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Kommentar

08.08.2019

Schiedsrichter-Mangel: Mehr Geld allein genügt nicht

Im Amateurfußball wird die Suche nach Schiedsrichtern schwierig bleiben.
Bild: Arne Dedert (dpa)

Die Schiedsrichterschelte ist so alt wie das Fußballspiel. Wenn der eigene Angreifer den Ball aus drei Metern in die Wolken statt in die Maschen jagt, trägt zweifellos ein quer liegender Grashalm die Verantwortung. Doch wenn die Lieblingsmannschaft nach schwacher Leistung verliert, ist unweigerlich der Schiedsrichter schuld. Warum das so ist, kann nach wenigen Sekunden des Überlegens keiner mehr so richtig sagen. Aber im Affekt, auf dem Sportplatz, ist das ja schnell geäußert. „Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht.“ „Schiri, Du Blinder.“ „Schiri, Du Pfeife.“ So und weit über das bloße Verbalfoul hinaus geht es Woche für Woche, von der B-Klasse bis zur Bundesliga.

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Müssen wir uns wirklich wundern, wenn immer weniger junge Menschen bereit sind, in ihrer Freizeit zur Pfeife zu greifen, um sich dann öffentlich beschimpfen und beleidigen zu lassen? Ist es völlig undenkbar, diesen schönen Sport wenigstens im Amateurbereich als Spiel zu begreifen? Ist es tatsächlich von relevanter Bedeutung, wenn ein Pfiff mal daneben geht?

Guter Ansatz des Württembergischen Fußballverbands

Der Württembergische Fußballverband setzt dem anhaltenden Schiedsrichterschwund nun eine bessere Bezahlung der Unparteiischen sowie ein Belohnungssystem für Vereine entgegen. Den Versuch ist es sicher wert und das zusätzliche (Schmerzens-) Geld sei den Sportskameraden von Herzen gegönnt. Auf eine nachhaltig positive Wirkung aber sollte niemand setzen. Die wird es nur geben, wenn Fußballer, Fans und Funktionäre die Männer und Frauen an der Pfeife endlich als unverzichtbaren Bestandteil des Spiels anerkennen.

Schiedsrichter-Mangel: Mehr Geld allein genügt nicht

Das setzt natürlich eine würdige Entlohnung voraus. Hinzu kommen müssen aber auch ein ehrlich gemeintes Lob, ein trostspendender Arm, sachlich formulierte Kritik, viel mehr Verständnis für Unparteiische in Ausbildung sowie andere Faktoren, die den Schiedsrichtern echte Wertschätzung signalisieren.

Den Artikel zum Kommentar finden Sie hier: Württemberg zahlt Schiedsrichter besser als Bayern

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