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30.01.2015

Städtebaulicher Sündenfall

Problematischer Antrag in Ried

Das waren neben der Sandgrube (siehe eigener Artikel links) weitere Themen im Gemeinderat Kammeltal:

Dem Bauen im Außenbereich stehen in der Regel unüberwindbare Hürden entgegen. Ganz so eng sah es der Kammeltaler Gemeinderat nicht. Er will die Entscheidung, ob ein Interessent im Ortsteil Ried ein Einfamilienhaus planen darf, stattdessen dem Landratsamt überlassen. Die Kreisbehörde war bei einer ersten Anfrage allerdings wenig begeistert, teilte Bürgermeister Matthias Kiermasz mit – soll doch das Einfamilienhaus in dritter beziehungsweise sogar vierter Reihe im südlichen Ortsteil entstehen, der laut Flächennutzungsplan im Außenbereich liegt. Dort habe sich in der Vergangenheit die Randbebauung Zug um Zug entwickelt: „Der städtebauliche Sündenfall ist schon passiert“, sagte Kiermasz, eine geordnete städtebauliche Entwicklung sei nicht erreichbar. Anderes Bauland stünde in Ried jedenfalls nicht zur Verfügung. Ein weiterer Knackpunkt ist die ungeklärte Erschließung, da zu dem Hinterlieger-Grundstück keine Straßenverbindung existiert. Ob eine Weiterentwicklung von Bauland in diesem Bereich möglich sei, fragte Johann Böck. Die Gemeinde verfüge dort weder über Grundstücke noch über geeignete Zufahrtsmöglichkeiten, sagte Kiermasz. Sollte dort Bauland ausgewiesen werden, seien unglaubliche Planungskosten nötig. Jürgen Kornelli plädierte dafür, dem Bauherrn eine Chance zu geben und den Antrag vom Landratsamt prüfen zu lassen, um die Bevölkerung im Dorf zu halten. Die Genehmigung des Antrages erfolgte mit zwei Gegenstimmen.

Im Rahmen der Natura 2000-Verordnung werden neue Gebiete ausgewiesen. Sie fanden nicht die uneingeschränkte Zustimmung im Gemeinderat. So soll im FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiet Stubenweiher die Bachverrohrung des Stubenweiherbachs im Ortsteil Hammerstetten bis zur Kammel zurückgebaut werden. „Bei allem Respekt für die Bachmuschel“, sagte Kiermasz, „dort ist Siedlungsgebiet“. Die Wiederherstellung des Bachbettes sei nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand erzielbar und deshalb abzulehnen. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass sich der größte Teil des Bachlaufs in Privathand befinde und im Bereich des Stubenweihers fischereiwirtschaftlich genutzt werde. Nicht zuletzt würde das Gebiet durch erhebliche Siedlungsaktivitäten des Bibers beeinträchtigt, dessen Population zurückgedrängt werden müsse. Weniger Schwierigkeiten weist das Gebiet Riedlandschaft Talmoore im Bremental auf, die nur zum Teil auf Kammeltaler Flur liegt.

Eine solide Haushaltsführung bescheinigt die Rechnungsprüfung der Gemeinde, informierte Robert Paulheim. Als Anmerkung wurde aber auf Energiesparmaßnahmen bei der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung hingewiesen. Damit sind insbesondere sparsamere Pumpen gemeint und die Verringerung des Fremdwassers in den Abwasserleitungen.

Im Rahmen des 150-jährigen Bestehens des Dominikanerklosters Wettenhausen sind zahlreiche Aktivitäten vorgesehen (wir berichteten). Der Gemeinderat genehmigte einstimmig einen Zuschuss von 1000 Euro für eine Theateraufführung, das Kloster hatte 2000 Euro beantragt.

Eine übermäßige Salzstreuung auf wenig befahrenen Nebenstraßen monierte Marlene Spät. Laut Beschlusslage sollen nur gefährliche Strecken und Gefälle durch Salz sicherer werden, sagte Kiermasz. Vereinzelt könne es schon vorkommen, dass trotzdem andere Abschnitte gestreut würden. Er werde die Angelegenheit noch einmal mit dem Bauhof besprechen. (wk)

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