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Offingen/Peterswörth

30.06.2018

Sieben Kapellen am Weg

So sieht die neue Denzel-Kapelle bei Peterswörth aus, die am Samstag eingeweiht wird. Sie ist Teil des Projektes Sieben Kapellen.
Bild: Kerstin Blei

Bei Peterswörth wird am Samstag die Denzel-Kapelle eingeweiht. An den neu entstandenen Radstrecken Richtung Offingen sollen weitere Einkehrpunkte folgen.

Am Radwanderweg zwischen Offingen und Peterswörth wird an diesem Samstag, 30. Juni, um 16 Uhr eine neue Kapelle eingeweiht. Es findet ein Festakt mit Bewirtung und musikalischer Umrahmung statt. Dahinter steckt die Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung, die 2016 der Wertinger Unternehmer Siegfried Denzel mit seiner Ehefrau mit dem Zweck errichtete, Kunst, Geschichte, Kirche, Religion und Kultur zu fördern. In Gesprächen mit dem Stifter entwickelte im Februar 2017 Peter Fassl, Bezirksheimatpfleger und Vize-Vorsitzender der Stiftung, das Projekt Sieben Kapellen, deren erstes Zeugnis, die Kapelle von Hans Engel, nun gesegnet wird, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung will mit Schwerpunkt im Landkreis Dillingen an den neu entstandenen Radwegen sieben Wegkapellen errichten. Dem Wegenetz der früheren Zeit gaben religiöse Zeichen Maß und Orientierung. Diese geistliche Kartierung war Anregung für das Projekt Sieben Kapellen. Die Radwege werden durch die Elektromobilität an Bedeutung gewinnen. An ausgewählten Orten an den Radwegen soll ein Zeichensystem entstehen, das den Radfahrer zum Halten, Rasten und zur Besinnung einlädt und Schutz bietet.

Die Zahl sieben ist in der jüdisch-christlichen Tradition vielfach vorhanden und mag inhaltliche Anregungen geben. Die Sieben Kapellen wollen eine Landmarke setzen und ein architektonisches Zeichen in der Landschaft bilden, das die Tradition des Kapellenbaus in zeitgenössischer Gestaltung weiterentwickelt. Da die Stiftung aus einem Holzunternehmen entstanden ist, sollen die Kapellen aus Holz errichtet werden. Das Projekt Sieben Kapellen soll nachhaltig, dauerhaft, reparaturfreundlich und, da im Außenbereich, pflegeleicht sein, heißt es.

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Natur und Architektur sind erlebbar

Die Kosten für den Bau, die Pflege und den Unterhalt der Kapelle trägt die Stiftung. Die Wegkapelle am Radweg von Offingen nach Gundelfingen befindet sich im flachen Donautal, das seit dem 19. Jahrhundert kultiviert wurde und vielfältige Nutzungen von der Landwirtschaft, dem Kiesabbau bis zu Freizeitaktivitäten erlebt. Der Architekt Hans Engel, dessen Werk das Architekturmuseum Schwaben 2016 präsentierte, war seit den 1960er Jahren in allen Bereichen der Architektur tätig, von städtebaulichen Planungen, dem Wohnungs- und Siedlungsbau bis zum Kirchenbau, der Denkmalpflege und Bauten für Industrie und Gewerbe. Hervorzuheben ist sein sensibler Umgang mit dem Bestand, sei es in der Altstadt, im Neubaugebiet oder in der Gestaltung mit der Landschaft.

Die Kapelle hat einen kreuzförmigen Grundriss, der einen offenen Raum bildet und sich differenziert in eine religiöse Mitte und zwei Sitznischen. Zwölf gedrechselte Rundsäulen aus verleimtem Lärchenholz tragen ein flaches Holzdach. Die Holzkonstruktion mutet an wie ein kleiner römischer Tempel, der verfremdet wird durch drei Glaswände. Diese sind gestaltet mit Blattmotiven und Sentenzen aus Religion und Philosophie über die Natur. Vier Seiten werden als „grüne“ Wände aus Blutbuchen gebildet.

In der viereinhalb Meter hohen Kapelle hängt eine runde Farbglasscheibe, in die ein Kreuz eingeschrieben ist, gestaltet von der Künstlerin Anita Rist-Geiger. Die Gestaltung der drei Glaswände stammt von Gabi Fischer. Die Verbindung von außen und innen, Natur und Architektur ist intensiv erlebbar. Tische mit Sitzgelegenheiten laden zum Ausruhen und zur Besinnung ein. (zg)

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