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Günzburg

17.02.2015

Mann fährt ohne Führerschein zur Polizei

Ohne Führerschein zur Polizei: Dieses Kunststück gelang einem 22-Jährigen aus Günzburg. (Symbolbild)
Bild: Marius Becker (dpa)

Ein 22-Jähriger übersieht das Kleingedruckte im Bußgeldbescheid und fährt so ohne Fahrerlaubnis zur Polizei. Während der Verhandlung unterläuft ihm ein weiterer Fehler.

Eine Autofahrt ohne Führerschein ist illegal, das ist klar. Was ist jedoch, wenn der Fahrer gar nicht merkt, dass er keine Fahrerlaubnis mehr hat? So erging es einem jungen Mann, der am Mittwoch wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor dem Günzburger Amtsgericht stand.

Kleingedrucktes nicht gelesen

Der 22-Jährige ist am 10. August gegen 23 Uhr zur Polizeiinspektion Günzburg gefahren, um seinen Führerschein abzugeben. Er hatte per Post einen Bußbescheid über ein Fahrverbot bekommen. Da er schon Erfahrung mit solchen Bescheiden hatte, machte er den Fehler, das Kleingedruckte nicht zu lesen. Darin stand, dass er innerhalb von zwei Wochen seinen Führerschein bei der Polizei abgeben muss. Der Angeklagte sagte: „Ich dachte, ich hätte noch drei bis vier Monate Spielraum, um ihn abzugeben.“

So merkte der 22-Jährige nicht, dass er bei der Fahrt zur Polizei schon seit drei Tagen keine gültige Fahrerlaubnis mehr hatte. Die Beamten zeigten ihn deshalb wegen Schwarzfahrens an. Der junge Mann beteuerte vor Gericht: „Hätte ich das gelesen, wäre ich natürlich nicht selbst gefahren.“

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Sein Rechtsanwalt Michael Baumeister betonte, dass sein Mandant nicht vorsätzlich ohne gültigen Führerschein gefahren sei. Zudem habe der 22-Jährige die Sache eingestanden. Ohne Geständnis wäre es für die Polizeibeamten in Günzburg schwer gewesen, ihn zu überführen, denn der 22-Jährige wurde nicht beim Fahren gesehen, argumentierte der Rechtsanwalt. Gegen den jungen Mann sprächen aber, wie Richter Peter Seitzer entgegenhielt, zahlreiche Delikte wie Körperverletzung, der Besitz von Betäubungsmitteln oder Sachbeschädigung, die jedoch hauptsächlich Jugendsünden gewesen seien.

Allem Anschein nach hatte der Anlagenmechaniker auch nach dem Besuch in der Günzburger Polizeiinspektion den Ernst der Lage noch nicht erfasst: „Darf ich denn jetzt noch selbst heimfahren?“, hatte er die Beamten in Günzburg gefragt. Der Angeklagte sagte vor Gericht, er habe gedacht, sein Führerscheinentzug wäre erst ab Mitternacht rechtskräftig.

Während Prozess kein Parkticket gelöst

Inzwischen hat der 22-Jährige seine Fahrerlaubnis wieder. Anscheinend ist der junge Mann aber nicht besonders gewillt, sich in Zukunft an die Verkehrsregeln zu halten. Wie der Staatsanwalt bemerkte, hatte der 22-Jährige bei dem Gerichtstermin am Mittwoch vergessen, ein Parkticket für seinen BMW zu ziehen. Der Staatsanwalt plädierte auf eine Strafe von 3500 Euro, weil der Angeklagte sich offensichtlich nicht gewillt zeige, sich an die Regeln des Straßenverkehrs zu halten.

Am Schluss der Verhandlung fiel die Strafe dann etwas milder aus. Richter Seitzer verhängte schließlich eine Strafe von 60 Tagessätzen zu je 50 Euro. Außerdem hat der 22-Jährige die Kosten des Verfahrens zu tragen. Dazu gab ihm Richter Seitzer noch einen guten Rat: „Sie sollten ihren Fahrstil in Zukunft überdenken.“

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