Ursberg

09.10.2018

Ran an den Schlauch

Ganz schön fix mussten die jungen Feuerwehrleute sein, um in kürzester Zeit Verbindungsen zu kuppeln beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Ursberg.
Bild: Gertrud Adlassnig

In Ursberg traten 400 Nachwuchskräfte zu Leistungstests an. Welche Fähigkeiten sie bei den Prüfungen zeigten.

Es ist kalt an diesem Morgen, kurz nach acht. Das hat den Feuerwehrnachwuchs allerdings nicht davon abhalten können, zum Kreisjugendfeuerwehrtag nach Ursberg zu kommen, wo sich die jungen Leute verschiedensten Prüfungen unterziehen. Sie können den Jugendleistungstest absolvieren und zur Prüfung für die Jugendleistungsspange antreten.

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Knapp 400 Jugendliche aus 43 Ortsfeuerwehren tummeln sich, in voller Montur, teils mit Helm, im Hof des Feuerwehrhauses. Sie sind freiwillig gekommen, verzichten aufs Ausschlafen und einen freien Vormittag, obwohl die Prüfungen keinen Einfluss auf eine mögliche Karriere bei ihrer Ortsfeuerwehr haben. „Es dient der eigenen Einordnung und der Begegnung“, erklärt Markus Link, der Kreisjugendfeuerwehrwart. Auch Kreisbrandinspektor Erwin Schneider ist da und zahlreiche Repräsentanten der Politik.

Was die Feuerwehr für die Jugendlichen bedeutet

Die Schüler und Azubis, zwischen zwölf und 18 Jahren, stürzen sich unter der Leitung ihrer jeweiligen Jungendwarte und -betreuer auf ihre Aufgaben. Auch Tom Gastel aus Kemnat gehört zu ihnen. Er hat seine Zeit als Jugendfeuerwehrler gerade hinter sich gebracht und fungiert nun als Betreuer: „Ich bin das Bindeglied zwischen dem Jugendwart und dem Nachwuchs. Wir haben in Kemnat 20 bis 25 Jugendliche, viele sind heute mit dabei.“ So auch seine Schwester Lena und Marc-André Reiter, die im September als Auszubildende ins Berufsleben eingestiegen, der örtlichen Feuerwehr aber treu geblieben sind. Marc-André hatte zunächst Zweifel, gesteht er, ob er es schaffen würde, bei dem entfernten Ausbildungsplatz und dem anstehenden Führerschein auch noch die Feuerwehrausbildung weiter zu verfolgen. „Aber es ist einfach schön, in der Gemeinschaft zu sein und zu wissen, dass man nicht nur Freizeit miteinander verbringt, sondern auch eine sinnvolle Beschäftigung hat“. Toms Schwester Lena bringt es auf den Punkt. Für sie bedeutet Feuerwehr: „Menschen helfen können, Freunde treffen und immer wieder Neues lernen dürfen.“

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Für den 17-jährigen Johannes Schmidberger sind die Prüfungen fast schon Routine. Es ist die vierte Runde, die er macht, und bei der er sich nun die begehrte Urkunde holen will. Für den Waltenhauser ist klar, dass er auch während des künftigen Studiums seinen Feuerwehrfreunden die Treue halten wird, denn es zählt auch das Miteinander. „Wir gehen ja verschiedene Lebenswege und würden uns anders nicht mehr sehen.“

Ganz am Anfang eines Feuerwehrlerinnenlebens stehen Laura Oellermann und Carmen Schuler aus Krumbach. Laura hat ihre Freundin überzeugt mitzumachen, und beide sind inzwischen so begeistert, dass sie trotz ihrer kurzen Mitgliedschaft schon bei den Prüfungen antreten, denn Dabeisein ist alles.

Es gibt eine schriftliche und mehrere Praktische Prüfungen

Die schriftlichen Prüfungen sind schnell erledigt. Angetreten wird unter der Leitung der Warte und Betreuer in der eigenen Ortsgruppe. Die praktischen Aufgaben unterteilen sich in Team- und Einzelaufgaben. Zehn Praxisstationen warten auf die jungen Feuerwehrler mit fachkundigen Prüfern, die nicht nur Punkte verteilen, sondern auch erklären, was man besser machen kann. Die Anforderungen sind hoch, und nicht selten, verrät ein Offizieller, würde manch ein alter Hase bei den Aufgaben scheitern. Es ist nämlich gar nicht so einfach, ein Seil über eine definierte Distanz innerhalb eines schmalen Korridors auszuwerfen oder einen doppelt gewickelten Schlauch in einem Schwung in einer kerzengeraden Linie auszurollen. So etwas müssen Feuerwehrleute können, denn im Einsatz treffen sie auf die unterschiedlichsten Herausforderungen, denen sie in kürzester Zeit gerecht werden müssen.

Dennoch bleibt die Stimmung bei den jungen Leuten gut, konzentriert, aber auch gelassen. Sie alle sind freiwillig da, nicht, um im Wettbewerb zu triumphieren, sondern um im Notfall anderen helfen zu können. 300 von ihnen wird am Mittag ihr Bestehen des Wissenstests auf einer der vier Stufen, 43 auf der höchsten Stufe, bestätigt. Und 77 dürfen sich die Jugendleistungsspange ans Revers heften.

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