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Günzburg

30.01.2019

Poller am Marktplatz: Fraktion will andere Lösungen

Im Moment gilt auf dem Günzburger Marktplatz wieder die Winterregelung – entsprechend voll sind die Parkplätze. Die vom Stadtrat Ende vergangenen Jahres besprochene Pollerlösung soll in den Sommermonaten greifen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Günzburger Bürgerliste spricht von „Bauchschmerzen“ bei der beschlossenen Variante. Auch zum Abschied der Behindertenbeauftragten gibt es ein klares Signal.

Eine Reihe aktueller Themen hat der Vorstand der Günzburger Bürgerliste (GBL) bei seiner jüngsten Sitzung besprochen. Änderungen im Detail regt die GBL bei der beschlossenen Sperrung des Marktplatzes an.

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Den grundsätzlichen Beschluss des Stadtrates, den Durchgangsverkehr auf dem Marktplatz einzuschränken, haben auch die GBL-Stadträtinnen Angelika Fischer und Birgit Rembold mitgetragen (mehr dazu lesen Sie hier). Wie berichtet, hat der Stadtrat beschlossen, versenkbare Poller am Eingang zum Marktplatz von der Augsburger Straße kommend und beim Guntia-Brunnen anzubringen. Diese sollen in den Sommermonaten zu bestimmten Zeiten auch für Anlieger, die eine Berechtigung zum Einfahren in die Fußgängerzone haben, den Weg versperren. „Bauchschmerzen“ bereiten der GBL allerdings die vorgesehenen „massiven Pollerlösungen“. Deshalb gehe der Appell an die Stadtverwaltung, nach weniger „abweisenden“ Lösungen zu suchen. Denkbar seien ferner der Einsatz eines kleineren Stadtbusses bei den Routen über den Marktplatz oder die Verlegung der Haltestelle vom Marktplatz auf den nahen und künftig barrierefrei erreichbaren Bürgermeister-Landmann-Platz.

Alte Gärten müssen Steinwüsten weichen

Der Vorstand der GBL bedauert außerdem, dass immer mehr Grün aus der Innenstadt verschwinde. Beim Bau von Wohnungen und der Anlage von Parkplätzen kämen der Ersatz alter Bäume oder Hecken deutlich zu kurz. „Für einen alten Baum gibt es keine Ersatzpflanzung“, betont Birgit Rembold. Besonders erschreckend ist nach Auffassung der GBL, dass gerade in letzter Zeit in der Innenstadt alte Gärten bei Baumaßnahmen Steinwüsten weichen mussten. „Unsere Stellplatzverordnung, die je nach Parkplatzgröße Hecken oder sogar Bäume vorschreibt, wird an vielen Stellen nicht umgesetzt.“ Eine Anfrage, wie mit diesem Problem umgegangen werde, habe die GBL bei der jüngsten Stadtratssitzung an das Stadtbauamt gerichtet. Die GBL schlägt vor, alle größeren Parkflächen im Stadtgebiet zu untersuchen und notwendige, mögliche Pflanzungen vorzunehmen oder zu fordern. Der von der Verwaltung in Aussicht gestellte Wettbewerb „Mehr Grün in der Stadt“ sei zwar lobenswert, diesen Worten müssten aber konkrete Taten folgen, auch seitens der Stadt.

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Plastikbecher sollen aus der Stadt verschwinden

Das fordert die GBL auch beim Thema „Plastik in der Stadt“. Es sei erfreulich, dass der Oberbürgermeister nach vielfachen Initiativen der GBL das Problem inzwischen erkannt habe und nun ein Konzept seitens der Stadt in Aussicht stelle. Die Bitte der GBL, ein solches Konzept zu erarbeiten und die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, sei allerdings vor noch gar nicht langer Zeit abgelehnt worden. Nun sei es dringend an der Zeit, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um etwa gegen Plastikbecher in den Eisdielen oder gegen Einwegkaffeebecher in der Gastronomie vorzugehen. Mit Aktionen am Wochen- und am Bauernmarkt will die GBL demnächst auf dieses umweltpolitische Problem hinweisen. Jeweils zur Marktzeit möchte die GBL zudem am 5. und 12. Februar an Infoständen auf dem Marktplatz für das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“ werben.

Barrierefreiheit: Vorschläge sollen umgesetzt werden

Schließlich beschloss das Vorstandsteam der GBL, sich auch weiterhin beim Thema Barrierefreiheit zu engagieren. In puncto Barrierefreiheit sei in der Stadt bereits einiges erreicht worden. Wie berichtet, hatten Mitglieder der GBL vor einigen Wochen eine Tour per Rollstuhl durch die Altstadt absolviert – in Zusammenarbeit mit der damaligen Behindertenbeauftragten Doris Schwarz. Daraus resultierten weitere Verbesserungen für Menschen mit Behinderung, etwa die Umgestaltung der öffentlichen Toilette 2019 und der erleichterte Zugang zum Forum am Hofgarten für Rollstuhlfahrer. „Wir bedauern sehr, dass Doris Schwarz das Amt der Behindertenbeauftragten inzwischen abgegeben hat“, betont Angelika Fischer (mehr über den Abschied von Doris Schwarz lesen Sie hier). „Sie war die ideale Besetzung und für die Stadt eine wertvolle Beraterin“. Weitere Maßnahmen müssten nun verbindlich folgen, dabei sei auch die Umsetzung der Vorschläge aus dem bestehenden Arbeitskreis, der nicht nur ein Gesprächskreis sein sollte, ein wichtiges Instrument. (zg/rjk)

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