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Musikalischer Frühling

29.04.2015

Lob und Dank stehen nicht nur in den Noten

Das St. Veits-Consort und die St. Veitskantorei Leipheim (Leitung Johanna Larch) führten die Telemann-Kantate „Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen“ auf. Die Gesangssolisten waren (von links) Berenike Beitzel (Sopran), Thomas Kiechle (Tenor) und Thomas Bodenmüller (Bass).
Bild: Gah

Die 125. Stunde der Kirchenmusik stellt Anforderungen an die Leipheimer Ensembles

Ein Jubiläum feierte die Stunde der Kirchenmusik in Leipheim am vergangenen Sonntag. Zum 125. Mal fand die Veranstaltung in der St. Veitskirche statt. Zur Premiere am 23. September 1963 konzertierte die Organistin Hedwig Bilgram. Initiiert hatten die Reihe der frühere Pfarrer Karl Ehrmann, der Musikstudent Detlef Marenholz und Erich Broy, bis zum Jahr 2008 hauptamtlicher Kirchenmusiker in Leipheim. Unter Broys Leitung kamen bei den Kirchenkonzerten später auch Vokal- und Orchesterwerke in ausgewogenem Verhältnis zu den Orgelwerken zur Aufführung. Im Jahr 2008 wurde Johanna Larch Erich Broys Nachfolgerin als hauptamtliche Kirchenmusikerin in Leipheim. Hatten bei Broy Werke der Barockzeit im Vordergrund gestanden, weitete Larch die solistische Bandbreite mit Werken der Romantik aus.

Am Sonntag waren neben dem Organisten Andreas Käßmeyer zwei Ensembles zu hören, die in der St. Veitskirche angesiedelt sind, nämlich der Posaunenchor Leipheim und die St. Veitskantorei. Diese Ensembles wurden unterstützt vom Streichorchester St. Veits-Consort mit der Konzertmeisterin Heidrun Krech-Hemminger, von Holzbläser-Solisten (Leisa Baumann, Michelle Werner und Christl Bonfert) und von Edgar Schneider an der Bach-Trompete. Das Jubiläumsprogramm stand unter dem Motto „Lob und Dank“. Der evangelische Stadtpfarrer Gerhard Oßwald bemerkte in seiner Begrüßung, das Programm richte sich gegen die in Deutschland weit verbreitete Jammerei. „Danken schützt vor Wanken und Loben zieht nach oben“, stellte er dem Konzert als gereimtes Motto voran.

Als gelungenen Einstieg präsentierte der Posaunenchor Bearbeitungen alter Dankchoräle durch zeitgenössische Komponisten. So schrieb zum Beispiel Traugott Fünfgeld (*1971) drei Variationen zu „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“. Da setzen die Trompeten Signale über die Melodie im Bass, danach bilden sie die Oberstimme zu Posaunen und Tuba.

Der Organist Andreas Käßmeyer zeigt sein Können beim Pièce d‘Orgue in G-Dur (BWV 572) von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Zunächst lässt er sanfte Töne träufeln. Dann setzt er gekonnt Triller in den hohen Registern über Dreiklänge in den tiefen Registern.

Mit beschwingten Legati vom St. Veits-Consort wurde die Psalm-Kantate „Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen“ von Georg Philipp Telemann (1681-1767) eröffnet. In dieser Vertonung von Psalm 111 für Chor und Orchester wechseln sich mit Solisten vertonte Verse mit Chor-Versen ab. In den Solostimmen komponiert Telemann den Psalm mit viel Koloratur aus. Lebendig, locker und leicht meistern die Solisten Berenike Beitzel (Sopran), Thomas Kiechle (Tenor) und Thomas Bodenmüller (Bass) diese Koloraturen. An der Bachtrompete umspielt Edgar Schneider glänzend die Koloraturen der Sopran-Solistin. Doch nicht nur für die Solisten, auch für den Chor hat das Werk anspruchsvolle Passagen. Mit großen Intervallen wird im zweiten Vers die göttliche Größe dargestellt.

Das Finale des Abends bildete „Der Abend kommt“, ein kurzes Werk von Jens Uhlenhoff (*1987). Dabei wirkten Posaunenchor, Kantorei und Streichorchester zusammen. Nach einem bluesartigen Vorspiel der Bläser folgt ein erhabener Choral von Sängern und Streichern. Am Ende übernehmen die Bläser diesen Choral.

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