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23.03.2020

Kurzarbeit soll Arbeitslosigkeit vermeiden

Die Agentur für Arbeit in Günzburg.
Bild: Bernhard Weizenegger

Hunderte Betriebe erkundigen sich bei der Agentur für Arbeit über Kurzarbeit. Wann und warum diese Maßnahme Arbeitsplätze retten kann.

Wie stark die Corona-Pandemie die heimische Wirtschaft trifft, lässt sich noch nicht annähernd abschätzen. Vermutlich werden die Auswirkungen gravierend sein. Eine Maßnahme, welche die Unternehmen stärken und Angestellte absichern soll, ist die Möglichkeit von Kurzarbeit. Diese soll helfen, Entlassungen zu verhindern und den Arbeitern zumindest einen Teil des Verdienstausfalls wieder auszugleichen. Die Nachfrage zur Kurzarbeit ist enorm.

„Wir setzen alles daran, die Antragstellung und Antragsbearbeitung so schnell und unbürokratisch wie möglich abzuwickeln. Mehr als 50 Mitarbeiter sind derzeit in der Arbeitgeber-Telefonie und beraten die Unternehmen“, versichert Richard Paul, der Vorsitzende der Agentur für Arbeit in Donauwörth. Aktuell habe die Auszahlung der Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld oberste Priorität. „Wir haben unsere Teamstrukturen kurzfristig umorganisiert, um dem enormen Beratungs- und Informationsbedarf gerecht zu werden und in erster Linie auch die Sicherstellung der Existenzgrundlage der Bürger und der Unternehmen zu gewährleisten“, sagt Paul.

Die Telefone der Arbeitsagentur sind überlastet

Persönliche Vorsprachen seien zum Schutz der Mitarbeiter und Kunden und zum Erhalt der Betriebsfähigkeit vorsorglich nicht möglich. Der Zahlungsfluss an Betriebe und Arbeitnehmer habe absolute Priorität und dazu müssten die Mitarbeiter gesund bleiben. „Das Anrufaufkommen war die letzten Tage bundesweit zehn Mal höher als sonst, unsere Telefontechnik ist dafür nicht ausgelegt, die technische Aufrüstung läuft und alle Mitarbeiter tun mit außergewöhnlichem Engagement ihr Allerbestes, um die Menschen in unseren Regionen zu unterstützen. So sind beispielsweise alleine an einem Tag fast 350 telefonische Beratungen von Betrieben in den vier Landkreisen Donau-Ries, Dillingen, Günzburg und Neu-Ulm erfolgt“, teilt der Vorsitzende der Agentur für Arbeit mit.

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Erst in der vergangenen Woche hat der Gesetzgeber den Bezug von Kurzarbeitergeld erleichtert. Bisher musste ein Drittel der in dem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer von einem Entgeltausfall von jeweils mehr als zehn Prozent des monatlichen Bruttoentgelts betroffen sein. Neu ist, dass dieser Anteil auf bis zu zehn Prozent der Beschäftigten gesenkt wurde. Die vollen Sozialversicherungsbeiträge werden künftig ebenfalls durch die Arbeitsagenturen erstattet. Bisher mussten die Arbeitgeber diese sogenannten „Remanenzkosten“ in voller Höhe selbst übernehmen. Neu ist ebenfalls, dass auch Leiharbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten.

Der Umfang der Kurzarbeit wird im Unternehmen vereinbart

„Ganz wichtig dabei ist, dass die Kurzarbeit vor einem Arbeitsausfall vom Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit angezeigt wird, wo auch der Betriebssitz ist“, betont der Agenturleiter. Idealerweise erfolgt die Anzeige über den eService unter www.arbeitsagentur.de.

Das Kurzarbeitergeld beträgt circa 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld etwa 67 Prozent. Durch die Neuregelungen bekommen Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge, sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberanteil, in voller Höhe erstattet. Das Kurzarbeitergeld kann maximal für zwölf Monate bezogen werden. Bei einer Unterbrechung von mehr als drei Monaten, bedarf es einer erneuten Anzeige.

Ob der Arbeitsausfall Stunden oder sogar Wochen umfasst, richtet sich nach der Auftragslage und den Vereinbarungen im Unternehmen. Auch falls die Arbeit im Betrieb komplett eingestellt werden muss, gibt es das Kurzarbeitergeld.

Unternehmen, die Information und Beratung zum Thema Kurzarbeitergeld benötigen, erreichen die Agentur für Arbeit unter der 0800/4555520 (Service-Hotline für Arbeitgeber) sowie per E-Mail unter Donauwoerth.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de. (zg)

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