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Günzburg

27.12.2020

Rückblick: BKH-Geiselnehmer muss lange hinter Gitter

Die Klinik für Forensische Therapie und Psychotherapie des Bezirkskrankenhauses in Günzburg. Trotz großer Sicherheitsvorkehrungen und Videoüberwachung sind zwei Insassen entwichen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Ausbrecher aus dem Bezirkskrankenhaus Günzburg wird am Landgericht Memmingen verurteilt. Wie hoch die Strafe ausfällt.

Immer wieder suchen Patienten des Bezirkskrankenhauses das Weite. Schließlich ist die Klinik kein Gefängnis, die meisten Abteilungen sind mehr oder minder frei zugänglich. Eine geschlossene Abteilung ist allerdings die forensische Psychiatrie am BKH.

Vor mehr als einem Jahr war es zwei Straftätern gelungen, eine junge Pflegerin mit einem selbst gebastelten Messer zu überwältigen und als Geisel zu nehmen. Mit den Schlüsseln der Frau öffneten sie die Türen, schließlich zwangen sie den Pförtner, auch die Sicherheitsschleuse zu öffnen. Beide leiden bis heute unter dem traumatischen Geschehen. Einer der Täter ist noch flüchtig, der andere stand Mitte November vor dem Landgericht Memmingen. Er wurde zu einer Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, unter anderem berichtete die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ über das Verbrechen. Zielfahndern des Landeskriminalamtes war es im Januar gelungen, einen der beiden Ausbrecher in Spanien zu verhaften.

Gutachter bescheinigt BKH-Geiselnehmer in Günzburg eine Persönlichkeitsstörung

Gutachter hatten dem 28-jährigen Angeklagten eine schwere dissoziative Persönlichkeitsstörung bescheinigt. Dennoch sei der mehrfach vorbestrafte und nicht belehrbare Mann voll schuldfähig, daran ändere auch seine Drogensucht, derentwegen er im Bezirkskrankenhaus untergebracht worden war, nichts. Der Verteidiger wertete die Bedrohung der Pflegerin und des Pförtners als Nötigung, das Gericht ging von einer Geiselnahme aus.

Der Verteidiger deutete zudem an, sein Mandant sei im BKH nicht pfleglich behandelt worden. Der Staatsanwalt wies Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Klinik zurück. Es sei nicht hinnehmbar, ihnen eine Mitschuld zu geben. „Täter ist der Geiselnehmer.“

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