven Volk bei der Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplans vor etwa drei Wochen (wir berichteten). Inhaltlich ging der Kötzer Bürgermeister Ernst Walter in der Gemeinderatssitzung am Dienstag darauf nicht ein. Er sagte lediglich: „Diesen Schritt wollen wir nicht gehen.“

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Dass die Zahlungen an die Gerätewarte gut angelegtes Geld seien, sagte Dritter Bürgermeister Valentin Christel. Eine gut gepflegte Ausrüstung mache sich bezahlt, so Christel, der den Ehrenamtlichen diese Entschädigung gerne schon im laufenden Jahr zukommen lassen würde. Das aber sei nicht möglich, weil dafür im aktuellen Haushalt keine Gelder eingestellt sind, sagte Walter. Dass die Jugendwarte der Freiwilligen Feuerwehren Großkötz und Kleinkötz ab 2020 mit jeweils 150 Euro im Jahr entschädigt werden, veranlasste Gemeinderat Markus Zacher zu einer kritischen Anmerkung. Das ehrenamtliche Engagement in Sportvereinen werde ja auch nicht honoriert, sagte er, Bürgermeister Walter konterte mit der Übungsleiterentschädigung im Sportbereich.

Ein weiteres Thema in der Sitzung: Die Freiwillige Feuerwehr Kleinkötz bekommt an Werktagen tagsüber Verstärkung. Sechs auswärtige Mitarbeiter der Firma Alko, die in ihrem Wohnort bei der Feuerwehr sind, verstärken künftig während der Arbeitszeit bei Einsätzen die Kleinkötzer Wehr. Dafür müssen sechs Atemschutzanzüge und zwei Atemschutzjacken für insgesamt etwa 7150 Euro gekauft werden. Außerdem sind sechs Schutzanzüge der Stammfeuerwehr irreparabel beschädigt. Für insgesamt zwölf Schutzanzüge hat der Gemeinderat einstimmig gut 4600 Euro bewilligt. Im Haushaltplan für das laufende Jahr sind diese Ausgaben nicht vorgesehen. Die außerplanmäßige Beschaffung sei aber über den Gesamtansatz möglich, hieß es in der Sitzung. Auf Wunsch der Kleinkötzer Wehr kauft die Gemeinde bei der Neuanschaffung die etwas teureren und mit einem Tunnel versehenen Jacken. Dieser Tunnel nimmt das neue IRS-System (integrierte Rettungs- und Halteschlaufe) auf, das den bisherigen Feuerwehrhaltegurt ersetzen soll. Gemeinderat Michael Seitz machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass es sinnvoll wäre, wenn beide Kötzer Wehren sich bei Neuanschaffungen von Schutzkleidung abstimmen. Bürgermeister Ernst Walter kündigte an, dass „in naher Zukunft“ ein federführender Kommandant bestimmt werde, der dann auch über solche Anschaffungen entscheide.

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