Newsticker
Kreise: Bund und Länder wollen Lockdown bis 14. Februar verlängern
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Pläne für neues Wohngebiet in Großkötz werden gebremst

Kötz

20.07.2020

Pläne für neues Wohngebiet in Großkötz werden gebremst

In Großkötz soll neues Bauland entstehen. Doch dafür muss nachgearbeitet werden.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Plus Das Landratsamt Günzburg hat Zweifel daran angemeldet, ob die Vorgaben gerichtsfest sind. So soll es mit dem Projekt in Großkötz nun weitergehen.

Ganz so schnell wie erhofft, geht es doch nicht mit dem neuen Wohngebiet Ulmer Straße/Emmenthaler Weg in Großkötz. Zwar hat sich der Gemeinderat schon im Dezember damit befasst und beschlossen, den Vorentwurf auszulegen. Es gab aber einige Anregungen, die der Gemeinderat teilweise aufgegriffen hat, sodass eine neue Auslegung notwendig wird. Die erneute, einen Monat lange Auslegung soll nach Möglichkeit schon im August erfolgen, damit das Verfahren vorankommt. Denn die Nachfrage nach Bauplätzen ist auch in Kötz groß.

Eine der wesentlichen Änderungen bezieht sich nicht auf eine Anregung in der ersten Auslegungsrunde, sondern ist – weil ja ohnehin noch einmal neu ausgelegt wird – auf Wunsch der Gemeinde veranlasst worden. Ein bisher als Vorbehaltsfläche gekennzeichnetes Areal im Nordwesten, es geht um 110 Quadratmeter, wird schon jetzt zur Straßenfläche erklärt. Damit will die Gemeinde die Anbindung eines weiteren Baugebiets in der Zukunft sicherstellen. Bürgermeisterin Sabine Ertle bezeichnete dies als „Signal, dass es auch weitergeht“.

Die Kniestockhöhe wurde aus dem Bebauungsplan gestrichen

Vorgesehen war außerdem noch eine weitere Vorbehaltsfläche zur späteren Verkehrserschließung. Diese hat der Kötzer Gemeinderat jetzt jedoch ganz aufgegeben, die dafür reservierten etwa 200 Quadratmeter werden den daneben liegenden Baugrundstücken zugeschlagen. Insgesamt 22 Parzellen entstehen für Einfamilienhäuser und in einem Teilbereich für Doppelhäuser, in deren Haushälften jeweils maximal zwei Wohnungen eingerichtet werden dürfen. Auf Anregung des Landratsamtes streicht die Gemeinde die bisher auf 1,20 Meter vorgeschriebene maximale Kniestockhöhe komplett, was in der Gemeinderatssitzung durchaus zu Diskussionen geführt hat.

Damit „keine Riesenbaukörper“ entstehen, plädierte Gemeinderat Michael Seitz dafür, eine maximale Traufhöhe festzulegen. Maximilian Mayer vom Planungsbüro Kling Consult sah darin jedoch nicht wirklich einen „Mehrwert“. Gemeinderat Norbert Ritter und Zweiter Bürgermeister Reinhard Uhl hieben in dieselbe Kerbe und verwiesen auf die maximal erlaubte Firsthöhe von zehn Metern, die zu große Gebäude verhindere. Mit neun Ja- und sechs Nein-Stimmen wurde schließlich die Vorgabe zur Kniestockhöhe komplett aus dem Bebauungsplan gestrichen. Festsetzungen zur Dachneigung und zur Gebäudehöhe in Abhängigkeit von der Dachform sollen als städtebauliches Steuerungsinstrument genügen.

Der Passus soll nun gründlich überarbeitet werden

Um zu verhindern, dass wegen eines fehlenden oder fehlerhaften Entwässerungskonzepts der Bebauungsplan einer gerichtlichen Prüfung womöglich nicht standhält, zeigt die Gemeinde, auf Anregung des Landratsamtes, in der überarbeiten Fassung konkreter, wie das Niederschlagswasser ohne Einleitung in den Schmutzwasserkanal zu beseitigen ist. Die Materie ist für Laien nicht ganz einfach, es fielen mehrfach Begriffe wie „Anforderungen der Niederschlagswasserfreistellungsverordnung“, „Technische Regeln zu schadlosem Einleiten von gesammeltem Niederschlagswasser in das Grundwasser“ und „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser“.

Der entsprechende Passus im Bebauungsplan Ulmer Straße/Emmenthaler Weg soll jetzt gründlich überarbeitet werden und ist einer der wesentlichen Gründe für die erneute Auslegung der Planunterlagen, die der Kötzer Gemeinderat, nach fast einer Stunde Beratung, einstimmig beschlossen hat.

Das könnte Sie auch interessieren:

Johanniter helfen eklatantem Mangel an Kindergartenplätzen in Großkötz ab

Noch kein Beschluss zur Friedhofsgestaltung in Großkötz

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren