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Realschule Günzburg: Schlechte Noten für das Ministerium

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Kommentar Von Rebekka Jakob
11.10.2019

Der Kultusminister will nicht mit den Politikern vor Ort sprechen, das Ministerium verweist darauf, dass es um eine Personalangelegenheit geht. Dabei braucht die Schule dringend ein Signal für einen Neuanfang.

Aus Günzburger Sicht ist das Bayerische Kultusministerium denkbar schlecht ins neue Schuljahr gestartet. Einem Schüler mit dieser Leistung würde man attestieren, dass er genauso weitermacht, wie er im vergangenen Schuljahr aufgehört hat: mit deutlich zu wenig Einsatz. Schon vor den Sommerferien hatte das Ministerium es versäumt, klare Verhältnisse an der gebeutelten Dominikus-Zimmermann-Realschule zu schaffen. Anstatt Schüler, Eltern und Lehrkräfte damit zu unterstützen, zumindest die Absicht zu einem Neuanfang zu äußern, mauert das Haus von Michael Piazolo gegenüber der Öffentlichkeit. Es gehe hier um eine Personalangelegenheit, heißt es aus dem Ministerium. Deswegen dürften weder Journalisten noch Kommunalpolitiker aus dem Landkreis darüber informiert werden, wie es hier weitergehen könnte.

Schülern und Eltern fehlt die Perspektive

Dabei macht das Aussitzen der Situation die Lage für die Schule nur noch schlimmer: In wenigen Monaten entscheidet der nächste Schülerjahrgang mit seinen Eltern darüber, an welcher Schule es ab der fünften Klasse weitergehen soll. Der Anreiz ist gering, sich an der Dominikus-Zimmermann-Realschule anzumelden, die bereits mit dramatisch gesunkenen Schülerzahlen und um ihren guten Ruf kämpft. Wenn Schülern und Eltern die Perspektive fehlt, dass sich hier in absehbarer Zeit etwas ändert, dürfte die Anmeldung 2020 noch verheerender ausfallen. Auch den Schülern, die bereits auf der Schule sind, ist eine solche Ungewissheit nicht zuzumuten. Geschweige denn den Lehrkräften und dem Stellvertretenden Schulleiter, die ebenfalls in der Luft hängen.

Ministerium ist nicht nur der Schulleiterin verpflichtet

Insider sagen, dass es für das Ministerium schwer sein dürfte, über den Kopf der Schulleiterin hinweg auf einen Wechsel an der Spitze der Schule zu entscheiden. Immerhin sei ihr kein schwerwiegendes Dienstvergehen vorzuwerfen, das eine Versetzung rechtfertigen würde. Einem möglichen Wechsel müsste sie wohl selbst zustimmen – doch während ihrer Erkrankung sind Verhandlungen darüber nicht möglich. Das mag durchaus so sein. Doch das Bayerische Kultusministerium hat nun einmal nicht nur die Verantwortung gegenüber dieser einen, langjährigen Mitarbeiterin. Sondern gegenüber der ganzen Schule, dem ganzen Kollegium, den Schülerinnen und Schülern – und auch dem Landkreis Günzburg als finanziellem Träger der Dominikus-Zimmermann-Realschule.

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Mit dem Schweigen des Kultusministers gegenüber den Spitzen der Kreispolitik hat sich das Ministeriums schon keine guten Noten verdient. Das Verhalten des Kultusministeriums der Schule gegenüber kann man einfach nur so beurteilen: Ungenügend.

Lesen Sie dazu auch: Wie geht es weiter mit der Dominikus-Zimmermann-Realschule?

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